ARD und ZDF: "Grundverschlüsselung" ist Etikettenschwindel
Bereits Mitte 2005 gab es erste Meldungen, nach denen ProSieben/Sat.1 und die RTL-Gruppe sich einig gewesen sein sollen, ihren unverschlüsselten Sendebetrieb per Satellit Anfang 2007 einzustellen. Damals war auch die Rede von einer "Grundverschlüsselung", für welche die Zuschauer eine 3 Euro pro Monat kostende Smartcard benötigen sollten – natürlich inklusive neuer Receiver, so diese keine CI-Module aufnehmen können.
Inzwischen soll das Projekt namens "Dolphin" in Zusammenarbeit mit dem Satellitenbetreiber SES-Astra weit gediehen sein, wie die Zeitschrift "Digitalfernsehen" Mitte Mai 2006 berichtete(öffnet im neuen Fenster) . SES-Astra und die beiden großen deutschen Privatsendergruppen schweigen sich dazu jedoch aus, laut der Zeitschrift plant SES-Astra mit Dolphin aber auch eine neue Spezifikation für Satellitenhardware.
Da die öffentlich-rechtlichen Sender rechtlich daran gebunden sind, "frei" empfangbar zu sein, nimmt man dort die bisher nicht bestätigten Pläne der Privaten offenbar sehr ernst. So übergaben jetzt der Vorsitzende der ARD, Thomas Gruber, und ZDF-Intendant Markus Schächter dem Vorsitzenden der Rundfunkkommission der Länder in Person des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck ein Positionspapier. Darin erteilen sie den Verschlüsselungsplänen eine deutliche Absage.
Die beiden Sender nennen die Grundverschlüsselung einen "Etikettenschwindel". Sie sei einzig zum flächendeckenden Einstieg in Pay-TV gedacht, biete keinen Schutz vor Piraterie und würde auch den Jugendschutz nicht verbessern, so ARD und ZDF. Zudem behindere, unter anderem durch die notwendigen neuen Empfangsgeräte, eine Grundverschlüsselung die Verbreitung des digitalen Fernsehens.



