Microsoft: Neue Gerüchte um Musik-Shop und Player-Hardware
Wie Reuters in einer mehrfach aktualisierten Meldung(öffnet im neuen Fenster) berichtet, leitet der Microsoft-Mitarbeiter Robbie Bach das Projekt, einen mobilen Musikspieler auf den Markt zu bringen und einen Online-Shop für Musik und Videos zu starten. Robbie Bach leitet Microsofts Abteilung für digitale Unterhaltung und stand zuvor den Xbox-Projekten vor. Unter seiner Leitung soll Microsoft den Quellenangaben zufolge Apples Medien-Business an allen Fronten Konkurrenz machen: Ein Online-Shop sei ebenso geplant wie ein Hardware-Mediaplayer, der Musik und Videos abspielt und in direkter Konkurrenz zum iPod stehen soll. Laut Angaben der Financial Times hat Apple allein in den USA einen Marktanteil von 80 Prozent beim digitalen Musikvertrieb.
Das Geschäftsmodell des Online-Vertriebs von Mediendateien soll bei Microsofts Projekt dem von Apple ähneln: Dateien werden einmalig bezahlt und nicht wie bei Napster über ein Abonnement gemietet, solange man dem Dienst treu bleibt. Ob und wie die Dateien beim Microsoft-Shop DRM-geschützt sind, berichtet Reuters nicht. Da Microsoft aber sein "Plays for sure"-Logo für Abspielgeräte mit Funktionen für Windows-DRM massiv bewirbt, ist von geschützten Dateien auszugehen – auch die Platten- und Filmfirmen spielen sonst wohl kaum mit.
Die Gestaltung des Online-Shops selbst soll iTunes deutlich überlegen sein. Eine Quelle von Reuters, welche die Oberfläche schon gesehen haben will, gab mit Bezug auf Microsoft an: "Sie haben wirklich gute Verfahren zum Finden von Musikstücken und für die Community entwickelt." Gerade der Community-Gedanke fehlt vielen Nutzern von Tauschbörsen im Vergleich zu kommerziellen Musikdiensten: Falls die Anwender es erlauben, können in vielen P2P-Systemen die freigegebenen Dateien eingesehen werden. Benutzer mit ähnlichem Geschmack bringen andere somit auch auf die Idee, andere Dateien herunterzuladen – dies freilich meistens illegal.
Auch wenn Reuters sich auf mehrere Quellen beruft, so bleibt für Microsofts Pläne noch vieles unklar – unter anderem die Eigenschaften des damit verbundenen Players. Um Apples Modell vollständig zu folgen, müsste das Gerät sich exklusiv mit einem Microsoft-Programm füttern lassen – das ist jedoch bei vielen "Plays for sure"-Geräten nicht notwendig. Andererseits brachte schon der Windows Media Player 10 alle Funktionen zum Verwalten einer Musikbibliothek und das Betanken von MP3-Playern. Auch einen Termin für den Start des Microsoft-Shops nennt Reuters nicht.
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