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Test: Nintendo DS Lite - Erfolgs-Handheld nun auch in Schön

Weniger Gewicht, mehr Design. Als Nintendo 2004 erstmals das Konzept des Nintendo DS präsentierte, waren die Reaktionen eher verhalten – nur die wenigsten konnten sich vorstellen, dass ein Spiele-Handheld mit zwei Bildschirmen eine wirklich sinnvolle Sache ist. Heute – etwa 16 Millionen verkaufte Geräte später – witzelt hingegen niemand mehr, im Gegenteil: Dank Millionen-Sellern wie Nintendogs dominiert Nintendo einmal mehr den Markt für tragbare Videospielsysteme. Mit dem DS Lite dürften sich noch deutlich mehr Kunden vom Kauf des Gerätes überzeugen lassen.
/ Thorsten Wiesner
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Der Nintendo DS Lite wurde in Japan im März 2006 eingeführt – und ist seitdem praktisch permanent ausverkauft; Nintendo hat nach eigenen Angaben die Produktionskapazitäten zwar massiv erhöht, die Nachfrage wird aber weiterhin nicht komplett gedeckt. Eben deshalb hielt man sich auch lange mit der Ankündigung des Europa-Starts des DS Lite zurück; erst Ende Mai 2006 kündigte man die Markteinführung in Deutschland für den 23. Juni 2006 an. In den USA ist der DS Lite noch etwas früher erhältlich – dort steht es seit dem 11. Juni 2006 in den Läden.

Wenn ein Kritikpunkt am ersten Nintendo DS häufig geäußert wurde, dann war es das Design – gerade im Vergleich zu Sonys PSP wirkt der alte DS eher klobig und klotzig als wirklich hübsch. So kommt es dann auch, dass eine der wichtigsten Neuerungen des DS Lite ganz klar die überarbeitete Form ist: Das Gerät ist jetzt abgerundet, es gibt keine unschönen Kanten und Erhebungen mehr und dank des matt glänzenden Äußeren sieht das Ganze auch deutlich edler aus – die weiße Konsole, die uns auch zum Test vorlag, dürfte nicht umsonst ein wenig an das Erfolgsprodukt iPod erinnern.

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Ein Nachteil der glänzenden Hülle macht sich aber schon nach kurzem Herumzeigen des Gerätes im Freundeskreis bemerkbar: Im Gegensatz zum alten DS sind Fingerabdrücke nun gut auf der Außenhülle sichtbar; ähnlich wie bei der PSP darf hier also oftmals mit einem trockenen Tuch über die Hülle gewischt werden, um sie wieder unberührt glänzen zu lassen.

Der neue DS Lite sieht nicht nur besser aus als sein Vorgänger, sondern ist auch deutlich kompakter – mit Abmessungen von 133 x 73,9 x 21,5 mm (BxTxH im zugeklappten Zustand) lässt es sich viel einfacher verstauen; auch das Gewicht wurde reduziert und beträgt jetzt nur noch 218 Gramm anstelle der 275 Gramm des alten DS.

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Die gravierendsten Auswirkungen auf das eigentliche Spielen dürfte die neu geregelte Helligkeit der Bildschirme darstellen: Beim DS Lite kann zwischen vier Helligkeitsstufen gewählt werden – und die hellste davon strahlt derart viel Licht ab, dass man das neue DS auch gut und gerne als Taschenlampe benutzen kann. Probleme beim Spielen im hellen Sonnenlicht sowie in dunkleren Umgebungengehören somit endgültig der Vergangenheit an, der Unterschied ist noch gravierender als damals beim Übergang vom GBA zum GBA SP – wer erstmal auf dem DS Lite gespielt hat, wird die Darstellung auf dem alten DS beständig als zu dunkel und blass empfinden.

Wer allerdings wirklich auf der höchsten Helligkeitsstufe spielt, muss sich damit abfinden, dass der Akku nur für etwas mehr als fünf Stunden Strom liefert; die von Nintendo angegebenen maximal 19 Stunden Spielzeit erreicht also nur, wer sich mit der niedrigsten Helligkeitsstufe zufrieden gibt. Danach muss die Konsole für etwa drei Stunden aufgeladen werden, bis der Akku wieder voll ist, wobei der DS Lite ein proprietäres Netzteil mitbringt – das Ladekabel des alten DS lässt sich also nicht weiter benutzen.

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Die Anordnung der Action-Buttons und des Steuerkreuzes wurden nicht geändert; dafür ist der Einschaltknopf nun an der Außenseite des Gerätes, die Start- und Select-Taste sind nun nicht mehr über, sondern unter den Aktionstasten. Auffällig ist, dass Buttons und Steuerkreuz nun etwas mehr Spielraum haben, was die Bedienung insgesamt leider etwas schwammiger wirken lässt.

Auch der Stylus zum Bedienen des Touchpads ist gewandert und wird nun seitlich und nicht mehr hinten in die Konsole gesteckt. Der gerade von Spielern mit großen Händen geäußerten Kritik, dass der Eingabestift zu winzig sei, hat man offensichtlich zugehört – der neue Stylus ist etwas dicker sowie einen guten Zentimeter länger, was sich beim Spielen durchaus positiv bemerkbar macht. Die weiteren äußeren Änderungen sind allesamt im Grunde nur kosmetischer Natur: Die Lautsprecher sind nun zwar kleiner, aber ebenso laut wie beim alten DS, das Mikrofon sitzt nun nicht mehr unten, sondern zwischen den beiden Screens, und die Schultertasten sind etwas schmaler, was auf die Bedienung aber keine Auswirkungen hat. Der Slot für die DS-Spiele-Cards sitzt weiterhin an der Rückseite, der Kopfhöreranschluss an der Vorderseite.

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Ansonsten gibt es technisch keine Unterschiede zwischen DS und DS Lite – das "Innere" der Konsole ist mit einer ARM7- und einer ARM9-CPU praktisch identisch, und auch die Größe der beiden Screens ist mit 3 Zoll konstant geblieben. Beide Bildschirme bieten wie gewohnt eine Auflösung von 256 x 192 Bildpunkten und die Fähigkeit, 260.000 Farben darzustellen.

Kompatibilitätsprobleme zwischen DS und DS Lite gibt es somit natürlich nicht – was auf der einen Konsole läuft, geht auf der anderen auch. Das gilt auch weiterhin für GBA-Spiele: Der DS Lite hat ebenfalls den vom DS bekannten Modul-Schacht an der Vorderseite; allerdings steckt diesmal auch ein Dummy-Plastikmodul darin, das verhindert, dass Staub in den Slot dringt. Wer GBA-Spiele am DS Lite einlegt, muss sich allerdings damit abfinden, dass die ein wenig vorn überstehen, was den kompakteren Ausmaßen des Lite geschuldet ist.

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Laut Nintendo wird zum Europa-Start am 23. Juni 2006 sowohl eine weiße als auch eine schwarze Version des DS Lite ausgeliefert. Der Preis soll bei 150,- Euro liegen – damit also genauso hoch wie der des alten DS, als es im März 2005 hier zu Lande eingeführt wurde. Ob und wann auch die knalligeren Farben des DS Lite wie Ice Blue, die es in Japan gibt, nach Europa kommen, ist derzeit noch nicht bekannt.

Fazit:
Nintendo wird immer wieder vorgeworfen, in zu kurzen Abständen neue Updates seiner Handheld-Konsolen auf den Markt zu werfen, im Falle des Nintendo DS Lite sind die vorgenommenen Änderungen allerdings allesamt sinnvoll und wohl überlegt – zumal man sich offensichtlich nahezu alle von Kundenseite geäußerten Kritikpunkte zu Herzen genommen hat. Der DS Lite sieht nicht nur deutlich besser aus als sein Vorgänger, sondern ist auch kompakter, einfacher in der Handhabung und bietet vor allem dank der enormen Bildschirmhelligkeit ein deutlich verbesserteres Spielgefühl. Ob das für DS-Besitzer einen Neukauf rechtfertigt, ist sicherlich Ansichtssache – wer bisher kein DS hat, bekommt nun aber ein deutlich durchdachter wirkendes Gerät für sein Geld.


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