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Handy-TV in der Praxis - Samsung und LG im Duell

TV-Handys im Vergleich: Samsung SGH-P900 gegen LG V9000. Nach Samsung hat nun auch LG ein TV-Handy für den deutschen Markt präsentiert. Golem.de konnte beide Geräte im Vergleich testen. So unterscheiden sich das Samsung SGH-P900 und das LG V9000 nicht nur hinsichtlich des Designs, sondern auch in ein paar erstaunlichen Details wie zum Beispiel der Darstellungsgeschwindigkeit der Fernsehbilder.
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Rechtzeitig zur Fußball-WM fiel der Startschuss für DMB und damit mobiles Fernsehen in Deutschland. Zeitgleich gab der Telekommunikationsanbieter Debitel den Verkaufsstart des ersten DMB-Handys Samsung SGH-P900 bekannt. Nun hat LG mit dem V9000(öffnet im neuen Fenster) als zweiter ein TV-Handy vorgestellt.

Auf den ersten Blick scheint es viele Gemeinsamkeiten zwischen den beiden TV-Handys zu geben: Beide Geräte sind etwas klobig, bei beiden wird der Bildschirm zum Fernsehen quer gestellt und beide empfangen annehmbare, jedoch nicht gestochen scharfe Fernsehbilder, sobald man auf den TV-Knopf drückt.

Doch bei genauerem Hinsehen gibt es markante Unterschiede: Für besseren Bildempfang zum Beispiel hat das V9000 von LG eine ausziehbare, etwa 15 cm lange Antenne an Bord, das Samsung SGH-P900 kommt ohne aus. Die Bildqualität ist bei beiden Geräten annähernd gleich. So kann man weder bei dem LG-Gerät noch bei dem Samsung-Modell die Börsenkurse des Nachrichtensenders N24 ohne Lupe lesen. Allerdings zeigt das V9000 blassere, eher blaustichige Farben, während das P900 eher warme Farben mit mehr Rotanteil abbildet. Die Farbdarstellung kann der Nutzer übrigens bei beiden Geräten nicht ändern.

Höchst erstaunlich ist jedoch die unterschiedliche Darstellungsgeschwindigkeit der TV-Bilder: Hier liegt das LG eindeutig vorn, manchmal kommen Bilder auf das Samsung-Handy erst 2 bis 3 Sekunden später. Die Hersteller erklären diese Unterschiede durch verschieden schnelle Prozessoren in den Taschentelefonen. Sieht man die beiden Geräte jedoch nicht im direkten Vergleich nebeneinander, fallen die Unterschiede weniger auf. Auch der Ton hört sich bei beiden Koreanern gleich gut an.

Ebenfalls Schwierigkeiten haben beide Kombattanten mit der automatischen Sendereinstellung. Aktuell muss der Nutzer noch den Aktualisieren-Knopf drücken, sobald er sein angestammtes Gebiet verlässt, um die Sendefrequenzen auf dem Handy neu einzustellen. Das liegt daran, dass in Deutschland im L-Band gesendet wird, die Frequenzen jedoch nicht bundeseinheitlich belegt sind. Denn die Länder vergeben die Frequenzen an die Sender regional. Daher ist ein automatisches Roaming zwischen den verschiedenen Gebieten noch nicht möglich, es soll jedoch kommen.

Beim Bildschirmeinblickwinkel punktet das V9000. Während das Samsung-Gerät praktisch nur den Handy-Besitzer als Zuschauer zulässt, können bei dem LG-Telefon auch mal drei TV-Fans gleichzeitig gucken.

Insgesamt sind beide Geräte mit 140 Gramm für das LG-Handy und 124 Gramm für das Samsung recht protzig. Außerdem verfügt das V9000 über einen in Europa aus der Mode gekommenen Antennenstummel für die Telefonfunktionen. Designtechnisch gesehen wirkt das Samsung SGH-P900 also dank des leichteren Gewichts und der fehlenden Antenne eine ganze Spur hübscher, dafür kann das V9000 wiederum mit UMTS-Funktion auftrumpfen, Samsung hat darauf komplett verzichtet.

Das Samsung SGH-P900 kostet 199,- Euro mit Vertrag, der Preis für das LG V9000 steht noch nicht fest. Doch es ist anzunehmen, dass der Preis in einem ähnlichen Rahmen oder etwas darunter liegen wird. Alles in allem sind beides Geräte, die ihren Zweck als erste TV-Handys in Deutschland erfüllen.


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