Intel schweigt: Gerüchte um Verkauf von XScale, IXP, Itanium

Größte Umstrukturierung in der Konzerngeschichte geplant

Für Wirbel sorgt im Silicon Valley derzeit ein Artikel der Tageszeitung "San Jose Mercury News." Demnach plane Intel, seine Designs für PDA-Prozessoren, Netzwerk-Hardware und auch den Itanium aufzugeben oder zu verkaufen - und nebenbei 16.000 Mitarbeiter zu entlassen. Gegenüber Golem.de bestätigte ein Intel-Sprecher in Santa Clara aber, dass sich der Konzern eine massive Restrukturierung verordnet habe.

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"Das sind alles Gerüchte", meinte Intel-Sprecher Chuck Mulloy zwischen einem Dutzend Telefonaten zum selben Thema in einem Gespräch mit Golem.de. Bereits am Samstag hatte das Silicon-Valley-Blatt "San Jose Mercury News" mit einem Artikel für Aufregung gesorgt. Laut um Anonymität bemühten Quellen des für gewöhnlich gut unterrichteten Blattes will Intel vor allem seine Sparte an Netzwerk-Prozessoren (unter anderem die IXP-Architektur) verkaufen. Zur Debatte stünden aber auch die vor allem in der ersten Generation nur mäßig erfolgreichen XScale-Prozessoren, die in Handys und PDAs verbaut werden - und natürlich das Dauer-Sorgenkind Itanium. Noch etwas drastischer sind die vom US-Journalisten Omid Rahmat in seinem Blog veröffentlichten Angaben aus Intel-nahen Kreisen: Demnach stehen 16.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel.

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Chuck Mulloy bestätigte jedoch, dass Intel seine Ende April 2006 vom Konzernchef Paul Otellini angeordnete Umstrukturierung zügig umsetzen wolle. Otellini hatte gesagt, dass er Intel noch 2006 "restrukturieren, neu ausrichten und in der Größe ändern" wolle. Dafür sollte zunächst innerhalb von 90 Tagen jeder Bereich des Unternehmens kritisch durchleuchtet werden. Mulloy konkretisierte diese Pläne jetzt. Nach der Analyse sollen Mitte Juli die ersten Ergebnisse vorgelegt werden - dann steht also fest, ob Intel sich von Teilen des Unternehmens trennen wird. Bis Ende 2006 sollen dann die ersten Programme zur Umstrukturierung gestartet werden. Laut Mulloy stand Intel seit 1985 kein derart tiefer Eingriff in die Konzernstruktur mehr bevor und durch das enorme Wachstum seien die kommenden Maßnahmen die größte Umstrukturierung in der Firmengeschichte.

Intel wolle dies aber, so Mulloy, aus einer Position der Stärke tun, denn immer noch ist das Unternehmen hoch profitabel, die Frage sei aber: "Können wir uns schnell genug bewegen, sind wir flexibel genug?" In den letzten beiden Quartalen hatte Intel in Folge Umsatz- und Gewinnwarnungen ausgeben müssen, und, so der Intel-Sprecher: "Letzten Endes müssen wir da auf die Anleger Rücksicht nehmen."

Im kleinen Rahmen dürfen diese Rücksicht wohl auch die Intelianer erwarten, deren Arbeitsplatz verloren gehen könnte. Wie Mulloy erläuterte, hatte Intel statt Entlassungswellen in der Vergangenheit vor allem versucht, durch Einstellungsstopps, Vorruhestandsregelungen und die Verlagerung von Arbeitsplätzen an andere Intel-Standorte massive Kündigungen zu vermeiden. Sollte sich Intel aber auf einen Schlag von IXP, XScale und Itanium trennen wollen, dürften spätestens beim nächsten Besitzer dieser Technologien Köpfe rollen.

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