Fahrkarte per Handy: Pilotprojekt startet im Oktober 2006
Die Pilotphase soll in Essen, Dresden, Düsseldorf, Hamburg, Nürnberg, Ulm, Wuppertal sowie im Vogtland und einer Reihe kleinerer Kommunen in ganz Deutschland starten. Die Fahrgäste melden sich einmal im Internet an. Anschließend installiert sich auf dem Mobiltelefon des registrierten Nutzers eine Java-Software, die die Bestellungen aufnimmt und weitergibt. Im Software-Menü gibt man die Art und Anzahl der Fahrscheine (Einzelfahrt, Tagesticket, Monatskarte etc.) und gegebenenfalls die gewünschte Fahrstrecke an. Die Bestellung wird per GPRS an einen zentralen Server übermittelt.
Wer häufiger die gleiche Strecke fährt, kann sie als Favoriten speichern und damit schneller seinen Fahrschein ordern. Nach der Bestellung erscheint die Bestätigung für den Ticketkauf und das Ticket wird auf dem Handy gespeichert. Da in allen Städten die gleiche Software verwendet wird, kann etwa ein Nürnberger mit seinem Handy auch beim Besuch in Hamburg sein Busticket kaufen.
Die Abrechnung der Fahrten erfolgt entweder per Prepaid-Verfahren, Lastschrift oder Kreditkarte. Zusätzlich können alle interessierten Kunden in den Verkehrsverbünden Rhein-Ruhr und Oberelbe ihr Ticket per SMS ordern. Koordiniert wird das gesamte Projekt vom VDV (Verband Deutscher Verkehrsunternehmen).
Bei der Entwicklung kooperiert Siemens Business Services mit dem Fraunhofer Institut Dresden. Teilnehmer sind die Verkehrsverbünde Hamburg, Rhein-Ruhr, Oberelbe und der Großraum Nürnberg, die Donau-Iller Nahverkehrsgesellschaft und der Zweckverband Öffentlicher Personennahverkehr Vogtland.
Im Vogtland wurde die Testphase bereits im Februar 2004 gestartet. Seitdem können Nutzer von Bus und Bahn ihren Fahrschein per Handy kaufen. Auch in manch anderen Verkehrsverbünden in Deutschland ist bereits ein Ticket-Verkauf per Handy möglich, der oft etwa per SMS abgewickelt wird. Der Einsatz der Java-Software könnte hier einen Komfortgewinn für den Kunden bringen. Zudem agieren die bisherigen Projekte meist als Insellösungen, so dass eine Nutzung immer nur in einem Verkehrsverbund möglich ist, was das aktuelle Pilotprojekt überwinden will.



