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AMD: Neue Kerne für Server, Desktops und Notebooks 2007

L3-Cache, Quad-Cores und neue Stromsparfunktionen. Vor Analysten hat AMD einen ersten detaillierten Blick auf seine neuen CPU-Kerne erlaubt, die im Jahr 2007 auf den Markt kommen sollen. In allen Bereichen finden sich Verbesserungen. Die bisherige Architektur wird jedoch nicht umgekrempelt, nur an wichtigen Stellen besser genutzt.
/ Nico Ernst
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Eine Vielzahl der bisher als Gerücht gehandelten Neuerungen rund um die Hammer-Architektur von Opteron, Athlon 64 und Turion hat AMD mit seiner aktuellen Präsentation bestätigt. So stehen für die Server- und Desktop-Prozessoren 2007 zunächst vier Kerne auf einem Die an. Jeder dieser Cores hat einen eigenen L2-Cache, ist aber mit den anderen Kernen über einen gemeinsam genutzten L3-Cache verbunden. Wie groß dieser Zwischenspeicher wird, gab AMD noch nicht bekannt. Auch, dass es sich dabei vermutlich um den bisher als "K8L" gehandelten Kern handeln wird, gab AMD diesmal nicht ausdrücklich an.

Der Speichercontroller, jetzt bei AMD mutig "Northbridge" genannt - ein Grafikport ist dennoch nicht vorhanden -, bleibt bei dem neuen Kern weiterhin integriert, kann aber wie die AM2-Prozessoren DDR2-Speicher ansprechen. So DDR3 bald marktreif wird, hat AMD dafür einen "Migrationspfad" vorgesehen - um neue Produkte wird man aber wohl nicht herumkommen, lediglich ein komplett neues Die dürfte nicht nötig sein. In der ersten Generation der Server-Kerne für 2007 ist jedoch schon Unterstützung für FB-DIMMs geboten.

Daneben erhält die neue CPU auch die schon länger vermutetete neue Gleitkommaeinheit (FPU). Sie ist konsequent auf 128 Bit breite Daten und Befehle ausgelegt und soll vor allem SSE-Befehle schneller als bisher ausführen. Nach außen kommuniziert der komplette Prozessor über Links nach HyperTransport 3.0 .

Um noch mehr Strom zu sparen als bisher, hat AMD bei seinem neuen Server- und Desktop-Die mit vier Cores sogar das komplette Abschalten eines einzelnen Kerns eingebaut. Zudem können die einzelnen Kerne auch ihren Takt drosseln, wenn sie gerade weniger zu rechnen haben.

Diese Funktion ist auch im neuen - ebenfalls noch nicht offiziell mit einem Codenamen belegten - Prozessor für Notebooks zu finden. Das klappt unter anderem deshalb, weil die L2-Caches (anders als bei Intels Core und Core-2) für jeden Kern getrennt zur Verfügung stehen. Zudem werden die Kerne und der Speichercontroller über eigene Stromversorgungen ("split power planes") mit Energie versorgt, können also vermutlich mit unterschiedlichen Spannungen je nach Takt arbeiten. Auch die ebenfalls nach HyperTransport 3.0 ausgeführten Links zum Rest des Systems lassen sich je nach Auslastung unterschiedlich takten und in der Zahl ihrer Leitungen beschränken, was weiter Strom sparen soll.

Die beiden neuen Prozessor-Designs will AMD von Beginn an in 65 Nanometern Strukturbreite in seinen Werken in Dresden fertigen lassen. Zwar zog sich die "Performance per Watt" wie ein roter Faden durch AMDs Vorträge, konkrete Angaben zur Leistungsaufnahme oder dem Takt der kommenden Prozessoren machte das Unternehmen jedoch noch nicht. Gegenüber den heute erhältlichen Prozessoren sollen die 2007 erhältlichen Modelle aber 60 Prozent mehr Rechenleistung pro Watt bieten, deutete AMD an. Mit dem Wechsel auf 45 Nanometer Strukturbreite im Jahr 2008 soll dieser Wert - wiederum an den CPUs des Jahrs 2006 gemessen - sogar 150 Prozent betragen.


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