CCC und Wau-Holland-Stiftung bauen Hackerarchiv auf
Ziel der Wau-Holland-Stiftung ist die Erinnerung an des Computeraktivisten Wau Holland. Zu diesem Zweck sammelt die Stiftung auch den gedanklichen Nachlass von Holland, um ihn in einem Archiv öffentlich zugänglich zu machen. Dieses soll nun Teil des "Archivs für neue Technikgeschichte" werden, das in Zusammenarbeit mit dem CCC entsteht.
In diesem Archiv möchten die Initiatoren alle verfügbaren Materialien über die 25-jährige Geschichte der Hacker sammeln, aufbereiten und öffentlich zugänglich machen. Dazu werden derzeit noch elektronische Dokumente wie Texte, Audio- und Videoaufnahmen gesucht. Aber auch Dokumente auf Papier, Hardware und Ähnliches sind interessant. Auch Räume für das Archiv müssen die Stiftung und der CCC noch finden.
Wau Holland war Journalist und Computeraktivist, der in CCC-Kreisen auch gerne als Philosoph bezeichnet wurde. Neben seiner Arbeit bei der Tageszeitung (taz) gründete er auch den CCC sowie dessen Magazin "Die Datenschleuder" mit. Bekannt wurde er unter anderem durch den so genannten BTX-Hack, bei dem er eine Sicherheitslücke im Bildschirmtextsystem der Bundespost im ZDF demonstrierte. Der entdeckte Fehler erlaubte ihm, auf Kosten der Hamburger Sparkasse kostenpflichtige BTX-Seiten abzurufen.
Zu dieser Zeit war auch der Anschluss eines nicht von der Deutschen Bundespost zugelassenen Modems an das Telefonnetz strafbar. Auch auf solche Probleme machte Holland aufmerksam.
Am 29. Juni 2001 starb Holland, nachdem er zwei Monate im Koma gelegen hatte. Die Wau-Holland-Stiftung rief daher nun Gedenktage aus, in denen jeden Tag ein Zitat von Holland auf den Seiten der Stiftung(öffnet im neuen Fenster) im Internet veröffentlicht wird.



