AMD Live: Gratis-Software und erste Media-Center-PCs

Ähnlich wie bei Intels Viiv soll auch bei AMD Live ein entsprechendes Logo Geräte aus der PC-Welt und der Unterhaltungselektronik als zueinander kompatibel kennzeichnen. Im Kern geht es dabei um eine Multimedia-Zentrale im Wohnzimmer, die digitale Medien von der MP3-Datei bis zum per Internet gestreamten Spielfilm im Haushalt verteilt.
Inzwischen liegen auch die detaillierten Anforderungen an einen PC nach AMD Live vor. Natürlich soll er mit einem Dual-Core-Prozessor von AMD für den Sockel AM2 arbeiten, mindestens soll ein Athlon 64 X2 4200+ (2,2 GHz) zum Einsatz kommen. Da diese Prozessorklasse seit kurzem auch mit einer niedrigen typischen Leistungsaufnahme von 65 Watt zu haben ist, sollen die Rechner zudem besonders leise gestaltet werden und über temperaturgeregelte Lüfter verfügen.
Offenbar will AMD mit Live aber auch eine Marke für Highend-PCs zum Spielen definieren. Steckt im so gekennzeichneten Rechner nämlich ein Athlon FX-62 oder ein zukünftig noch schnelleres Modell, sind auch zwei Grafikkarten für PCI-Express-Slots mit x16 Pflicht, ebenso zwei RAID-Festplatten.
Das Betriebbsystem der Wahl für Live-Rechner ist - ganz wie bei Intels Viiv - die Media Center Edition von Windows XP. Und so sie denn einmal verfügbar ist, soll der Rechner als Empfehlung auch gleich fit für die Premium-Ausgabe von Windows Vista sein. Vista Premium wird laut AMD auch nach Erscheinen Pflicht für Live-PCs sein.
Bisher stützt sich das Konzept aber auf die aktuelle Media Center Edition 2005 (MCE) von Windows XP. Dafür hat AMD nun ein "Entertainment Suite" getauftes Paket aus Erweiterungen von Drittherstellern lizenziert, die über die Webseite amdlive.com(öffnet im neuen Fenster) kostenlos heruntergeladen werden können. Darin stecken unter anderem die "Entertainment Console", die als Streaming-Server Musik und Videos an andere Geräte wie PCs oder Smartphones verteilen kann, und "AMD Live! Compress". Dieses Tool soll die roh aufgenommenen MPEG-2-Streams von Windows MCE in ein eigenes Format wandeln, das nur noch halb so viel Festplattenplatz belegen soll.
Ebenfalls im Paket: "LogMeIn", ein per Internet verfügbares Windows-Programm mit dem Nutzer von einem anderen Ort den heimischen PC steuern können, um auf Medien-Dateien und Bookmarks zuzugreifen. "Media Vault" kann die lokalen Inhalte auf einem Internetserver als Backup ablegen - ob das bei Gigabytes an Daten sinnvoll ist, sei dahingestellt. Immerhin erhalten registrierte Live-Benutzer damit kostenlos 25 GByte Backup-Platz. Das heimische Netz soll sich mit dem grafischen Tool "Network Magic" einfacher verwalten und konfigurieren lassen, es steckt auch in der Entertainment Suite.
Während ein schon bestehendes Media Center mit der Suite jetzt schon erweitert werden kann, sollen ab Juni 2006 auch komplette Live-PCs auf den Markt kommen. Laut AMD wollen Acer, Alienware, Fujitsu Siemens, Gateway, HP, Sahara (Indien) und Tsinghua Tongfang (China) entsprechende Rechner auf den Markt bringen. Um die Medieninhalte auch an einen Fernseher abseits des Wohnzimmers zu übertragen, arbeitet AMD zudem mit ST Microlelectronics an einer Set-Top-Box mit Live-Logo.
Die Live-Set-Top-Box soll auch den umgekehrten Weg ermöglichen: Über die Box werden die Fernsehsignale von Kabel oder Satellit empfangen und digital an einen Live-PC übertragen, der die Sendungen dann aufnimmt. Das Media Center muss also nicht unbedingt im Wohnzimmer stehen. Dieses Set-Top-Box soll erstmals auf der in der kommenden Woche startenden Messe Computex in Taiwan in Aktion gezeigt werden.



