Lycos droht Lycos Europe
Ursprünglich hatten die beiden Unternehmen schon 2004 mit Verhandlungen zu dem Thema begonnen, doch dann kam es zu umfangreichen Änderungen in deren Gesellschafterstrukturen: 2004 wird Lycos Inc. vom spanischen Telekommunikationsunternehmen Telefónica SA an das koreanische Technologieunternehmen Daum Communications Corp. verkauft. Unmittelbar vor der Transaktion wurde das 32-prozentige Aktienpaket, das Lycos an Lycos Europe hält, an die Telefónica SA übertragen. Im gleichen Zuge wurde Lycos' Stellung innerhalb einer Aktionärsgruppe unter der Führung der Bertelsmann AG, die zusammen ebenso rund 32 Prozent der Aktien halten, ebenfalls an Telefónica übertragen. Letztendlich dürfte sich dadurch die Interessenlage auf Seiten von Lycos verändert haben.
Laut Lycos Europe hat man sich 2004 grundsätzlich zu einer Übereinkunft über die künftige Nutzung der lizenzierten Bestandteile verständigt, damals aber keine finale Vereinbarung erzielt. Seitdem gebe es Gespräche in unregelmäßigen Abständen.
Im Rahmen der nun wieder aufgenommenen Gespräche hat Lycos nun Verstöße gegen die geltenden Lizenzvereinbarungen durch die Lycos Europe seit dem Jahr 2000 angemahnt und verlangt "eine erhebliche Ausgleichszahlung" , so Lycos Europe, die von den Vorwürfen und Forderungen vollkommen überrascht wurden: "Aus der Sicht von Lycos Europe besteht keinerlei Grundlage dafür, dass Lycos auf Basis der angeblichen Verstöße das Recht auf Beendigung der geltenden Lizenzvereinbarungen hat. Ebenso erachtet Lycos Europe eine Zahlung für Schäden aus zurückliegenden Verstößen als haltlos, ungeachtet dessen, ob es sie überhaupt gegeben hat" , so das Unternehmen.
Lycos Europe will aber die Möglichkeiten und Vorteile einer zukünftigen Erweiterung der bestehenden Lizenzvereinbarungen erörtern.



