Baby-TV: 4D-Bilder aus dem Mutterleib
Laut Philips liefern die Ultraschallgeräte Aufnahmen, die keine Erklärungen mehr benötigen. Die Größe des Kindes, sein Herzschlag und seine Bewegungen werden ohne Zeitverzögerung und mit 3D-Raumwirkung auf einen Flachbildschirm übertragen, der auch Details recht scharf wiedergibt. Sogar die Gesichtszüge und das Mienenspiel des Kindes dürften klar erkennbar werden.
Schwierigkeiten bereitete zunächst die Übertragung der Bilddaten auf den Monitor in Echtzeit, da die Kapazitäten der Rechner in aller Regel für die Datenmengen nicht ausreichten. Inzwischen ist auch die Hardware weit genug, um die Bilder in Echtzeit auf dem Monitor erscheinen zu lassen.
In Deutschland werden die neuen Ultraschallgeräte bereits in den Uni-Kliniken von Bonn, Regensburg, Ulm und Essen sowie in verschiedenen Herzzentren genutzt. Auch viele niedergelassene Ärzte setzen das System ein. Denn die Geräte eignen sich nicht nur fürs "Baby-Fernsehen", sondern auch für andere Untersuchungen der inneren Organe.
Philips etwa hat speziell für Herz-Kreislauf-Untersuchungen eine Lösung entwickelt, mit dem Mediziner das Herz live in 3D abbilden können. Dreidimensionale Abbildungen ermöglichen es, das Herz zu kartographieren und in verschiedene Segmente einzuteilen. Fehlfunktionen können genauer lokalisiert werden. Der Ist-Zustand eines Herzens kann im Detail mit dem medizinisch erwünschten Idealzustand abgeglichen werden.
Philips liefert zudem eine technische Plattform, mit deren Hilfe die Informationen der Ultraschallbilder mit den 3D-Daten anderer medizintechnischer Geräte und Systeme abgeglichen werden können, etwa mit den Bildern eines Magnetresonanztomographen. "Die neuen Ultraschallgeräte haben auch eine große psychologische Wirkung", sagt Philips Manager Dehmel. Der Arzt kann Befunde und mögliche Behandlungsschritte besser erklären: "Und wenn Patienten verstehen, worum es geht, reduziert das ihre Ängste."