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Debian, ein Supermarkt für Komponenten?

Entwickler Joey Hess kritisiert Ubuntu & Co. Debian-Derivate wie Ubuntu stellen für die Linux-Distribution Debian eine Gefahr dar, Debian werde auf die Funktion eines Supermarkts für Komponenten reduziert, warnt Debian-Entwickler Joey Hess.
/ Jens Ihlenfeld
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Seine Kritik formulierte Hess zunächst auf der DebConf6 und richtet sich dabei direkt an Ubuntu-Gründer Mark Shuttleworth. In seinem Blog(öffnet im neuen Fenster) verdeutlichte Hess nun nochmals die Probleme, die nach seiner Ansicht drohen.

Wer Debian nur als Supermarkt von Komponenten begreife, riskiere, dass die Distribution zu einer schlecht integrierten Softwarekollektion verkomme. Ihm gehe es darum, Debian zur bestmöglichen Distribution zu machen, so Hess. Wenn andere diese Arbeit nutzen wollen, sei das absolut in Ordnung. Wenn man aber viel Zeit investiere, um neue Wege zur Integration von Software zu finden und eben nicht nur einzelne Pakete hinzuzufügen, dann sei es keine große Motivation, wenn die eigene Arbeit nur als weitere Komponente von Ubuntu gewürdigt werde.

Ohne diese Arbeit und Motivation sei Debian aber in Gefahr, nur mehr ein Sammelsurium von Einzelpaketen zu werden. Debian dürfte nicht die Entwickler verlieren, die sich Aufgaben wie der Verkürzung der Boot-Zeit, der Integration von Xen und SELinux oder der Entwicklung eines nützlichen Standard-Desktops widmen.

Gerade in einigen dieser Bereiche sei Ubuntu besser als Debian, aber gerade hier reiche es eben nicht, die Arbeit in Form einzelner Patches in Richtung Debian zurückfließen zu lassen, formuliert Hess seine Kritik.


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