Interview: Fast mehr als ein Weblog

Netzeitung: Sind Sie ein "Alles-Scheiße-Finder"?

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Haeusler: Nein, alles nicht. Viele Dinge finde ich großartig. Aber die gehen immer in all der anderen Scheiße unter.

Netzeitung: In welcher denn?

Haeusler: Fernsehen zum Beispiel, das ist nur noch furchtbar. Oder der Einfluss der Werbeindustrie auf die Gesellschaft. Der ist viel größer als man denkt. Größer als der der Politik.

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Netzeitung: Und das sagen Sie, obwohl Sie selbst auf Werbeinnahmen angewiesen sind?

Haeusler: Paradox, nicht wahr? Ich will ja nicht die Werbung verbieten. Aber, als Beispiel, Werbung für Kinder - das geht gar nicht. Auf Spreeblick habe ich kein Problem damit, wenn für Technik geworben wird, für Dienstleistungen, Einzelhandel, Literatur, Film, Musik. Das alles ist okay. Noch besser ist es, wenn es gar nicht um das jeweilige Produkt des Herstellers geht, sondern wenn sich Unternehmen in gewisser Hinsicht zu Spreeblick bekennen. Also, wir denken uns eine gute Aktion aus, die vielleicht mit einem Produkt zu tun hat, verhandeln das dann im Blog und bekommen dafür Support.

Netzeitung: Das bedeutet?

Haeusler: Unternehmen und Marken sollten verstehen, wie unser Blog funktioniert. Und dass auch ein kritischer Beitrag, wenn er gut ist, manchmal genauso viel für eine Marke tun kann wie ein Hype. Wir gestalten unsere Seite nicht in Magenta, weil die Telekom gerade für ihren neuen Tarif wirbt. Sondern: Wenn sie unseren Videocast "Toni Mahoni" powerten, dann könnten sie auch gerne mit einem Banner darauf hinweisen, dass sie einen Breitbandinternetanschluss im Angebot haben. Toni selbst wird das sicher nicht erzählen, die Inhalte sind mir heilig.

Netzeitung: Am besten wäre es, gar keine Werbung zu bringen. Dann aber müssten wahrscheinlich die Leser bezahlen.

Haeusler: Ja. Außerdem ist es auch fairer so. Denn die Werbeindustrie nimmt immer noch weniger Einfluss auf ein Blog als die Leser. So ist meine bisherige Erfahrung. Wenn wir beispielsweise fünf Euro im Monat für ein Spreeblick-Abo verlangten und dann einen Kommentar bringen, der den Lesern nicht gefällt, dann kündigen einige gleich ihr Abo. Ähnliche Reaktionen kommen jetzt schon manchmal, obwohl es nichts kostet. Ist der Podcast zweimal hintereinander ein wenig launisch geraten, heißt es gleich: "Das hier ist aber nicht mehr mein Spreeblick!

Netzeitung: Was ist denn IHR Spreeblick?

Haeusler: Der ist sich noch am Entstehen. Auf jeden Fall witzig, aber ohne prollige Schenkelklopfer. Intelligent, aber nicht unbedingt intellektuell, also inhaltlich für alle zugänglich und doch klug. Sexier, aber nicht sexistisch. Überhaupt sollten sich Frauen stärker angesprochen fühlen. Zwar lesen uns viele Frauen, aber nur wenige kommentieren die Artikel. Ganz praktisch: Wir könnten durchaus mehr gute Podcasts, Videocasts, Gewinnspiele, Downloads usw. anbieten. Vielleicht kommen auch noch weitere Autoren oder regelmäßige Gastkommentatoren dazu.

Netzeitung: "I live by the River" aus dem Song "London Calling" von "The Clash" ist nicht nur das Motto von Spreeblick, sondern steht auch auf einem T-Shirt, das ihr verkauft. Ist das eine letzte Duftmarke des Postpunk?

Haeusler: Nein, "London Calling" ist mehr ein guter Gassenhauer als typischer Punk. Der Song sagt trotzdem viel über meine Lebenseinstellung aus. Und das Motto kommt genauso gut an wie das T-Shirt. Übrigens nicht nur in Berlin. Es scheint überall in Deutschland Leute zu geben, die so etwas tragen wollen. Ob sie sich damit zu "The Clash", zum Spreeblick oder zum Leben am Fluss, der ja nicht immer aus Wasser bestehen muss, bekennen wollen, werden sie selbst am besten wissen.

[Mit Johnny Haeusler sprach Maik Söhler.]

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