Spieletest: Metroid Prime Hunters - Handheld-Shooter
Gelungene Umsetzung der berühmten Action-Serie auf das Nintendo DS. Bereits zum Verkaufsstart des Nintendo DS konnten sich Spieler persönlich davon überzeugen, dass es tatsächlich möglich ist, einen Ego-Shooter vernünftig auf einer Handheld-Konsole zu spielen - die dem DS beiliegende Demo-Version von Metroid Prime Hunters ließ einen jedenfalls zuversichtlich auf das fertige Spiel warten. Mit dem ließ sich Nintendo dann allerdings doch mehr Zeit als erwartet, so dass Metroid Prime Hunters erst jetzt in Deutschland in die Läden kommt.
Zur Hintergrundgeschichte soll hier nicht zu viel verraten werden - nicht, weil man sonst zu viele Geheimnisse enthüllen würde, sondern einfach, weil sie für ein Spiel der Metroid-Reihe ungewohnt banal ausgefallen ist: Auf dem Planeten der Alimbics werden wertvolle Artefakte gefunden, die unbegrenzte Macht gewähren sollen - klar, dass sich Kopfgeldjägerin Samus (gesteuert vom Spieler) sofort auf die Suche macht.
Neben den üblichen Science-Fiction-Monstern, die sie unterwegs auf der Reise von Planet zu Planet bekämpfen muss, bekommt sie es nun aber auch mit ihren Artgenossen zu tun: Gleich sechs andere Kopfgeldjäger streben ebenfalls nach den wertvollen Steinchen, so dass man sich auf fordernde und meist auch länger andauernde Bosskämpfe freuen darf.
Das grundsätzliche Gameplay dürfte vor allem Kennern der beiden Metroid-Spiele für den GameCube bekannt sein: Samus verfügt über diverse Schusswaffen, um sich den Weg freizuschießen, kann Schalter und Computeranlagen per Knopfdruck scannen, um hinter ihr Geheimnis zu kommen, und sich ebenfalls ganz einfach in einen Morphball verwandeln, der dann auch kleine Passagen überwinden kann. Zudem kann sie springen, ein paar Jump&Run-Passagen meistern und im Spielverlauf neue Schießprügel finden. Auch die Planetenumgebungen, in denen das alles stattfindet, kennt man vom GameCube: Lava-Landschaften, Eiswelten, Höhlen und faszinierende Naturareale - auf dem Weg durch die umfangreichen Missionen gibt es so einiges zu sehen.
Herausragend an Metroid Prime Hunters ist aber vor allem die nahezu perfekte Spielbarkeit - für einen Konsolen-Shooter alles andere als selbstverständlich. Per Stylus und Touchpad lässt sich punktgenau das Fadenkreuz auf dem oberen Bildschirm dirigieren; eine automatische Zielhilfe, wie man sie von den Metroid-Spielen auf dem Cube kennt, ist hier also gar nicht vonnöten.
Zwar braucht es ein wenig Eingewöhnungszeit, bis man die Kombination aus Pad (zum Laufen), Schultertaste (zum Feuern) und Touchpad (als Mausersatz zum Zielen und Umschauen) beherrscht, dann bekommt man aber im Grunde dieselbe punktgenaue Steuerung, wie man sie als PC-Spieler mit Tastatur und Maus gewöhnt ist. Wer damit nicht zurechtkommt, kann übrigens auch ganz "normal" einfach nur Pad und Aktionstasten nutzen; allerdings fällt die Bedienung dann natürlich auch nicht mehr ganz so genau aus.
Optisch kitzelt Metroid Prime wahrscheinlich noch nicht alles aus dem DS heraus, was möglich ist - einige der Gegner wirken dann doch etwas kantig. Dafür sind die Zwischensequenzen wirklich beeindruckend - und auch der atmosphärische Soundtrack überzeugt.
Überragend ist der Multiplayer-Modus ausgefallen - er gehört mit zum Besten, was in diesem Bereich je auf einer Handheld-Konsole zu erleben war. Zwar tritt man via WLAN oder Nintendo Wifi Connection nur mit bis zu drei Kontrahenten an, die Karten und Level sind aber intelligent und abwechslungsreich designt und gleich sieben Modi wie Deathmatch und Capture The Flag ermuntern einen beständig zu neuen Shooter-Wettkämpfen.
Metroid Prime Hunters erscheint exklusiv für das Nintendo DS und kostet knapp 40,- Euro.
Fazit: Die Wartezeit hat sich gelohnt: Metroid Prime Hunters ist nicht nur eines der besten Nintendo-DS-Spiele, sondern setzt für das gesamte Handheld-Genre in puncto Spielbarkeit und Multiplayer-Optionen neue Maßstäbe. Nicht nur für Anhänger der Metroid-Reihe ein absolut begeisterndes und auch lang motivierendes Action-Feuerwerk.