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T-Mobile: "Wir werden kein Überwachungs- Mobilfunkanbieter"

VoIP und Instant Mesaging bei Web'nWalk XL verboten. Presseberichten zufolge hat T-Mobile das Kleingedruckte für den Tarif Web’nWalk XL um eine hässliche Klausel erweitert. Sie verbietet die Nutzung von Instant Messaging und Voice-over-IP-Telefonaten. T-Mobile möchte in Zukunft einen eigenen Instant-Messaging-Service anbieten.
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Der Aufruhr dreht sich um folgende Klausel(öffnet im neuen Fenster): "Die Nutzung von VoIP und Instant Messaging ist ausgeschlossen." Wie T-Mobile im Gespräch mit Golem.de angab, stelle dieser Satz lediglich eine Konkretisierung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen dar und sei implizit bereits in dem Vertrag enthalten gewesen. Damit wäre die Klausel auch für bestehende Verträge gültig.

Technisch gesehen können sowohl Voice-over-IP-Software als auch die Instant Messenger von MSN, Yahoo und Co auf den Smartphones installiert und mit dem Web’nWalk-XL-Tarif genutzt werden. Der Kunde wird dabei allerdings vertragsbrüchig.

T-Mobile begründet den Nutzungsausschluss damit, dass Drittanbieter wie Skype das Netz des größten deutschen Mobilfunkers für ihren Dienst nutzen würden. Damit hätte der Konzern keine Kontrolle mehr über die Qualität der übermittelten (Sprach-)Daten. Um seinen guten Ruf in Sachen Übertragungsqualität nicht zu gefährden, will T-Mobile die Kontrolle nicht aus der Hand geben.

In Wahrheit dürfte die Angst um die Zukunft dahinter stecken: Der Datentausch über das Internet wird immer größere Ausmaße annehmen. T-Mobile möchte die Weichen für die Nutzung der zukünftigen Dienste schon heute stellen und sich damit ein Stück vom Kuchen sichern.

Kontrollieren will T-Mobile aktuell jedoch nicht, welcher Kunde welche Schritte im Netz unternimmt und ob er die verbotenen Dienste benutzt. "Wir werden kein Überwachungs-Mobilfunkanbieter werden, da sage ich ein klares Nein", so T-Mobile-Sprecher Husam Azrak. Wohl aber überlegt der magentafarbene Konzern, in Zukunft Angebote wie Skype oder Instant Messaging netzseitig zu sperren.

Kunden müssen derzeit keine Angst haben, die Kündigung wegen Vertragsbruch auf den Tisch zu bekommen. Dazu schätzt man bei dem Netzriesen die Menge der potenziellen Heimlich-Skyper als viel zu gering.

Doch für die Zukunft wird VoIP und Instant Messaging ein Thema sein. T-Mobile hat sich daher mit der Free Move Alliance, der Vereinigung der europäischen Netzbetreiber, zusammen getan, um eine Instant-Messaging-Plattform für den Mobilfunk zu entwickeln. Seit dem 3-GSM-World-Kongress im Februar 2006, einer bedeutenden Mobilfunk-Messe, beraten die Netzbetreiber europaweit über Technik und Tarifierung.

Die Netzbetreiber wollen also an einem eigenen Instant Messenger verdienen. Mögliche Tarife könnten dem für den SideKick II ähneln. Das heißt, für eine festgelegte monatliche Summe wäre ein bestimmtes Datenvolumen plus verschiedene Sonderdienste inklusive. Einer dieser Dienste wäre Instant Messaging. Wer auf den schnellen Nachrichtenaustausch verzichten will, würde einen günstigeren Tarif bekommen.

T-Mobile sieht, dass mobiles Surfen derzeit noch zu teuer ist, die Preise sinken jedoch kontinuierlich. T-Mobile fährt die Strategie, stabile Preise für seine Datenpakete anzubieten, dabei aber immer mehr Services wie z.B. Mobile TV oder den Download von Klingeltönen, Hintergrundbildern und anderen Inhalten anzubieten. Wer nicht alle Dienste braucht, soll für weniger Service auch weniger zahlen.


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