Eindrücke von der E3 zum ersten Add-On für World of Warcraft
The Burning Crusade noch mitten in der Entwicklung. World of Warcraft hat mittlerweile 6,5 Millionen Abonnenten, die zum Teil sehnsüchtig auf die Erweiterung The Burning Crusade warten. Auf der E3 in Los Angeles konnte sich Golem.de einen ersten Eindruck von der kommenden Erweiterung verschaffen, die unter anderem neue Gebiete, eine Erhöhung der Levelgrenze, fliegende Reittiere und die neu vorgestellte Rasse der Draenei bieten soll.
Die beiden neuen Rassen für World of Warcraft sind jetzt endgültig bekannt. Auf der Seite der Horde finden sich die schon länger angekündigten Blutelfen, welche im Vergleich zu den anderen Horde-Rassen durch ihr attraktiveres Äußeres für mehr Balance sorgen dürften. Auf der anderen Seite hat Blizzard jetzt die Draenei als die neue spielbare Rasse der Allianz vorgestelllt. Die Draenei sind Abkömmlinge der Eredar, derselben Rasse, der auch Archimonde angehörte, welcher in dem Echtzeitstrategiespiel Warcraft III mit der Burning Legion für einige Unruhe auf Azeroth sorgte. Den Draenei gelang es jedoch im Unterschied zu den Eredar, den dämonischen Kräften zu widerstehen.
Die Geschichte der Draenei entspricht in The Burning Crusade nicht mehr ganz dem, was Kenner der Warcraft-Serie in Erinnerung haben. Auch wenn der Autor der Hintergrundgeschichte, Chris Metzen, derselbe ist, konnte er sich an Teile seiner eigenen, immerhin rund vier Jahre alten Geschichte nicht mehr erinnern(öffnet im neuen Fenster) . Dieser Schnitzer, für den sich Metzen offen entschuldigt, soll jedoch nicht allzu schlimm sein. "Obwohl die NEUE Hintergrundgeschichte das genaue Gegenteil davon ist, was im Handbuch zu Warcraft III steht, werden wir sie trotzdem beibehalten" , so Metzen. Einer der Gründe: Die neue Geschichte sei einfach besser als das, was sich Metzen vor vier Jahren einmal ausgedacht hat.
Beide Rassen bekommen jeweils eine eigene Hauptstadt spendiert, mit allem was die Spieler von den anderen Hauptstädten gewohnt sind, wie etwa Tavernen, Auktionshäuser und die Bank. Auch neue Startgebiete sollen hinzukommen, die bis Level 20 neue Quests bieten. So ist das Startgebiet der Draenei etwa nordöstlich der Küste von Kalimdor angesiedelt.
Auf der Electronic Entertainment Expo 2006 (E3) in Los Angeles hatte Golem.de die Gelegenheit, sich die Erweiterung von dem Produzenten von World of Warcraft, Jason Hutchins, vorführen zu lassen.
Die auf der E3 gezeigte Version befand sich noch immer in der Entwicklung, so zeigte Hutchins etwa einige Zonen, die jedoch noch nicht mit Gegnern vollständig gefüllt waren, aber auch die Hauptstädte der Draenei und der Blutelfen waren zu sehen, die hingegen weitgehend einen fortgeschrittenen Eindruck machten. Hutchins zeigte sich zuversichtlich, mit einem Alpha-Test noch im Sommer beginnen zu können. Ein anschließender Betatest soll auch einigen ausgewählten Spielern zur Verfügung stehen. Zugänge dafür verteilt Blizzard über die Hauskonferenz Blizzcon und andere Veranstaltungen.
Ebenfalls zu sehen war auch der neue Jewel-Crafting-Beruf, mit dem sich Spieler neue Gegenstände erstellen können. Diese sind insbesondere in Verbindung mit neuen, mit Sockeln ausgestattenen Waffen von hoher Bedeutung. Ähnlich wie etwa der Verzauberungsberuf wird auch das Jewel-Crafting ein Beruf sein, der vor allem im Endspiel einiges an Bedeutung haben wird. So lassen sich in die Sockel einzelner Waffen verschiedene magische Edelsteine ("Socketable Items") einsetzen und so nach Bedarf um zusätzliche Fähigkeiten bereichern. Die taktischen Möglichkeiten, die Socketable Items bieten, werden vermutlich eher im High-Level-Bereich angesiedelt werden, man ist sich diesbezüglich jedoch noch nicht sicher und experimentiert noch mit ihnen, so Hutchins.
Einen guten Eindruck hinterließen auf der E3 die Outlands und die Fähigkeit, erstmals fliegende Reittiere (Flying Mounts) zu benutzen. Um etwa auf Drachen reiten zu können, müssen sich die Spieler erst einmal auf einiges Hochleveln und Goldsammeln einstellen: Die Flying Mounts werden laut Hutchins erst ab Level 70 spielbar und zudem nicht ganz billig sein.
Die Outlands werden von Azeroth über das "Dunkle Portal" von Azeroth erreichbar sein. Die Region wurde zuletzt in der Warcraft-III-Erweiterung 'The Frozen Throne' von den Spielern besucht. Einmal durchschritten befinden sich die Spieler dann auf dem zerstörten Planeten der Draenei. Einzelne Teile der Landschaft sind durch die Zerstörung nur über den Luftweg zu erreichen. Es gibt jedoch auch Teile der Landschaft, die noch unberührt sind und nicht so zerworfen wurden von der brennenden Legion. So finden sich unter anderem auch Waldlandschaften in den Outlands, die eine angenehmer wirkende Atmosphäre vermitteln, wie etwa auf dem E3-Trailer(öffnet im neuen Fenster) ebenfalls zu sehen ist. Gerade in den Outlands befanden sich jedoch noch einzelne Landschaftsteile in einem frühen Arbeitsstatus.
Während die Flying Mounts und auch die Waffen mit Sockeln Golem.de bereits vorgeführt wurden, liegt dazu seitens Blizzard leider noch kein freigegebenes Bildmaterial zur Verfügung. Blizzard versucht, das Erscheinen von "World of Warcraft: The Burning Crusade" für das Ende des Jahres 2006 anzupeilen. Einen Preis für die Erweiterung konnte Blizzard auf der E3 noch nicht nennen, sie soll laut Hutchins jedoch preislich definitiv unter dem des Hauptspiels liegen.
Neben den großen Änderungen, die The Burning Crusade mit sich bringen wird, sollen noch Dungeons für kleine und große Schlachtgruppen kommen. Aber nicht nur Spieler mit der Erweiterung werden auf ihre Kosten kommen: Viele Areale können auch von Spielern ohne die Erweiterung erforscht werden, selbst Gegenstände, die beispielsweise nicht an Spieler gebunden werden, können mit Spielern ohne die Erweiterung gehandelt werden. Um zwecks Reise zu den Outlands das Dunkle Portal durchschreiten zu können, bedarf es jedoch in jedem Falle der Erweiterung. Weitere Änderungen sind bereits schon länger aus dem Schlachtplan bekannt .
Auf der E3 zeigte Blizzard auch Naxxramas, eine massive Festung, die als neuer 40-Spieler-Schlachtzug-Dungeon mit dem nächsten Content-Patch in World of Warcraft Einzug halten wird, sich hauptsächlich an Stammspieler richten und trotzdem ein paar Erleichterungen mit sich bringen soll: "Wir haben eine Menge gelernt beim Erstellen all dieser Schlachtzug-Dungeons, die Spieler wollen nicht unbedingt vier bis fünf Stunden [mit den Dungeons] verbringen. Also haben wir [Naxxramas] in handhabbare Teile unterteilt" , so Jason Hutchins. "Man kann also einen Raid in einer Nacht spielen, eineinhalb Stunden, vielleicht zwei dort in einem Flügel des Dungeons verbringen, dann ausloggen und den Fortschritt speichern und dann den nächsten Flügel [des Dungeons] angehen, bevor der Raidcounter zurückgesetzt wird" . Etwas Ähnliches konnten Spieler bereits beim Scharlachroten Kloster sehen, das jedoch bei weitem nicht so schwer ist wie die großen Schlachtzuggruppen-Dungeons.