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Spieletest: City Life - Sim City lebt weiter

Offensichtlicher Sim-City-Klon von Koch Media. Das Konzept, eine eigene Stadt zu errichten und nach und nach zu einer absoluten Metropole auszubauen, ist alles andere als neu - der Maxis-Klassiker Sim City und seine zahlreichen Fortsetzungen gehören schließlich zu den großen Erfolgsgeschichten der Computerspielgeschichte. Koch Media schickt mit City Life nun ein offensichtlich von den Maxis-Titeln "inspiriertes" Spiel in die Läden - kann das betagte Konzept aber leider kaum um wirklich neue Ideen erweitern.
/ Thorsten Wiesner
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Das meiste an City Life kommt einem bekannt vor: Eine Stadt errichten und stetig ausbauen, Fabriken platzieren, die nötige Infrastruktur bereitstellen, Dinge wie Umweltverschmutzung im Auge behalten und Steuern für den Erwerb neuer Landstriche einkassieren - prinzipiell hat man das alles schon mal gesehen. City Life versucht nun etwas mehr Variation in diesen Spielablauf zu bringen, indem man es hier nicht einfach nur mit virtuellen Pixel-Menschen zu tun hat, sondern wirklich unterschiedliche Bevölkerungsgruppen die eigene Stadt bevölkern - und die haben natürlich allesamt auch unterschiedliche Bedürfnisse.

Angefangen bei Hippies über Tagelöhner bis hin zu Schlipsträgern und Reichen sind sechs unterschiedliche Einkommens- und Einstellungsgruppen abgebildet - und da die sich nicht sonderlich gut untereinander vertragen und erst dann in die Stadt des Spielers ziehen, wenn ihnen dort etwas geboten wird, ist es natürlich wenig sinnvoll, die Villengegend direkt neben der Hippie-Kommune zu platzieren; das persönliche Wohlbefinden gerade der reicheren Bevölkerung dürfte so nicht unbedingt nach oben schnellen, so dass sie sich im Zweifelsfall erst gar nicht in der Stadt ansiedeln. Da viele allgemeine Einrichtungen allerdings von allen Gruppen gleichermaßen benötigt und genutzt werden, muss allerdings auch nicht zu viel Rücksicht auf den sozialen Hintergrund der einzelnen Grüppchen Rücksicht genommen werden; berufliche Perspektive, Gesundheit, Sicherheit und die Freizeitmöglichkeiten sind mindestens ebenso wichtig.

So versucht man, ein geschicktes Händchen etwa beim Platzieren der Schadstoff ausstoßenden Produktionsanlagen zu haben, um die Belastungen durch Umweltverschmutzung und Verkehr nicht zu groß werden zu lassen - sonst kommt es schnell auch zu Konflikten wie Demonstrationen und dergleichen unangenehmer Randerscheinungen mehr.

City Life wartet mit einer Reihe von Missionen sowie einem Endlosspiel auf; bei Letzterem baut man einfach munter drauflos an seiner Stadt herum, bei den Missionen wollen Aufgaben wie "bestimmte Bevölkerungsanzahl in vorgegebener Zeit" erreicht werden. Da vor allem das Wirtschaftssystem nicht sonderlich komplex ist, hat man allerdings nur zu Beginn ein paar Schwierigkeiten, alles in den Griff zu bekommen - später werden die Missionen dann zur Routine, da alles immer recht ähnlich abläuft und die Motivation so schnell sinkt. Ein eher unhandlicher Editor erlaubt es immerhin, noch weitere Szenarien zu basteln.

Größtenteils gelungen an City Life ist die dreh- und zoombare 3D-Optik, in der man sich seine Stadtbewohner auch aus nächster Nähe ansehen kann; die grundsätzlichen Aktionen werden allerdings in eher weniger ansehnlichen, kargen Menüs präsentiert.

City Life erscheint für PC und kostet etwa 45,- Euro.

Fazit:
Wirklich etwas hinzufügen kann City Life dem altbekannten Sim-City-Spielkonzept nicht - an den standardisierten 3D-Ansichten hat man sich bald satt gesehen, die Bevölkerungsgruppen bringen nur begrenzt zusätzlichen Spielspaß, wirklich komplex und spannend ist das Ganze nicht - und den Charme des Originals erreicht der Titel ebenfalls nicht. Wer nicht durch Sim City vorbelastet ist, dürfte trotzdem seinen Spaß mit City Life haben - eine grundsolide Städtebau-Simulation ist den Entwicklern von Monte Cristo allemal gelungen.


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