Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Spore - SimCity-Erfinder beeindruckte auf der E3

Ungewöhnliches Evolutions-Aufbaustrategiespiel mit Internetanbindung. Auf der E3 Expo zeigte SimCity-Erfinder Will Wright sein ungewöhnliches Aufbaustrategiespiel "Spore" in Aktion und begeisterte damit auch andere Spieleentwickler. In Spore wird der Spieler zum Schöpfer, er begleitet seine Kreaturen vom Einzeller über die Gründung einer Zivilisation bis hin zur Eroberung eines wachsenden Universums – dieses ist nicht nur mit computergenerierten Welten gefüllt, sondern auch mit den Schöpfungen anderer Spieler.
/ Christian Klaß
349 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)

amazon Affiliate

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

Schon bevor die Spielefachmesse ihre Pforten täglich für Presse und Fachbesucher öffnete, bildete sich vor 9 Uhr morgens eine Schlange aus Entwicklern und Standpersonal vor dem kleinen Spore-Raum am Electronic-Arts-Stand. Vor den immer wieder schubweise eingelassenen, zusammengepferchten Interessenten zeigte Will Wright sein noch in Entwicklung befindliches Spiel. "Es ist sehr schwer, es gibt so viele Level zu zeigen", klagte Will Wright und konzentrierte sich auf den Kreaturen-Editor relativ am Anfang des Spiels, zeigte das Sozialverhalten der Zöglinge und ging dann im Schnelldurchlauf durch einige Spielelemente des Weltraumzeitalters.

amazon Affiliate

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

Der gezeigte komplexe 3D-Kreaturen-Editor erlaubt es Spielern, ihre dem Einzeller- und Unterwasser-Dasein entwachsenen Lebewesen zu Landlebewesen werden zu lassen. Dabei ist die Bedienung laut Will Wright sehr einfach: Der Körper mit passender Wirbelsäule lässt sich mit der Maus wie virtuelle Knete formen – er kann rund, in die Länge gezogen oder gekrümmt sein. Schließlich werden in unterschiedlichen Ausführungen bereitstehende und modifizierbare Augen, Schlünde/Schnäbel und Gliedmaßen angepappt. An Arme und Beine kommen dann noch Krallen, Hufe, Finger oder Scheren. Zu guter Letzt werden die Schützlinge noch texturiert, wobei es Grundfarben und bis zu zwei Texturlagen gibt – etwa für Streifen.

amazon Affiliate

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

Spore-Spieler sollen so in wenigen Minuten Ergebnisse produzieren können, für die professionelle Grafiker deutlich länger bräuchten, so Wright. Ist das Design vollbracht, wird die Kreatur in die Wildnis des Planeten entlassen. Durch das Kreaturen-Design hat der Spieler festgelegt, ob es sich um einen Pflanzen-, Fleisch- oder Allesfresser handelt, wie es frisst und welche Brüll-, Blök-, Fiep- und Brunftgeräusche die Kreatur macht. Wright machte sich in seiner Spore-Demonstration mit einer Art Krabben-Elch in der Beobachterperspektive gleich auf die Jagd nach schwächeren Gliedern der Nahrungskette. Die kleineren Gegner, deren Nest geplündert werden sollte, rotteten sich aber unverhofft zusammen und bissen bzw. pieksten gemeinsam zurück. Auch eine kleine Herde von größeren Pflanzenfressern hielt zusammen.

Wright schickte seine Schöpfung also notgedrungen in Richtung der eigenen Herde bzw. des eigenen Rudels. Um das Sozialverhalten zu zeigen, ließ der Spieleentwickler die direkt gesteuerte Kreatur einen Ruf ablassen, der daraufhin von den Artgenossen beantwortet wurde. Dieses Verhalten ist wichtig für die Bildung einer sozialen Gemeinschaft – und letztlich für die Gründung einer Zivilisation in Spore. Nachdem die Nahrungsaufnahme während der zeitlich beschränkten Präsentation nicht so recht glückte, ging es an die Fortpflanzung.

amazon Affiliate

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

Nach einem kurz angedeuteten Herumwackeln bildete sich ein sichtverdeckender Staub um die beiden Liebenden – das Ergebnis der "prozeduralen Begattung" war in diesem Fall ein Nest mit Eiern und die Möglichkeit, mit verdienten Punkten Veränderungen vorzunehmen. Wright pappte ein weiteres Armpaar an seine Kreatur und verpasste ihr etwas böser dreinblickende Augen, Letztere bringen allerdings keine Vorteile, sie sind nur schmückendes Beiwerk.

amazon Affiliate

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

Aus den vor Fraßfeinden zu schützenden Eiern kommt schließlich eine Babyversion mit den neuen Attributen. Die Interaktion mit Geschwistern sorgt für soziales Verhalten, Nachahmung, Gründung einer Meute und erlaubt es letztlich auch den Babyversionen, größere Gegner anzugreifen. Das bald gemeinschaftlich ausgestoßene Geheul ("Auouuuuu auoauoauooo...") klang noch etwas niedlicher als das der Eltern. Letzlich sorgt es für Zusammenhalt der Spezies, die letztlich Rituale und Kultur ausbildet.

amazon Affiliate

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

Vom Spieler werden 15 bis 20 Kreaturen der gleichen Art gesteuert. Irgendwann schafft man es dann zum Bau eines Dorfes, dann einer Stadt, darf wieder etwas später in das Raumfahrtzeitalter aufsteigen und letztlich Raumschiffe zur Erforschung fremder Welten bauen. Ob Spieler nun Kreaturen, Häuser, Fahrzeuge oder Raumschiffe gestalten, der Editor soll immer sehr ähnlich zu bedienen sein. Mit dem Raumschiff zeigte Wright dann den Flug durch das Universum, hin zu fremden Sonnensystemen und deren Planeten. Diese lassen sich – ebenso wie ihre Bewohner – untersuchen, eine Datenbank anlegen und die Entdeckungen auswerten.

amazon Affiliate

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

Wright entführte per Traktorstrahl ein Lebewesen von einem anderen Planeten und zeigte einen Programmierfehler, mit dem man den Traktorstrahl auch zum Weitwurf der armen Opfer verwenden kann. "Wenn man es richtig anstellt, fliegen sie bis in den Weltraum", so Wright unter dem Gelächter der versammelten Zuschauer. Dies gelang aber nicht so recht, die Aufschlagstelle zierte etwas Kunstblut, dann lief das misshandelte Opfer weg. Die auf der Entdeckungsreise durch das Universum gesammelten Informationen werden in die Sporepedia in Form von Trading Cards gespeichert – auch ein Kartenspiel soll geplant sein.

Dass auch der Besuch von unbelebten Himmelskörpern ohne Atmosphäre lohnend ist, zeigte Wright auf einem Planeten, der noch nicht ganz erkaltet ist und Lavafelder aufwies. Zwischendrin stand ein Alien-Artefakt mit nicht verratener Bedeutung. Schließlich baute der SimCity-Erfinder zur Demonstration noch eine Basis auf dem toten Steinbrocken. Spannender ist aber der Besuch bewohnter Planeten, sei es, um zu siedeln, forschen, Ökosysteme auszubeuten, zu handeln oder um Krieg anzuzetteln. Dazu kommen Weltraum-, Handels-, Rettungs- und Wirtschaftsaufgaben, die einem das Spiel stellt und mit denen Punkte verdient werden können. Mit allen Objekten im Weltraum kann zudem interagiert werden.

amazon Affiliate

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

In der Präsentation wurde Wrights Raumschiff von den Eingeborenen erst wegen der technischen Überlegenheit angebetet; nachdem er aber ein Wesen per Traktorstrahl entführte, schlugen die Planetenbewohner mit Waffen und Raketen zurück. Wright wich dem Beschuss aus, zerstörte die Verteidungsanlagen und vaporisierte mit einem per Mauszeiger gesteuerten Energiestrahl die Bevölkerung der fremden Stadt. "Das war vermutlich eine schlechte Idee, ich weiß nicht wie stark sie sind. Sie werden mir den Krieg erklären, vielleicht haben sie viele Verbündete", so der Entwickler. Prompt folgte eine Kriegserklärung und der Hilferuf der eigenen Heimatwelt, auf die man jeweils mit Antwortmöglichkeiten reagieren kann.

amazon Affiliate

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

Das Universum von Spore wird zwar prozedural, also anhand von Regeln generierter Inhalte dynamisch erzeugt, doch das Spannende am Spiel ist, dass die Errungenschaften der einzeln für sich spielenden Spore-Spieler auf einem Electronic-Arts-Server gesammelt und als Abbild an die anderen Spieler verteilt werden. Jeder neue Spieler lässt das Universum wachsen – während die jeweiligen Kreaturen die Spielweise (defensiv, offensiv) der jeweiligen Spieler nachahmen, die sie erschaffen haben. Derzeit umfasst das Spore-Universum einige 1.000 Welten, die meisten davon sind automatisch generiert, einige stammen von Spielern.

amazon Affiliate

Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

Die über Server auszutauschende Datenmenge soll dabei sehr gering sein, da die Kreaturen sowie beispielsweise auch Fahrzeug- und Raumschiff-Designs durch Programmcode knapp beschrieben werden. Der Datenaustausch soll nicht nur für stetig wachsende Herausforderungen sorgen, sondern auch den Austausch interessanter Designs und erfolgreicher Kreaturen ermöglichen. Spieler können elektronische Lesezeichen setzen, wenn ihnen Inhalte von bestimmten Mitspielern besonders gefallen. Will Wright zufolge sitzen manche Stunden am Spore-Editor und gestalten neue Inhalte, 90 Prozent der Spieler würden aber lieber auf eine Datenbank mit den Kreationen anderer zugreifen und sich nur dem Strategieteil widmen.

Auf die Frage, wann denn das Spiel 2007 genau kommt, antwortete Will Wright gegenüber Golem.de, dass es nicht erst gegen Ende des Jahres erscheinen wird. Festlegen wollte er sich aber nicht. Über Plattformen wurde auch noch nicht geredet, aber da die Steuerung mit dem Mauszeiger arbeitet, wird es wohl anfangs vermutlich nur ein PC-Spiel sein. Anlässlich der E3 Expo 2006 hat EA auf der offizielen Homepage www.spore.com(öffnet im neuen Fenster) einen Quicktime-Trailer(öffnet im neuen Fenster) veröffentlicht, der einen kleinen Einblick in den Inhalt von Spore gibt.


Relevante Themen