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Mass Effect - Die Zukunft des Rollenspiels von Bioware

Grafisch opulentes Rollenspiel weiterhin nur für Xbox 360 angekündigt. Bis jetzt gibt es nicht viele Spiele, die einen Kauf der Xbox 360 unbedingt erforderlich machen – es fehlen noch bombastische Exklusivtitel. Abhilfe schaffen soll neben Gears of War und Halo 3 auch das Science-Fiction-Rollenspiel Mass Effect, mit dem Bioware den Spieler mehr an den Bildschirm fesseln will, als es bisher möglich war. Auf der E3 zeigt Bioware den aktuellen Entwicklungsstand des mit filmreifer Grafik aufwartenden Spiels.
/ Christian Klaß
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Das als Trilogie ausgelegte Mass Effect spielt in einer fernen Zukunft, in der sich die noch ungestüme Menschheit gerade in der intergalaktischen Völkergemeinschaft etabliert und erste Aufgaben zur Wahrung der galaktischen Sicherheit übernimmt. Der Spieler übernimmt dabei als erster menschlicher Agent einer Spectre (engl. für Geist/Phantom) getauften intergalaktischen Schutztruppe die Ermittlungen in einem Fall, der auf eine ernsthafte Bedrohung der Zivilisationen der intergalaktischen Gemeinschaft durch am Rand des Universums lauernde Maschinenwesen hinweisen.

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So geht es gleichermaßen darum, die Menschheit vor einer drohenden Gefahr zu bewahren, die anderen Völker von dieser Gefahr zu überzeugen und letztlich auch dafür zu sorgen, dass die Menscheit überhaupt ernst genommen wird und das Vertrauen der anderen gewinnt. Die Aktionen des Protagonisten sollen dabei jeweils ihre Auswirkungen auf das Verhalten der Umwelt, der eigenen Gruppenmitglieder und die Entwicklung der Geschichte haben.

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In welche Richtung die Konversationen gehen bzw. in welchem Tonfall diese erfolgen, wird der Spieler in Mass Effect in der Regel durch drei Auswahlmöglichkeiten entscheiden, die eher die emotionale Richtung vorgeben als den gesprochenen Text vorwegzunehmen. Man muss also nicht lange Texte lesen, auswählen und anhören, um dann erst die Reaktionen der computergesteuerten Charaktere zu erfahren. Damit soll das Spiel flüssiger vonstatten gehen und die Konversationen lebendiger wirken – zumindest bei den gezeigten Szenen versprach Bioware damit nicht zu viel.

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Auch die detaillierte Echtzeit-3D-Grafik wird laut Bioware dazu beitragen, dass das Universum, die Raumstationen, Städte, Planetenoberflächen und Bewohner von Mass Effect lebendiger wirken. Die Menschen und Nichtmenschen gehen ihrem Tagewerk nach und alles ist in Bewegung. Bei Nahaufnahmen von Gesichtern wirken sowohl Aliens als auch Menschen sehr lebendig, da sie mit Mienenspiel und subtiler bis deutlicher Körpersprache aufwarte.

Grafisch ist Mass Effect farbenfroher und eleganter als bisherige Bioware-Rollenspiele, so Jay Watamaniuk, die Spielgrafik erinnere an traditionelle Science-Fiction-Illustrationen.

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Mass Effect ist allerdings mehr als eine Ansammlung von hübschen 3D-Szenen, das Spiel verspricht einiges an spielerischem Tiefgang. Zum einen lässt sich der in der Demonstration männliche Protagonist Commander Shepard den eigenen Wünschen anpassen. Dies betrifft neben dem Geschlecht und dem Aussehen auch die Berufsklasse und den Werdegang, die jeweils eine Auswirkung auf die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, den Lösungsweg und die Reaktionen anderer haben – und so gleichzeitig genügend Anreiz zum mehrmaligen Spielen von Mass Effect geben sollen.

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Shepard stehen zwei wählbare, KI-gesteuerte Gruppenmitglieder zur Verfügung, deren Steuerung in Gefechten auch selbst übernommen werden kann. Der Computer steuert dann zwischenzeitlich den Protagonisten. Bei den Gruppenmitgliedern ist darauf zu achten, dass diese je nach persönlicher Motivation durch bestimmte Entscheidungen des Spielers negativ oder positiv reagieren. Es kann auch vorkommen, dass Teammitglieder unter dem menschlichen Kommandeur nicht mehr dienen wollen. Da die Untersuchung eines vor 50.000 Jahren erfolgten und womöglich bald erneut – diesmal auch an der Menschheit – ausgeübten Genozids viel Staub aufwirbelt, werden Shepard und seine Kollegen aber auch nicht jedem Gesprächspartner gegenüber freundlich bleiben können.

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Der Angelpunkt des Spiels ist nicht etwa die Erde, sondern die Zitadelle ("Citadel"), eine riesige zentrale Raumstation der intergalaktischen Gemeinschaft. Von hier aus fliegen Shepard und Co. mit ihrem zumindest im ersten Mass-Effekt-Teil noch nicht selbst steuerbaren Raumschiff "Normandy" los, um Planeten zu erkunden. Welche Rolle die Normandy im Orbit über einem Planeten genau spielen wird, konnte Bioware noch nicht sagen. Die Planeten können im bewaffneten Fahrzeug und auch zu Fuß durchstreift werden. Trifft das Einsatzteam dabei auf Gegner, wird in bester Third-Person-Shooter-Manier geballert und mit Granaten geworfen. Dabei ist taktisches Vorgehen wichtig, denn nicht alle Gegner lassen sich leicht ausschalten.

Im Squad-Modus wird die Szene eingefroren und der Spieler kann Anweisungen geben, wie die anderen beiden Gruppenmitglieder zu agieren haben, beispielsweise von welcher Seite aus sie flankieren, ob sie defensiv bleiben oder Sperrfeuer geben sollen. Werden keine Anweisungen gegeben, stehen die Gruppenmitglieder aber nicht nur dumm in der Gegend herum, sondern unterstützen den Spieler. Dank der zum Einsatz kommenden Physik-Engine lässt sich auch die Umgebung zum eigenen Vorteil nutzen, etwa indem Gebäudeteile zum Einsturz gebracht werden.

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Die im Spiel zu findenden Waffensysteme und Fahrzeuge lassen sich aufrüsten und somit verbessern. Außerdem gibt es Bionics, auf dunkler Energie basierende Modifikationen, mit denen Shepard selbst aufgemotzt werden kann. Im Laufe des Spiels verbessern sich die Talente und Fertigkeiten von Shepard und neue Ausrüstungsgegenstände verändern sein Erscheinungsbild im Spiel.

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Mass Effect soll 25 bis 30 Stunden Spielspaß bieten, wenn man nur die Hauptgeschichte berücksichtigt und nicht das Bereisen der vielen unerschlossenen Planeten mit einbezieht. Diese können jederzeit während der Hauptgeschichte besucht werden und halten auch mal untergegangene Zivilisationen und nützliche Technologien bereit – immerhin geht es im Spiel um Erforschen und Entdecken. Die Karte des Universums wartet mit Infos zu Sternensystemen auf und sieht bereits sehr futuristisch elegant aus.

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Weitere Inhalte will Bioware – ähnlich wie Bethesda Softworks bei 'The Elder Scrolls IV: Oblivion' – per Xbox Live anbieten. Dies beinhalte komplett neue Sternsysteme, Rüstungen und Waffen. Mass Effect ist nur der erste Teil einer Trilogie, die Geschichte wird also auch nach dem Durchspielen noch nicht zu Ende sein – Bioware denkt darüber danach, dass Spieler ihren Helden in die beiden folgenden Teile übernehmen können. Für diese hat Jay Watamaniuk auch Schiffskämpfe in Aussicht gestellt. Zum Thema Multiplayer und kooperatives Spiel wollte er noch nichts sagen, außer dass man die Möglichkeiten von Xbox Live erörtere.

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Mass Effect wurde bisher nur exklusiv für die Xbox 360 angekündigt. Auf die Frage nach einer Unterstützung von anderen Plattformen wollte Bioware aber auch nicht kategorisch ausschließen, dass dies so bleiben muss.

Noch steckt das Spiel in einer frühen Entwicklungsphase, Bioware will es in etwa einem Jahr fertig haben. Fans von Science-Fiction-Rollenspielen müssen sich also voraussichtlich noch bis zum zweiten Halbjahr 2007 gedulden.


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