Warcraft-Universum kommt auf die Leinwand
Das Fantasy-Spiel World of Warcraft ist in den letzten Jahren zu einem riesigen Online-Erfolg geworden, für den über sechs Millionen Spieler monatlich 15,- US-Dollar zahlen, um teilnehmen zu können. In der riesigen Multiplayer-Welt formieren sich die Spieler zu unterschiedlichen Gruppen und bauen nicht selten tiefe soziale Bindungen auf. Die Welt in der auch WoW spielt soll nun Grundlage für einen Kinofilm werden.
Das Warcraft-Universum sei sehr reich an Mythologie-Themen und habe damit die besten Voraussetzungen, zu einem großen Kinoerlebnis zu werden, sagte Legendary-Sprecher Thomas Tull dem US-Magazin Variety(öffnet im neuen Fenster).
Laut Paul Sams, dem Sprecher von Blizzard Entertainment, hat die Spielefirma "lange Zeit nach dem richtigen Filmstudio gesucht", um das Spiel auf die Kinoleinwand zu bringen. Sein Unternehmen hätte auch erwogen, selbst einen Autor für die Filmadaption anzuheuern, wie es Microsoft für die Umsetzung des Xbox-Spiels "Halo" getan hat. Man habe sich dann aber doch für eine direkte Kooperation mit einem Studio entschieden, erläuterte er.
Das Drehbuch zu Halo wird derzeit von Universal und Fox überarbeitet, der avisierte Filmstart im Sommer 2007 könnte sich verschieben, da es noch keinen Regisseur gibt. Über die finanziellen Details zur Warcraft-Verfilmung ist bislang nichts bekannt, aber der Halo-Deal, bei dem Universal und Fox fünf Millionen für die Rechte an Microsoft zahlten, könnte ein Richtwert sein.
Diese Summe liegt weit über einem normalen Drehbuchkauf in Hollywood. Die Rechte an der Umsetzung von erfolgreichen Spielen gelten allerdings als äußerst wertvoll, da der hohe Bekanntheitsgrad einen Misserfolg des Streifen quasi ausschließt, auch wenn die Qualität der Filme oft auf der Strecke bleibt.
"Ich arbeite seit zwölf Jahren für Blizzard. Die Hälfte dieser Zeit überlegen wir schon, ob und wie wir Warcraft in einen Film verwandeln können", so Sams. "Mit den Leuten von Legendary hat es sofort gefunkt und wir hätten uns nicht drauf eingelassen, wenn wir nicht sicher wären, dass dieser Film gemacht wird."
Sams' grundsätzliche Zweifel sind durchaus berechtigt, denn oft werden auch aussichtsreiche Filmrechte nicht umgesetzt. Den Studios, die dafür viel Geld ausgeben, geht es nach Aussage von Experten manchmal nur darum, der Konkurrenz das große Geschäft wegzuschnappen.


