Abo
  • IT-Karriere:

Interview: Ubuntu aus Dankbarkeit

Golem.de: Obwohl Ubuntu enorm erfolgreich ist, muss es sich noch immer häufig Kritik von Seiten der Debian-Entwickler gefallen lassen.

Stellenmarkt
  1. Stadtwerke München GmbH, München
  2. Berufsförderungswerk München gemeinnützige Gesellschaft mbH, München, Kirchseeon

Shuttleworth: Es gibt jetzt Millionen Leute, die ein Debian-basiertes System einsetzen, die vor zwei Jahren noch kein System auf Debian-Basis hatten. Sicherlich richten wir uns vor allem an eine spezielle Nutzerschicht und können Debian für diese optimieren. Aber wir sehen uns selbst als Teil des Debian-Universums. Wir arbeiten hart daran, dass alles, was wir machen, den Debian-Entwicklern unmittelbar zur Verfügung steht. Wenn wir ein geändertes Paket hochladen, sehen sie dies auch sofort, da wir unsere Patches jeden Tag veröffentlichen. Wir bemühen uns also, dass Debian unsere Arbeit einfach integrieren kann.

Gleichzeitig antworte ich allerdings nicht auf Forderungen, die Arbeit sowohl in Ubuntu als auch in Debian zu erledigen - das ist nicht möglich. Ich kann einem Debian-Maintainer nicht vorschreiben, was er mit seinem Paket zu machen hat und ehrlich gesagt möchte ich keinen Streit mit ihm. Wir machen Ubuntu zur besten Desktop- und Serverplattform, die wir erstellen können und dann veröffentlichen wir unsere gesamte Arbeit. Anschließend versuchen wir, mit den Debian-Entwicklern zusammenzuarbeiten, damit sie so viel unserer Arbeit integrieren können wie nur möglich.

Golem.de: Sie kommen aus Südafrika und arbeiten dort sehr an der Verbreitung freier Software. Wieso betrachten Sie Open Source als besonders wichtig für Länder wie Südafrika?

Shuttleworth: Einer der Gründe, warum ich heute hier in Wiesbaden sitze, einer der Gründe, warum ich im Weltall war, einer der Gründe, warum ich mich interessanter Projekte annehmen kann, ist die Existenz von Linux, Python und MySQL. Diese Projekte haben es mir als Geek, der in Kapstadt aufwuchs, ermöglicht, eine Webapplikation zu entwickeln, die mit den proprietären Produkten großer Firmen konkurrieren konnte. Ich konnte dies ohne Kapital und ohne eine große Organisation tun. Freie Software schafft faire Ausgangsbedingungen, durch die man auch ohne Geld und eine Firma im Hintergrund erfolgreich sein kann.

Ein Grund, warum ich Ubuntu gegründet habe, ist, dass diese Bedingungen auch in anderen Länder geschaffen werden sollten. In Ländern, in denen Talente sitzen, aber das Kapital fehlt. Ich denke, dass Open-Source-Software und eine Plattform wie Ubuntu einen wirklichen Unterschied machen, die Welt nicht nur verbessern, sondern auch spannender machen können. Ich hoffe, Ubuntu spielt dabei eine kleine Rolle und beschleunigt auch die Entwicklung neuer, aufregender Techniken.

Golem.de: Ubuntu aus Dankbarkeit?

Shuttleworth: Absolut. Wir geben gerade deshalb viel zurück an Debian, an Linux, an die Desktop-Umgebungen. Wir helfen vor allem den Desktop-Umgebungen, ihre Arbeit zu präsentieren und wollen dies in bestem Maße tun, um uns bei ihnen auch für ihre tolle Arbeit zu bedanken. Außerdem können wir die Zukunft der Desktop-Technik formen. Wir müssen nicht versuchen, Apple und Microsoft einzuholen, wir können die Führung übernehmen und die Zukunft selbst gestalten. Für mich ist es aber auch eine Investition, da ich glaube, dass wir mitbestimmen, wie sich der Desktop weiterentwickelt.

Golem.de: Was passiert in nächster Zeit in der Ubuntu-Community?

Shuttleworth: Ich kann nur verraten, dass wir in Kürze eine Zertifizierung eines großen Serverherstellers für Dapper Drake ankündigen können.

 Interview: Ubuntu aus Dankbarkeit
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5. 4


Anzeige
Top-Angebote
  1. (aktuell u. a. X Rocker Shadow 2.0 Floor Rocker Gaming Stuhl in verschiedenen Farben je 64,90€)
  2. 337,00€
  3. (u. a. HP 34f Curved Monitor für 389,00€, Acer 32 Zoll Curved Monitor für 222,00€, Seasonic...
  4. 58,90€

Trubadix 14. Mär 2007

Ich habe ein Lied über Trolle geschrieben. Soll ich es vorsingen?

MHK 18. Mai 2006

Ich finde Windows gut, sogar sehr gut. Jeden Tag einen oder mehr Rechner wieder neu für...

pirast 09. Mai 2006

er ist milliadär..

vektor2 09. Mai 2006

Dann sag mir mal wie du OpenSource und DRM unter einen Hut bringen willst! OpenSource...

star78 09. Mai 2006

wenn ein großteil der spender die einfachheit der sithbank bevorzugt ja. man will den...


Folgen Sie uns
       


Hallo Magenta und Alexa auf dem Smart Speaker der Telekom

Wetter, Allgemeinwissen, sächsische Aussprache - wir haben den Magenta-Assistenten gegen Alexa antreten lassen.

Hallo Magenta und Alexa auf dem Smart Speaker der Telekom Video aufrufen
iPad 7 im Test: Nicht nur für Einsteiger lohnenswert
iPad 7 im Test
Nicht nur für Einsteiger lohnenswert

Auch mit der siebten Version des klassischen iPads richtet sich Apple wieder an Nutzer im Einsteigersegment. Dennoch ist das Tablet sehr leistungsfähig und kommt mit Smart-Keyboard-Unterstützung. Wer ein gutes, lange unterstütztes Tablet sucht, kann sich freuen - ärgerlich sind die Preise fürs Zubehör.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. iPad Einschränkungen für Apples Sidecar-Funktion
  2. Apple Microsoft Office auf neuem iPad nicht mehr kostenlos nutzbar
  3. Tablet Apple bringt die 7. Generation des iPads

Rohstoffe: Lithium aus dem heißen Untergrund
Rohstoffe
Lithium aus dem heißen Untergrund

Liefern Geothermiekraftwerke in Südwestdeutschland bald nicht nur Strom und Wärme, sondern auch einen wichtigen Rohstoff für die Akkus von Smartphones, Tablets und Elektroautos? Das Thermalwasser hat einen so hohen Gehalt an Lithium, dass sich ein Abbau lohnen könnte. Doch es gibt auch Gegner.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. Wasserkraft Strom aus dem Strom
  2. Energie Wie Mikroben Methan mit Windstrom produzieren
  3. Erneuerbare Energien Die Energiewende braucht Wasserstoff

Rabbids Coding angespielt: Hasenprogrammierung für Einsteiger
Rabbids Coding angespielt
Hasenprogrammierung für Einsteiger

Erst ein paar einfache Anweisungen, dann folgen Optimierungen: Mit dem kostenlos erhältlichen PC-Lernspiel Rabbids Coding von Ubisoft können Jugendliche und Erwachsene ein bisschen über Programmierung lernen und viel Spaß haben.
Von Peter Steinlechner

  1. Transport Fever 2 angespielt Wachstum ist doch nicht alles
  2. Mordhau angespielt Die mit dem Schwertknauf zuschlagen
  3. Bus Simulator angespielt Zwischen Bodenschwelle und Haltestelle

    •  /