• IT-Karriere:
  • Services:

Interview: Ubuntu aus Dankbarkeit

Golem.de: Wie kam es dazu, die nächste Ubuntu-Version länger zu unterstützen?

Stellenmarkt
  1. hygi.de GmbH & Co. KG, Telgte
  2. HRI IT-Services GmbH, Berlin

Shuttleworth: Mit unseren regelmäßigen Veröffentlichungen für den Desktop haben wir enormen Erfolg. Es gibt aber viele Kunden, die Ubuntu und Kubuntu auf ihren Firmen-Desktops und ihren Servern nutzen wollen. Beide Einsatzgebiete haben unterschiedliche Anforderungen als der normale Heim-Desktop. Der Einsatz ist vor allem langfristiger, es wird viel Zeit verwendet, um eine Version zu validieren und zu zertifizieren und es dauert, bis eine Version im Einsatz ist. Somit muss die verwendete Distribution auch über einen langen Zeitraum unterstützt werden. Daher entschieden wir uns in unserem normalen Veröffentlichungsfahrplan, eine Version herauszubringen, die alle Merkmale hat, um über lange Zeit von uns Unterstützung zu bekommen. Um dies sicherzustellen, mussten wir Dapper Drake auch um sechs Wochen verschieben.

Wenn diese Enterprise-Version erschienen ist, kehren wir zu unserer ursprünglichen Veröffentlichungsstrategie zurück. Wir bringen also in kürzeren Abständen wieder neue Versionen - so lange bis wir denken, dass es Zeit für eine neue Version mit längerem Support ist.

Golem.de: Ubuntu wird eher als Community-Distribution gesehen. Wie wollen Sie Unternehmen überzeugen, es auf dem Server einzusetzen anstatt zu Distributionen zu greifen, hinter denen ganz offensichtlich eine Firma steht?

Shuttleworth: Wir empfehlen Firmen auf jeden Fall den Einsatz von Dapper, also Version 6.06 LTS, wobei LTS für "Long-Term Support" steht. Diese Version wird für IBM DB2, MySQL, PostgreSQL, VMware und weitere Serveranwendungen zertifiziert. Zusätzlich bieten wir 24/7-Telefon-Support an. Wer Ubuntu auf Servern nutzen möchte, kann also auf die ganze Palette an kommerzieller Unterstützung zurückgreifen. Einen Unterschied zu Novell und Red Hat gibt es dann nicht mehr.

Golem.de: Was wird dann in der übernächsten Version anders sein?

Shuttleworth: Edgy Eft wird vier Monate nach Dapper Drake erscheinen und viel neue Technik integrieren, kann also auch einige Kanten haben. Diese Version unterstützen wir dann auch wieder nur 18 Monate. Die Idee dahinter ist, dass Nutzer Dapper Drake nehmen sollen, wenn sie stabile und zertifizierte Systeme brauchen. Wer die neue Desktop-Technik haben möchte, soll Edgy Eft nehmen.

Mir persönlich ist eine Balance zwischen Stabilität, Robustheit und Innovation wichtig. Das ist natürlich immer ein Gegensatz, denn wenn man neue Funktionen aufnimmt, kommen auch neue Fehler in die Distribution. Bei Dapper Drake entschieden wir uns daher, uns sehr stark auf die Stabilität und Zuverlässigkeit zu konzentrieren. Dafür nahmen wir uns mehr Zeit für Qualitätstests und die Fehlerbereinigung, als wir es normal machen.

Bei Edgy Eft läuft es anders: Canonical hat den Entwicklern nicht vorgegeben, was in die Distribution einfließen soll. Stattdessen haben wir ihnen aufgetragen, die interessantesten Funktionen zu finden und diese für Edgy vorzuschlagen. Davon wählen wir dann etwa die besten 100 Ziele aus. Es kommen auf jeden Fall einige spannende Funktionen in der übernächsten Version. Beispielsweise Xen, denn Virtualisierung ist sehr wichtig. Doch wir halten es noch für zu instabil für den produktiven Einsatz. Edgy Eft ist so der richtige Ort, um damit zu experimentieren. Xgl oder AIGLX für 3D-Effekte und Transparenz auf dem Desktop werden ebenfalls in die Distribution gelangen. Gerade dies ist wichtig, um mit Windows Vista zu konkurrieren, aber auch mit MacOS X, was die Qualität der Desktop-Umgebungen angeht.

Wir wollen auch Programme für mehrere Architekturen unterstützen, so dass Anwender auch auf 64-Bit-Systemen 32-Bit-Applikationen einsetzen können, ohne zu basteln. Momentan muss man zwischen beiden Architekturen wählen und hat bei 64 Bit Probleme mit Software wie dem Flash-Player. 64 Bit ist super für Datenbanken, doch für Desktops ist es nicht geeignet, hier möchte man nicht auf 32-Bit-Software verzichten. In Edgy wird man beides ohne Umwege nebeneinander nutzen können.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Interview: Ubuntu aus DankbarkeitInterview: Ubuntu aus Dankbarkeit 
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5. 4
  6.  


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (u. a. Star Wars Episode I Racer für 1,93€, Star Wars: The Force Unleashed - Ultimate Sith...
  2. 28,99€
  3. (u. a. Borderlands: The Handsome Collection für 13,99€, Sid Meier's Civilization VI für 13...

Trubadix 14. Mär 2007

Ich habe ein Lied über Trolle geschrieben. Soll ich es vorsingen?

MHK 18. Mai 2006

Ich finde Windows gut, sogar sehr gut. Jeden Tag einen oder mehr Rechner wieder neu für...

pirast 09. Mai 2006

er ist milliadär..

vektor2 09. Mai 2006

Dann sag mir mal wie du OpenSource und DRM unter einen Hut bringen willst! OpenSource...

star78 09. Mai 2006

wenn ein großteil der spender die einfachheit der sithbank bevorzugt ja. man will den...


Folgen Sie uns
       


Golem.de baut das Makerphone zusammen (Zeitraffer)

Das Makerphone ist ein Handy zum Zusammenbauen. Kinder wie auch Erwachsene können so die Funktionsweise eines Mobiltelefons nachvollziehen.

Golem.de baut das Makerphone zusammen (Zeitraffer) Video aufrufen
IT in Behörden: Modernisierung unerwünscht
IT in Behörden
Modernisierung unerwünscht

In deutschen Amtsstuben kommt die Digitalisierung nur schleppend voran. Das liegt weniger an den IT-Abteilungen als an ihren fachfremden Kollegen.
Ein Bericht von Andreas Schulte

  1. ITDZ Glasfaserausbau für Berliner Schulen nicht mal beauftragt
  2. Digitalisierung Krankschreibung per Videosprechstunde wird möglich
  3. Golem on Edge Homeoffice im Horrorland

Pixel 4a im Test: Google macht das Pixel kleiner und noch günstiger
Pixel 4a im Test
Google macht das Pixel kleiner und noch günstiger

Google macht mit dem Pixel 4a einiges anders als beim 3a - und eine Menge richtig, unter anderem beim Preis. Im Herbst sollen eine 5G-Version und das Pixel 5 folgen.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Smartphone Google stellt das Pixel 4 ein
  2. Android Googles Dateimanager erlaubt PIN-geschützten Ordner
  3. Google Internes Dokument weist auf faltbares Pixel hin

Programmiersprache Go: Schlanke Syntax, schneller Compiler
Programmiersprache Go
Schlanke Syntax, schneller Compiler

Die objektorientierte Programmiersprache Go eignet sich vor allem zum Schreiben von Netzwerk- und Cloud-Diensten.
Von Tim Schürmann


      •  /