Interview: Linux wird immer fehlerhafter

Neue Funktionen werden laut Morton in zwei Modellen entwickelt: In Anlehnung an Eric Raymond würden bei der Basarmethode kleinere Neuerungen an die Maintainer weitergereicht, wohingegen bei der Kathedralenmethode neue Funktionen isoliert entwickelt werden. Ein Beispiel dafür sind die Virtualisierungslösungen, die in den Kernel drängen. Doch auch das schon lange auf die Aufnahme in den Kernel wartende Dateisystem Reiser4 entstand auf diesem Weg.

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"Es gibt Probleme mit Reiser4 und jemand müsste sich eingehend damit beschäftigen. Den Code prüfen und anpassen. Es ist ein schwieriges Problem, denn die Reiser-Entwickler haben viel Arbeit in ihr Dateisystem gesteckt", sagte Morton. Die Auseinandersetzungen, die es zwischen Hans Reiser und den Kernel-Entwicklern gab, kommentierte Morton einfach mit "Müll". Persönliche Probleme dürften nicht zählen, die Technik müsse im Vordergrund stehen. Daher solle man die Auseinandersetzungen vergessen und sich auf die Technik konzentrieren, um Reiser4 endlich in den offiziellen Kernel zu bekommen.

Der Hypervisor Xen - dessen Entwickler schon länger an der Aufnahme in den offiziellen Kernel feilen - wird nach Mortons Einschätzung auf jeden Fall innerhalb des nächsten Jahres in den Kernel aufgenommen. Die Xen- sowie die Kernel-Entwickler müssten den großen Code-Brocken allerdings eingehend prüfen. "Ich habe schon vor einem Jahr erwartet, dass Xen aufgenommen wird", so Morton. Dass es nicht geklappt habe, liege nicht an den Kernel-Entwicklern, sondern am Xen-Team: "Sie haben uns keinen Code geschickt und nicht genügend Ressourcen in die Anpassung gesteckt." Die Situation habe sich aber bisher nicht wesentlich geändert: "Es gab Diskussionen, ob Xen als Architektur oder Sub-Architektur integriert wird. Die sind noch nicht abgeschlossen." Die Tatsache, dass Red Hat intensiv an der Xen-Integration arbeitet, habe daran auch nichts geändert.

Laut Morton könne trotzdem ohne Probleme eine zweite Virtualisierungslösung in den Kernel gelangen. So arbeitet beispielsweise auch das OpenVZ-Projekt daran, den eigenen Quelltext fit für den offiziellen Kernel zu machen. "Ich bin mir nicht sicher, ob es sinnvoll ist, mehrere Virtualisierungsansätze im Kernel zu haben. Überhaupt wurde diese Frage noch nicht angemessen beantwortet. Doch wenn wir eine gute Schnittstelle für einen Hypervisor im Kernel haben, sollte diese auch andere Hypervisor unterstützen." Neben x86 sollten auch andere Architekturen virtualisiert werden. Auf dem Kernel Summit im Juli 2006 in Ottawa möchte Morton entsprechende Gespräche führen, um die Integration solcher Techniken voranzutreiben.

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Theo Rem 25. Apr 2008

Tatsachen sind Tatsachen, Verstaendnis wird zum Werkzeug...und Werkzeuge fuehren Traeume...

Anonymer Nutzer 10. Mai 2006

cdrecord läuft auch. Und ich schätze, dass bei den angesprochenen Problemen das...

ImmerDiesePseud... 10. Mai 2006

Diese Signatur besagt nicht, dass da etwas "voll kompatibel" ist; vielmehr sagt die...

juerfi 10. Mai 2006

Todgesagte leben länger !!!

-.- 09. Mai 2006

Vergleiche nicht OpenSource mit dem Kommunismus.



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