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Menschen vertrauen Medien, nicht der Politik oder Blogs

David Brain, Chef der PR-Agentur Edelman Europe, hielt sich zurück mit einer Bewertung, was die Vertrauenswürdigkeit von Blogs angeht, die in der Umfrage in allen Ländern das Schlusslicht belegt hatten: "Es ist noch zu früh, um überhaupt etwas über Blogs zu sagen, denn viele Menschen haben bisher noch nicht einmal das Wort gehört". Der Reuters-Journalist Schlesinger fügte an, dass es ohnehin wenig Sinn habe, von Weblogs in einem generellen Sinn zu sprechen, da es viele Millionen gebe. Er erwarte, dass es einen "Shakeout", eine radikale Verringerung gibt. Die, denen Nutzer nicht trauen, würden nicht überleben.

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Die Idee eines "Vertrauens in die Medien" insgesamt wurde aus dem Publikum in Frage gestellt. Ein britischer Journalist merkte an, dass er den Daily Telegraph lese, der in England nur "Torygraph" genannt werde, wobei Tory für die konservative Partei steht. Er sei aber gar kein Konservativer, sondern in der Lage zu verstehen, dass die Redaktion des Telegraph eine bestimmte Haltung vertrete und sie entsprechend zu "dekodieren" wisse. Insofern vertraue er der Zeitung gerade nicht, wisse aber, damit umzugehen.

Nihal Arthanayake, Musikjournalist und DJ bei der BBC, schätzte die Fragestellungen der Studie kritisch ein, vor allem in Hinsicht auf die Frage nach den Nachrichtenquellen: Wenn ich wissen will, welche Beschlüsse das Parlament heute gefasst hat, gehe ich ja auch nicht in die Kneipe und starte eine Umfrage. Das heißt aber doch nicht, dass ich den Freunden, die ich dort treffe, nicht vertraue."

David Brain von Edelman ging immerhin so weit zu sagen, dass sich die Medienlandschaft für Unternehmen durch Weblogs vollständig verändert habe. Die Zeiten, in denen man "von oben herab" Unternehmenskommunikation betreiben konnte, seien vorbei. Wer nicht in den Dialog (mit Bloggern und anderen) einsteigt, hat schon verloren". Als Beispiel zur Illustration nannte er die Site I hate Dell, über die sich Gegner der Computerfirma Dell organisieren und mit ihren Beiträgen dem Image der Firma sehr schaden.

Was das Vertrauen in bestimmte Quellen angeht, so können in Deutschland vor allem die öffentlich-rechtlichen Rundfunksender mit den Ergebnissen der Umfrage zufrieden sein. Immerhin 22 Prozent nannten die ARD spontan als "vertrauenswürdigste Quelle" für Nachrichten, gefolgt mit weitem Abstand vom ZDF (7 Prozent), n-tv/N24 (6 Prozent), RTL (4 Prozent), der Süddeutschen Zeitung (3 Prozent) und dem Spiegel (2 Prozent).

Allerdings ist Deutschland das einzige Land, in dem eine Mehrheit der Befragten (51 Prozent) nicht der Ansicht war, dass die Medien ausreichend über Themen berichten, die die Leser, Zuhörer und Zuschauer interessieren. Außerdem gaben 54 Prozent an, die Medien ließen nicht alle Seiten, die für eine Darstellung eine Rolle spielen, zu Wort kommen. Allerdings waren gleichzeitig 58 Prozent der Befragten der Meinung, dass die Medien korrekt berichten.

Die US-Firma Globe-Scan hatte mehr als 10.000 Nutzer in zehn Ländern für die Studie befragt: in Deutschland, Großbritannien, Indien, Russland, Südkorea und den USA sowie ausschließlich in städtischen Regionen von Brasilien, Ägypten, Nigeria und Indonesien. [von Matthias Spielkamp]

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Martin.Emmerich 18. Mai 2006

Auf meinem Weblog habe ich einen Artikel (s.http://blog.emmerich-consulting.net/2006/05...

Dirk Küpper 07. Mai 2006

Beispiel Fernseh: 50 bis 80 Prozent der Bilder die gezeigt werden, sind aus der Retorte...

Blogzweifler 06. Mai 2006

Eben. Vom eigenen Rechner aus eine kleine private Homepage verwalten und sie regelmäßig...

vfgfdgfd 06. Mai 2006

Schaut euch doch mal die Inhaber der großen Zeitungen, Magazine und Fernsehsender an...


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