802.11n: WLAN-Standard fällt bei Abstimmung durch
Der vom Enhanced Wireless Consortium (EWC) entwickelte Vorschlag für 802.11n stellt nur den ersten Schritt auf dem Weg hin zum IEEE-Standard dar, die Spezifikation muss noch den Ratifizierungsprozess der IEEE durchlaufen. Der Entwurf aus dem Januar 2006 sieht Bandbreiten von bis zu 600 MBit/s vor, mehr als das Zehnfache im Vergleich zu den aktuellen Standards 802.11a und 802.11g. Zugleich soll die neue Technik höhere Reichweiten erlauben.
Der Kompromissvorschlag des EWC wurde in den vergangenen Monaten in einen IEEE-Draft überführt und im März 2006 mehrheitlich angenommen. Nach einer weiteren Rückmeldungsphase samt entsprechender Kommentare ging es dann am 19. März 2006 in eine weitere Abstimmung, die 40 Tage lief. Doch die Mehrheit der abgegebenen Stimmen (47 Prozent)(öffnet im neuen Fenster) sprach sich dagegen aus, den Entwurf in die nächste Ratifizierungsphase zu überführen. Für einen Erfolg wäre eine Mehrheit von 75 Prozent nötig gewesen.
Die Deutung dieses Abstimmungsergebnisses fällt unterschiedlich aus. Es sei ein Ruf nach größeren Änderungen, wird Airgo-Networks in diversen US-Medien wie beispielsweise dem PC Advisor(öffnet im neuen Fenster) zitiert. Airgo-Konkurrent Atheros meint, ein "Nein" zu diesem Zeitpunkt bedeute nicht, dass es noch radikale Änderungen geben werde. Beide sehen durch die Ablehnung des Entwurfs den Ratifizierungsprozess nicht gefährdet, man sei weiterhin im Zeitplan, der auf eine Verabschiedung von IEEE 802.11n Mitte 2007 hinauslaufe.