Raubkopie-Studie: Hollywood verliert 6 Milliarden Dollar

Ergebnisse zweijähriger Untersuchung liegen vor

Schon seit Monaten liegt den großen Hollywood-Studios eine teure Studie vor, die erstmals weltweit alle Aspekte der Filmpiraterie beleuchten sollte. Die Ergebnisse sind allerdings derart miserabel, dass die Studios streiten, ob und wie sie veröffentlicht werden sollen. Dem Wall Street Journal liegt das Papier in Auszügen schon vor.

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Wie das Blatt berichtet, wurde die Studie von der "Movie Pictures Association of America" (MPAA) an das Beratungsunternehmen LEK Consulting bereits 2004 vergeben. Die Untersuchung kostete insgesamt drei Millionen US-Dollar und liegt seit Monaten vor. Laut dem Wall Street Journal herrscht wegen der alarmierenden Zahlen Streit in der MPAA über die Frage, ob und wie die Details veröffentlicht werden sollen. Warner und Twentieth Century Fox sollen strikt dafür gewesen sein, Disney und Paramount aber dagegen. Unentschieden seien noch Universal und Sony. Einige Studios, so das Journal, seien sogar in Angst um ihre Aktienkurse.

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Eine Sprecherin der MPAA gab dem Drängen der Zeitung nun nach und gab zumindest die Eckdaten der Studie bekannt. Demnach beläuft sich der Verlust durch Raubkopieren von Filmen in den USA im Jahr 2005 auf über 1,3 Milliarden Dollar. Die Vereinigten Staaten sind damit weit führend bei illegaler Filmbeschaffung, gefolgt von Mexiko mit 483 Millionen US-Dollar Schaden und Russland (266 Millionen) sowie Spanien (253 Millionen). Erst auf Platz vier folgt China mit 244 Millionen - Deutschland taucht in den Top 8 der Raubkopiernationen gar nicht auf.

Allein schon diese Reihenfolge wirft Fragen auf, da das Riesenreich China angeblich weniger raubkopiert haben soll als das vergleichsweise kleine Mexiko. Eine Erklärung könnte sein, dass die Studie erstmals auch illegale Downloads einschließt - das Internet ist in China nur in Ballungszentren für viele Menschen zugänglich. Insgesamt wurden für die Studie in 28 Ländern über 18 Monate hinweg Menschen befragt, teils online, teils in Telefoninterviews und auch in Fokusgruppen. Dabei soll die Studie nicht jede Kopie mit einer nicht verkaufen Eintrittskarte oder DVD gleichgesetzt haben. Die Marktforscher sollen dem Bericht zufolge ausdrücklich gefragt haben, ob die Kopiegucker sich den Streifen sonst auf legalem Weg angesehen hätten.

Neben den einzelnen Zahlen für die Länder liegt dem Wall Street Journal von einer nicht namentlich genannten Quelle auch eine Aufschlüsselung für die USA vor. Sie zeigt, dass das viel gescholtene Herunterladen aus dem Netz nicht die größte Quelle für Filmkopien ist. So sollen zwar Streifen im Wert von 447 Millionen US-Dollar aus dem Netz stammen, professionelle DVD-Kopierer hätten aber Kopien im Wert von 335 Millionen Dollar in Umlauf gebracht - und Filme im Wert von 529 Millionen Dollar stammen von Privatpersonen, welche die DVDs und VHS-Kassetten zunächst legal erworben hätten. Diese in Deutschland als "Privatkopie" genannte Praxis ist auch in den USA nur legal, wenn dabei kein Kopierschutz umgangen wird - was bei Hollywood-Filmen auf DVD aber fast immer notwendig ist.

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frei herr von... 05. Mai 2006

"zwei dinge sind unendlich die dummheit und das all..." zitat *ähem*

sttn 04. Mai 2006

Das Streben nach Macht und Reichtum sollte nicht mit dem Attribu "menschlich" versehen...

Alphawolf 04. Mai 2006

Sie machen sehr wohl Verlust. Zwar keine roten Zahlen, aber die Differenz aus legal...

vektor2 04. Mai 2006

Ja ja, rede es nur schön, dass dem Konsumenten die Freiheit, Privatkopien anzufertigen...



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