Sun kündigt Dateisystem ZFS 1.0 an

Neue NAS-Lösung und Virtual-Storage-Manager-Systeme

Das freie Dateisystem ZFS hat Sun nun in Version 1.0 angekündigt. Ab Juni 2006 soll ZFS 1.0 mit dem nächsten Solaris-Update ausgeliefert werden. Dabei handelt es sich um ein 128-Bit-Dateisystem, das laut Sun 16 Milliarden Mal mehr Speicher verwalten kann als andere Dateisysteme. Zudem soll ZFS beschädigte Daten erkennen und selbstständig reparieren. Sun hat außerdem einen neuen NAS-Server mit Opteron-Prozessor sowie zwei neue Backup-Lösungen für Mainframes vorgestellt.

Artikel veröffentlicht am , Julius Stiebert

ZFS ist ein 128-Bit-Dateisystem, das als Open Source zur Verfügung steht und laut Sun kommerziellen Dateisystemen überlegen ist. ZFS ist Teil von Solaris und soll in der nächsten kommerziellen Ausgabe von Solaris 10 enthalten sein, die im Juni 2006 erscheint. Funktionen, wie sie vom Logical-Volume-Manager und RAID bekannt sind, vereint ZFS im Dateisystem, denn es fasst physische Partitionen zu einem so genannten "Pool" zusammen. In einem Pool lassen sich dann wiederum logische Partitionen anlegen, deren Größe man auch beliebig ändern kann. ZFS bietet ebenfalls Möglichkeiten, um die Partitionsgröße automatisch zu ändern. Dadurch möchte Sun auch den Administrationsaufwand senken, der bei Dateisystemen mit extra Volume-Managern anfällt.

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Hinzu kommen Funktionen, die die Datenintegrität sicherstellen, beispielsweise eine Kombination aus Prüfsummen und Copy-on-Write-Mechanismen. Das Dateisystem soll ferner Fehler selbstständig erkennen und im Hintergrund korrigieren, so dass das System weiterläuft. Zu jedem Zeitpunkt lassen sich laut Sun Schnappschüsse des Dateisystems anfertigen, um so die Datensicherheit zu erhöhen.

Zusätzlich verspricht ZFS eine hohe Leistung, die wiederum durch Copy-on-Write-Mechanismen erzielt wird. Dynamisches Striping innerhalb eines Pools sorgt außerdem für eine höhere I/O-Geschwindigkeit und die Blockgrößen sollen je nach Last automatisch gewählt werden. Zuletzt hatte Apple Interesse an Suns Dateisystem bekundet.

Mit dem StorageTek 5320 hat Sun außerdem eine NAS-Lösung mit einem AMD-Opteron-252-Prozessor vorgestellt. Das System unterstützt iSCSI und ist WHQL-zertifiziert. Eine integrierte Anti-Viren-Software überprüft die gespeicherten Daten ständig auf Schadsoftware. Mit 2 TByte Speicher soll das System für 49.990,- US-Dollar erhältlich sein.

Die Reihe der Virtual-Storage-Manager-Systeme erweitert Sun überdies um das VSM System 4e und das VSM System 5. Dabei handelt es sich um virtuelle Band-Speichersysteme für Mainframe-Umgebungen. Die Backups werden erst in einem virtuellen Speicher abgelegt, bevor sie auf ein Band kopiert werden, was nach erstellten Regeln geschieht. Dabei wird der Speicherplatz des Bandes komplett ausgenutzt und die Zeit für Backups verringert. Während sich das VSM System 4e an kleinere Umgebungen richtet, ist das VSM System 5 für große Mainframe-Umgebungen gedacht und soll die Leistung der Vorgängerversion verdoppeln.

Die Systeme sind fehlertolerant und bieten verschiedene Funktionen, um beschädigte Daten zu reparieren bzw. wiederherzustellen. Preise für die VSM Systeme nannte Sun nicht.

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