Intel vor größter Umstrukturierung

Konzern will 1 Milliarde US-Dollar einsparen

Der weltgrößte Halbleiterhersteller Intel steht vor der größten Umstrukturierung seiner Firmengeschichte. Alle Unternehmensteile sollen genau unter die Lupe genommen werden. Dies gab CEO Paul Otellini vor Analysten bekannt.

Artikel veröffentlicht am ,

Ungewohnt deutlich und direkt gab Otellini offen zu, dass der Marktanteil von Intel seit 2002 sinkt - aber, so Otellini, an dieser Stelle sei Intel 1997 schon einmal gewesen. Mit Einführung der Core-Architektur 2006 soll es wieder aufwärts gehen, wie dies schon beim Start von Pentium und Pentium 4 geschehen sei. Neben den Marktanteilen ("MSS" in den Grafiken) hat Intel jedoch in den letzten Quartalen auch bei Umsatz und Gewinn Einbußen zu verzeichnen.

Stellenmarkt
  1. Digitalisierungskoordinator (m/w/d)
    Kunstakademie Münster, Münster
  2. Teamleiter (m/w/d) Informationsmanagement SAP BW & SAP Basis
    Radeberger Gruppe KG, Frankfurt am Main
Detailsuche

Da muss Intel nochmal durch
Da muss Intel nochmal durch
Daher will Otellini noch im Geschäftsjahr 2006 insgesamt eine Milliarde US-Dollar an Ausgaben einsparen. Auch für Investitionen sollen 300 Millionen Dollar weniger aufgewendet werden. Um das zu erreichen, will Otellini Intel "restrukturieren, neu ausrichten und in der Größe ändern".

Ob damit auch Entlassungen gemeint sind, ließ der Konzernchef nicht durchblicken. In früheren Krisen, etwa nach dem Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000, hatte Intel mit einem Einstellungsstopp und Vorruhestandsprogrammen reagiert und war dabei immer profitabel geblieben. Aktuell will sich Otellini zunächst einmal die Effizienz jeder Abteilung Intels ansehen und im dritten Quartal 2006 dann seine Entscheidungen bekannt geben. Intels Finanzchef Andy Bryant nannte bei dem Analsytentreffen aber explizit die Zahl der Mitarbeiter ("Headcount" im US-Business-Englisch) als Ansatzpunkt.

Die geplanten Produkteinführungen sollen davon nicht betroffen sein. Laut Otellini stellen bereits drei Halbleiterwerke Chips mit 65 Nanometern Strukturbreite her. Diese Fertigung wird für die Core-Architektur auch dringend gebraucht. Die Entwicklung der 45-Nanometer-Prozesse sei außerdem "im Plan", sagte Otellini. Insgesamt will man, vor allem durch Core, schon 2006 wieder Marktanteile zurückgewinnen. Mit den neuen Plattformen Viiv und vPro will Otellini schon in den ersten zwölf Monaten nach der Markteinführung jeweils eine Milliarde Umsatz erzielen - vor allem bei den Wohnzimmerrechnern mit Viiv-Logo ist das ein ehrgeiziges Ziel.

Intels Chef von Vertrieb und Marketing, Andand Chandrasekher, wurde im Anschluss an Otellinis Pläne noch konkreter: Intel habe zu hohe Lagerbestände, konnte im ersten Halbjahr 2005 zu wenige Prozessoren liefern - und sogar eine "unangebrachte Roadmap" bei den Server-Produkten gestand Chandrasekher ein. Die Übersetzung aus dem Marketing-Deutsch muss wohl lauten: Die Kunden greifen lieber zum Opteron.

Nachfrage überstieg Angebot
Nachfrage überstieg Angebot
Vor allem bei den Chipsätzen und Mainboards habe man das Ruder bereits herumgerissen. Während bei den Boards 2005 die Nachfrage immer höher gewesen sei als Intels Lieferkapazitäten, sei das schon in den ersten beiden Quartalen des Jahres 2006 umgekehrt, sagte Chandrasekher. Auch er betonte, dass man bei Desktops, Notebooks und Servern Marktanteile zurückgewinnen müsse - damit ruhen jetzt alle Hoffnungen Intels auf der Core-Architektur.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Infiltration bei Apple TV+
Die Außerirdischen sind da!

Nach Foundation wartet Apple innerhalb kürzester Zeit gleich mit der nächsten Science-Fiction-Großproduktion auf. Diesmal landen die Aliens auf der Erde.
Eine Rezension von Peter Osteried

Infiltration bei Apple TV+: Die Außerirdischen sind da!
Artikel
  1. Truth Social: Trumps soziales Netz bekommt Probleme mit Hackern und Lizenz
    Truth Social
    Trumps soziales Netz bekommt Probleme mit Hackern und Lizenz

    Hacker starten in Trumps-Netzwerk einen "Online-Krieg gegen Hass" mit Memes. Der Code scheint illegal von Mastodon übernommen worden zu sein.

  2. Krypto: NRW versteigert beschlagnahmte Bitcoin
    Krypto
    NRW versteigert beschlagnahmte Bitcoin

    Nordrhein-Westfalen hat Bitcoin im achtstelligen Eurobereich beschlagnahmt und will diese jetzt loswerden - im Rahmen einer Auktion.

  3. Rust, Deepfake, Sony, Microsoft: Konsolen-Termin für Among Us, mehr Speicher für die Xbox
    Rust, Deepfake, Sony, Microsoft
    Konsolen-Termin für Among Us, mehr Speicher für die Xbox

    Sonst noch was? Was am 22. Oktober 2021 neben den großen Meldungen sonst noch passiert ist, in aller Kürze.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Seagate SSDs & HDD günstiger (u. a. ext. HDD 14TB 326,99) • Dualsense PS5-Controller Weiß 57,99€ • MacBook Pro 2021 jetzt vorbestellbar • World of Tanks jetzt mit Einsteigerparket • Docking-Station für Nintendo Switch 9,99€ • Alternate-Deals (u. a. iPhone 12 Pro 512GB 1.269€) [Werbung]
    •  /