Schummler von "Wer wird Millionär?" präsentiert Zeta bei RTL
In der Folge von "Wer wird Millionär" vom Montag, dem 10. April 2006, schaffte es der 39-jährige Reinhold S. aus Tuntenhausen-Ostermünchen auf den "heißen Stuhl" und erspielte 64.000,- Euro. Der Fernsehsender wirft Reinhold S. nun vor, bereits im Jahr 2003 unter anderem Namen mit anderer Frisur teilgenommen zu haben. Die Teilnahmebedingungen erlauben aber nur eine einmalige Teilnahme, sein Gewinn wird S. deshalb nun nicht ausgezahlt. Reinhold S. widersprach laut Netzeitung.de(öffnet im neuen Fenster) der Darstellung von RTL, allerdings ist die Ähnlichkeit auf den veröffentlichten Bildern schon mehr als verblüffend(öffnet im neuen Fenster).
Reinhold S. arbeitet als Vertriebsleiter des deutschen Betriebssystementwicklers YellowTab, wie auf deren Website nachzulesen ist. In diesen Tagen bringt Zeta die neue Version 1.2 seines BeOS-Nachfolgers Zeta auf den Markt. Das neue Betriebssystem wird, wie auch seine Vorgängerversion, in der Verkaufssendung RTL Shop beworben – als Zeta-1.2-Präsentator trat er am vergangenen Freitag erstmals als Experte für YellowTab auf.
Auf Nachfrage von Golem.de erklärte eine RTL-Sprecherin: "Zu diesem Zeitpunkt war weder der Firma YellowTab noch RTL Shop bekannt, dass Herr S. entgegen den bei 'Wer wird Millionär?' gültigen Regeln ein zweites Mal in der Show aufgetreten ist." RTL informierte am vergangenen Sonntag erstmals über den Fall. YellowTab habe erst über die Presse von dem Vorfall erfahren, sich umgehend mit dem RTL Shop in Verbindung gesetzt und mitgeteilt, dass Herr S. für den Part des YellowTab-Experten ab sofort nicht mehr zur Verfügung stehen werde, so RTL gegenüber Golem.de
Ob YellowTab sich auf Grund des Vorfalls bei "Wer wird Millionär?" von dem Herrn trennen wird, ist bisher weder RTL noch Golem.de bekannt – von YellowTab und Reinhold S. fehlt noch eine Stellungnahme gegenüber der Redaktion. "Bei RTL Shop wird er jedenfalls nicht mehr auftreten – schon aus Gründen der Glaubwürdigkeit", so die RTL-Sprecherin gegenüber Golem.de.
Angst um YellowTab, gegen die Dritte kürzlich einen Insolvenzantrag stellten, muss man nun offenbar nicht haben: "Auf die Geschäftsbeziehungen zwischen RTL Shop und YellowTab wird der Vorfall selbstverständlich keine Auswirkungen haben. Der Geschäftsführer der Firma wird den Part des Experten im RTL Shop Studio nun selbst übernehmen", so RTL gegenüber Golem.de. Der RTL Shop ist einer der wichtigsten Vertriebspartner von YellowTab.
YellowTab-Geschäftsführer Bernd Korz sagte zwar gegenüber Golem.de nichts über seinen auftrittsfreudigen Angestellten, zeigte sich aber in Bezug auf den Fortbestand von YellowTab optimistisch: "Wir haben derzeit Gespräche mit verschiedenen Investoren und es schaut nicht negativ aus", so Korz in einer E-Mail an Golem.de.
Zudem sei Zeta 1.2 nicht mehr vergleichbar mit "irgendeinem BeOS zuvor", man habe die gesamte Benutzeroberfläche überarbeitetet, ca. 3.000 Fehler beseitigt, viele Treiber hinzugefügt (etwa für SATA) und nicht den Qualitätsansprüchen entsprechende Elemente entfernt. Generell soll Zeta damit stabiler laufen.
Nachtrag vom 24. April 2006, 23:20 Uhr:
Gegenüber Golem.de gab YellowTab-Chef Bernd Korz mittlerweile an, dass man sich von der Angelegenheit distanziert und erst heute davon Wind bekam. Reinhold S. habe bei seinem laut RTL damaligen ersten Auftreten unter anderem Namen nicht bei YellowTab gearbeitet. "Was Herrn S.' Auftreten in unserem Unternehmen angeht, so kann ich allerdings nur sagen, dass er jedesmal sehr professionell und seriös für uns aufgetreten ist und kein einziges Mal negativ auffiel", so Bernd Korz weiter.
Nachtrag vom 25. April 2006 um 12:50 Uhr:
Gegenüber der Bild-Zeitung(öffnet im neuen Fenster) hat Reinhold S. mittlerweile eingestanden, dass es sein zweiter Auftritt bei der RTL-Quiz-Show war. Beim ersten Mal habe er unter falschem Namen mitgespielt, da er schon häufig Geld bei Gewinnshows gewonnen hatte und seine Chancen zur Teilnahme verbessern wollte – dass Name und Ausweis nicht zusammenpassten, sei RTL nicht aufgefallen. Ihn habe es selbst überrascht, dass er am 10. April 2006 unter seinem richtigen Namen ein zweites Mal bei der Quiz-Show teilnehmen konnte. Reinhold S. tue das Ganze im Nachhinein "wahnsinnig leid". "Ich fühle mich, als sei eine Lawine über mich hinweggerollt. [...] Ich möchte jetzt nur meine Frau und meinen Sohn schützen. Die können ja nun wirklich nichts dafür", so der YellowTab-Verkaufsleiter gegenüber dem Boulevard-Blatt.
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