eBay in der Zwickmühle: Partner Google wird zum Rivalen
Einerseits wirbt das Internetauktionshaus massiv auf Google und weiß um die hohe technische Qualität der Google-Suchdienste – andererseits hat sich der Suchmaschinenbetreiber zu einem ernst zu nehmenden Rivalen gemausert. Wie das Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf informierte Kreise berichtet, verhandelt eBay vor diesem Hintergrund mit Yahoo und Microsoft über mögliche Partnerschaften gegen die gemeinsame Bedrohung – will zugleich aber auch das Geschäft mit Google nicht gefährden.
Als Ergebnis der Gespräche könnte eBay seine Werbeausgaben für den ausgewählten Partner erhöhen und ihm zudem Zugang zu seinen Kundendaten gewähren. Sowohl für Yahoo als auch für Microsoft sind Informationen über die eBay-Käufer begehrt. Auch eine engere technische Verzahnung der Systeme beider Seiten wäre denkbar.
Sprecher der drei Unternehmen wollten sich zu dem Thema nicht äußern. Den Kreisen zufolge könnten die Gespräche auch ins Leere laufen. Auch eine Frist sei nicht gesetzt.
Dem Bericht zufolge begannen die Gespräche von eBay mit Yahoo sowie mit Microsoft bereits im Herbst 2005. Damals zeichnete sich für eBay immer mehr ab, dass Google zu einer Gefahr zu werden drohte. 2003 kam das Beratungshaus McKinsey für eBay in einer Studie noch zu dem Ergebnis, dass Google nicht in die Geschäftssparte E-Commerce vorstoßen werde. Das hat sich seitdem geändert: Seit dem vergangenen Jahr ist wiederholt die Rede von einem Online-Bezahlsystem, das in Konkurrenz zu eBays Angebot Paypal treten könnte.
Mit Google Base startete das Unternehmen im November zudem eine Anzeigendienst, den der Suchmaschinenbetreiber zu einer Plattform für Einzelhändler ausbauen will – direkte E-Commerce-Konkurrenz für eBay. Alarmiert trafen sich laut Wall Street Journal eBay-Manager, um zu beraten, wie das Unternehmen auf die Angriffe reagieren soll. Ein schwieriges Unterfangen – denn schließlich war den Beteiligten bewusst, wie sehr eBay von Google abhängt.
Das Internet-Auktionshaus war einer der ersten Kunden für Googles suchbasierte Werbeanzeigen und gibt nach Schätzung von Experten etwa zwei Mal so viel für Google-Anzeigen aus wie für andere Suchmaschinen. Um dem drohenden Druck seitens Google zu begegnen, nahm eBay Gespräche mit Microsoft und Yahoo auf. Auf oberster Ebene hätten eBay-Chefin Meg Whitman und Microsoft-Chef Steve Ballmer über eine Zusammenarbeit gesprochen, berichtete das Wall Street Journal.
Diskutiert wurde etwa über eine stärkere Integration von Paypal in das Webangebot von Microsoft. Zugleich sprach eBay auch mit Yahoo-Vertretern über eine Kooperation, bei der es ebenfalls um Paypal ging, aber auch um eine Verknüpfung mit dem von eBay übernommenen Internet-Telefonieanbieter Skype.
Auf die eBay-Verhandlungen hat inzwischen auch Google reagiert: Im Februar habe das Unternehmen eBay ebenfalls eine engere Zusammenarbeit angeboten, hieß es. EBay müsse das Angebot ernsthaft durchdenken, sagte ein Insider dem Blatt. Schließlich sei Googles Suchtechnologie denen von Microsoft und Yahoo überlegen. Noch hält sich eBay alle Türen offen: Die Gespräche mit den drei Kandidaten dauern an.
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