Eidos belebt berühmte Serie neu. Lara Croft gehört zu den berühmtesten Videospielhelden aller Zeiten, ist gleichzeitig aber auch ein gutes Beispiel dafür, was passiert, wenn Entwickler einfach lieb- und ideenlos ihr berühmtes Franchise Jahr für Jahr neu auflegen: Die letzten Tomb-Raider-Spiele waren inhaltlich und technisch eine mittlere Katastrophe. Publisher Eidos nahm sich die herbe Kritik seitens Spielern und Fans aber letztendlich doch noch zu Herzen, beauftragte mit Crystal Dynamics (anstelle von Core) ein neues Entwicklerteam und schaffte es so tatsächlich, die totgeglaubte Amazone wiederzubeleben: "Tomb Raider Legend" erinnert an frühe Glanztage der Reihe.
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Inhaltlich führt Tomb Raider Legend den Spieler zunächst in die ferne Vergangenheit – im schönen Render-Intro muss man mitansehen, wie die kleine Lara zusammen mit ihrer Mutter in einen Flugzeugabsturz verwickelt ist und Mutti gleich danach spurlos verschwindet. Kurz darauf springt man schon wieder in die Gegenwart und lernt in einer antiken Tempelanlage in Bolivien die Steuerung kennen – auf der Suche nach einem alten Artefakt und voll der Hoffnung, dass die eigene Mutter vielleicht ja doch noch am Leben ist.
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Insgesamt ist die Story von "Tomb Raider Legend" sicherlich keine Offenbarung: Elemente diverser Geschichten, etwa der Artus-Sage oder aus Stargate entnommen, dienen als Rahmen, um Lara einmal um den Erdball zu schicken. Das Ganze funktioniert aber gut genug, um jede Reise zumindest als logisch zu erachten; und letztendlich ist das Spiel an sich so gut geworden, dass man die etwas beliebige Geschichte gerne hinnimmt.
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Im Vergleich zu den letzten Tomb-Raider-Spielen haben die Entwickler diesmal wieder den Adventure-Charakter deutlich stärker in den Vordergrund gestellt. Natürlich gibt es weiterhin Feuergefechte – immer mal wieder gerät Lara in einen Hinterhalt und muss sich dann gleich mit einer ganzen Horde von Söldnern oder Banditen rumschlagen. Diverse Pistolen, Gewehre, Granaten und eine automatische Zielerfassung lassen sie das Ganze aber immer recht bravourös meistern. Deutlich mehr Zeit beanspruchen aber die Geschicklichkeitseinlagen und Rätsel – und die gehen weit über das hinaus, was man zuletzt so geboten bekam.
Prinzipiell muss zwar immer noch recht oft das übliche Kisten-Verschieben angewandt werden, die Aufgaben an sich sind aber deutlich komplexer und die Schalter-Automatik nicht immer sofort zu durchschauen. Ein Fernglas mit einer Art Nachtsicht-Modus hilft dann dabei, maschinelle Vorrichtungen und verschiebbare Gegenstände in Höhlen oder Schluchten ausfindig zu machen und so des Rätsels Lösung näher zu kommen. Dann werden Kugeln gerollt, Bretter als Wippe zum Schleudern von Kisten genutzt, Wasser abgelassen und vieles mehr – Adventure-Fans bekommen jedenfalls das volle Programm geboten.
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Anno 2006 ist Lara übrigens nicht nur hübscher – die übertriebenen Rundungen wurden zugunsten einer attraktiven und gelungen animierten Gesamtfigur etwas entschärft – sondern auch beweglicher denn je. Fast schon wie ein Prince of Persia schwingt und rollt sie sich über Stangen und Speere, pendelt an Seilen entlang, erklimmt Vorsprünge, drückt sich von Wänden ab und kann noch so einiges mehr. Sogar zunächst kaum passierbare Passagen werden so mit der Zeit gemeistert. Trotz einiger kniffliger Momente bleibt "Tomb Raider Legend" dabei immer fair: Die Kamera stört nur selten und setzt meistens alles gut ins Bild, regelmäßige Spielstandssicherungen sorgen dafür, dass im Todesfall meist nur ein kleines Stück erneut gespielt werden muss; freies Speichern ist somit im Grunde unnötig.
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Zur Auflockerung taucht Lara auch mal durch eine geflutete Höhle oder nimmt auf einem Motorrad Platz. Letzteres spielt sich sicherlich nicht so gut wie ein Moto GP, macht aber deutlich mehr Spaß als die oft misslungenen Fahrpassagen, mit denen andere Action-Adventures aufwarten.
Gelungen ist auch die Präsentation: Die tollen Animationen wurden bereits erwähnt, vor allem Besitzer eines Highend-PCs werden zusätzlich mit traumhaft detaillierten Texturen belohnt. Auch auf Standard-PCs, Xbox und PS2 sieht das Spiel aber wirklich gut aus; die stimmungsvolle Musik und die komplett deutsche Sprachausgabe inklusive einiger wirklich witziger Kommentare überzeugen ebenfalls.
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"Tomb Raider Legend" ist für Xbox, Playstation2 und PC sowie die Xbox360 erhältlich; letztere Version lag uns allerdings nicht vor. Das Spiel hat eine USK-Freigabe ab 16 Jahren.
Fazit: Lara ist zurück – und wie: "Tomb Raider Legend" wartet endlich wieder mit den Qualitäten auf, die einst den ersten Teil auszeichneten. Im Stile eines Indiana Jones werden mysteriöse Tempel, Höhlen und Landschaften erkundet, intelligente Rätsel gelöst, knifflige Geschicklichkeitspassagen überstanden und nebenbei noch einige menschliche und tierische Bösewichte erledigt – das Ganze verpackt in eine tolle Präsentation und mit einer Prise Humor versehen. Kurzum: Die Überraschung ist geglückt; ein derart gutes Spiel hätte wohl kaum noch jemand unter der Tomb-Raider-Lizenz erwartet.