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GeForce Go 7900 - Highend-Grafik für Notebooks

Höchstleistung bei bis zu 45 Watt Leistungsaufnahme. Nvidia hat seine schnellsten Grafikprozessoren mobilisiert. Die Modelle GeForce Go 7900 GTX und 7900 GS sollen die derzeit schnellsten Notebook-GPUs sein, der Stromverbrauch erreicht jedoch auch Spitzenwerte.
/ Nico Ernst
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Gedacht sind die neuen Grafikchips folglich auch nicht für Business-Anwender, die mit ihrem Notebook Tag für Tag fernab jeder Steckdose arbeiten müssen. Die GPUs eignen sich vielmehr für Spieler, die keine Desktop-Systeme mehr mit zu Turnieren schleppen wollen, oder für private Anwender, deren Blechkasten-PC durch ein Notebook ersetzt werden sollen, was dann "Desktop Replacement" genannt wird.

Die neuen Grafikprozessoren sind wie ihre Desktop-Pendants in 90 Nanometern Strukturbreite hergestellt. Das allein drosselt den Strombedarf, sie sind jedoch zusätzlich noch deutlich geringer getaktet. So kommt der GeForce Go 7900 GTX mit einem effektiven Chip- und Speichertakt von 500 bzw. 600 MHz daher, während er auf PCIe-Steckkarten im stationären Rechner 650 bzw. 800 MHz erreichen darf. Das neue Top-Modell unter Nvidias mobilen GPUs verfügt aber mit 24 Pixel-Shadern und 8 Vertex-Einheiten über gleich viele Rechenwerke wie der immobile 7900 GTX. Dennoch zieht der neue Notebook-Grafikchip bis zu 45 Watt aus Akku oder Steckdose und ist damit wohl vor allem auf Schreibtischen und nicht auf dem Schoss von Anwendern anzutreffen.

Deutlich interessanter erscheint da der nur 20 Watt benötigende 7900 GS. Er ist mit 20 Pixel- und 7 Vertex-Einheiten nur leicht schwächer ausgestattet, aber mit 375 bzw. 500 MHz effektivem Takt für Chip- und Grafik-Speicher deutlich langsamer angetrieben. Dafür erreicht er unter Last aber laut Nvidia nur eine typische Leistungsaufnahme von 20 Watt, weniger als die Hälfte des Spitzenmodells. Dass der GS darüber hinaus nur 256 MByte Grafikspeicher ansprechen kann, gegenüber 512 MByte beim GTX, ist auch noch zu verschmerzen.

Bei der Auswahl eines Notebooks ist auch darauf zu achten, welcher Grafikspeicher verwendet wird. Die neuen mobilen GPUs können von herkömmlichem DDR2-Speicher bis zu GDDR1 und GDDR3 alle gebräuchlichen Typen über einen 256 Bit breiten Bus ansteuern. Nur mit GDDR3 sind sie aber besonders schnell. Die weiteren Features der neuen Mobil-GPUs – wie PureVideo und Support für Shader Model 3.0 – entsprechen den Desktop-Chips.

Das Interface zum Chipsatz ist bei allen Bauformen des GeForce Go PCI-Express mit 16 Lanes. Den Notebook-Herstellern steht es frei, GPUs und Speicher auf dem Mainboard des Rechners zu integrieren oder Nvidias MXM-Module zu verwenden, die als wechselbare Grafikkarten im Notebook dienen – Upgrades sind jedoch nur selten zu haben, da auch der Rest eines Notebooks sich schnell weiterentwickelt. Die Herstellung von Aufrüst-Karten im MXM-Format lohnt sich für die Firmen kaum.

Je nach Bauform der Grafiklösung dürfen die Notebook-Designer auch die Taktfrequenzen der GPU und deren Speicher variieren – auch darauf gilt es beim Kauf zu achten. Nvidia stellt seinen direkten Kunden auch frei, die generischen Grafiktreiber zuzulassen. Notebook-Hersteller, die das nicht wollen, werden über eine Liste in den Treiberdateien gesperrt. Wer solch ein Notebook erwischt hat, muss sich mit inoffiziellen Lösungen wie den Omega-Treibern behelfen.

Wie bei einem neuen Highend-Grafikchip üblich will Nvidia seinen Konkurrenten ATI bei der Rechengeschwindigkeit deutlich schlagen. Nach hauseigenen Benchmarks ist der GeForce Go 7900 GTX im synthetischen 3DMark05 immerhin 14 Prozent schneller als der Radeon Mobility X1800XT, im 3DMark06 soll die neue Nvidia-GPU sogar 30 Prozent mehr Bilder pro Sekunde liefern. Merkwürdig an diesen Ergebnissen, die Nvidia gegenüber Journalisten äußerte, ist nicht nur, dass echte Spiele-Benchmarks fehlen. So wurde für das Notebook mit ATI-Grafik ein Pentium M von 2,13 GHz auf 2,45 GHz übertaktet, während das Nvidia-Modell mit einem Core Duo bei 2,16 GHz arbeitete. Da der 3DMark06 stark von Dual-Core-Prozessoren profitiert, sich ein solcher aber nur im Nvidia-Notebook fand, könnten die Messergebnisse darauf zurückzuführen sein. Über die Osterfeiertage konnte Nvidia auf diese Fragen keine Antworten liefern.

Laut Nvidia werden die neuen GPUs ab sofort an Notebook-Hersteller ausgeliefert – eine SLI-Lösung wurde jedoch noch nicht angekündigt. Nvidia nannte explizit Dell und Toshiba als Firmen, welche die GeForce Go 7900 verbauen wollen, in den Präsentationen tauchten jedoch auch Acer-Modelle auf. Mit weiteren Ankündigungen und Preisen für die neuen Highend-Notebooks ist in den nächsten Tagen zu rechnen.


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