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MIT-Forscher bauen Akkus aus Viren

Nano-Strukturen durch Genmanipulation. Auf der Suche nach feineren Strukturen für die Zellen eines Akkus sind Wissenschaftler des MIT (Massachusetts Institute of Technology) auf eine ausgefallene Methode gestoßen. Sie verwenden Viren, die sich selbstständig zu einem Pol des Akkus anordnen.
/ Nico Ernst
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Statt wie bisher die beiden Pole (Anode und Kathode) eines Akkus mechanisch zu formen, überließen die Wissenschaftler dies genetisch manipulierten Viren. Die Proteinhülle der Mikroben wurde so verändert, dass sich daran Moleküle aus Kobalt-Oxid und Gold anlagerten.

Da die Viren selbst negativ geladen sind, lagern sie sich an einem dünnen, positiv geladenen Film an und bilden so die Anode des Akkus. Wie die Kathode hergestellt wurde, ist nicht bekannt. Es ist aber davon auszugehen, dass der Ladungsgehalt in der Batterie besonders hoch ist: Die Viren bilden dünne Leitungen, die nur acht Nanometer dick sind. Dies soll die Energiedichte um den Faktor zwei bis drei gegenüber herkömmlichen Lithium-Ionen-Akkus steigern.

Als Einsatzgebiete für die neue Technologie sehen die Wissenschaftler insbesondere sehr kleine Akkus, von der herkömmlichen Knopfzelle bis zur Größe eines Reiskorns seien die Virusakkus denkbar, so das MIT. Die Forscher machten noch keine Angabe, welche Art von Viren sie verwendet haben. Der vollständige Bericht zu den Experimenten findet sich in der April-2006-Ausgabe der Zeitschrift "Science".


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