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SAP: Betriebsratsgründung beschlossen

Softwarekonzern bekommt nun doch einen Betriebsrat. Nachdem drei Mitarbeiter von SAP, unterstützt durch die IG-Metall, drohten, die Gründung eines Betriebsrats per Gericht durchzusetzen, kam SAP dem nun zuvor und rief seinerseits die Mitarbeiter auf, einen Betriebsrat zu gründen – und diese entschieden sich dafür, anders als noch beim entsprechenden Aufruf der drei von der Gewerkschaft unterstützten Mitarbeiter.
/ Jens Ihlenfeld
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Die IG Metall titelt auf ihrer eigens eingerichteten Website(öffnet im neuen Fenster) : "Geschafft: Die SAP AG bekommt einen Betriebsrat" , räumt aber ein, dass es trotz der Entscheidung für einen Betriebsrat wohl keinen Meinungsumschwung oder gar einen "Gesinnungswandel" bei den Mitarbeitern des Walldorfer Konzerns gegeben hat.

Am 2. März hatten sich 91 Prozent von 5.632 Anwesenden gegen die Wahl eines Wahlvorstandes und damit indirekt gegen einen Betriebsrat ausgesprochen. Anders am 30. März: Das neunköpfige Wahlvorstand erhielt 65 bis 83 Prozent der Stimmen von insgesamt 3.233 anwesenden SAP-Mitarbeitern.

Die Abstimmung über den Wahlvorstand ging dabei vom SAP-Management aus, das mit dem Schritt verhindern wollte, dass das Arbeitsgericht Mannheim zwangsweise einen Wahlvorstand einsetzt. SAP will auf diesem Wege wohl den Einfluss der IG Metall einschränken.

Für SAP ist dies ein grundlegender Umschwung, denn bislang gab es in dem Konzern eben keinen Betriebsrat, die Mitbestimmung der Mitarbeiter erfolgt ausschließlich über die Arbeitnehmer-Vertreter im Aufsichtsrat. SAP-Vorstand sowie Aufsichtsrat und Gründer des Unternehmens hatten sich zuvor noch vehement gegen einen Betriebsrat ausgesprochen. Jetzt kommt es wohl darauf an, wer in den 37-köpfigen Betriebsrat gewählt.


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