Computer sollen gesunden Menschenverstand entwickeln
Am MediaLab des MIT forscht man schon seit dem vergangenen Jahr an einer riesigen Mindmap(öffnet im neuen Fenster) . Die dabei meist grafisch dargestellten Zusammenhänge zwischen Worten werden zur Veranschaulichung von Begriffen benutzt. So ist etwa die Aussage, alle Kinder seien jünger als ihre Mütter, stets wahr. "Alle Vögel können fliegen" stimmt aber nur bedingt: Pinguine und verletzte Vögel können nicht fliegen.
Diese einfachen Beispiele zeigen, wie komplex das Verstehen der Welt ist - und genau das wollen die Wissenschaftler jetzt Computern beibringen. Dabei soll die Internetgemeinschaft helfen. Auf der Website(öffnet im neuen Fenster) des Projekts "GlobalMind" lässt sich eine Datenbank füttern; den besten Computerlehrern winken dabei Preise.
Diese Datenbank steht Firmen und Forschern lizenzfrei zur Verfügung. Neben dem schon länger existierenden Format für die englische Sprache hat Toshiba jetzt Ressourcen zur Verfügung gestellt, mit denen sich auch japanische Begriffe und deren Beziehungen zu englischen Zusammenhängen herstellen lassen. Weitere geplante Sprachen, welche die MindMap erfassen sollen, sind Koreanisch, Spanisch und Mandarin.
Interessant finden die MIT-Wissenschaftler dabei die kulturellen Unterschiede. Die Datenbank soll dabei Computern helfen, nicht nur in einer Kultur quasi zu denken, sondern eben einen globalen, gesunden Menschenverstand zu entwickeln. Bisher steht man jedoch noch ganz am Anfang: Nach Angaben des MIT hat man seit dem Start eines Vorgängerprojekts im Jahr 2000 von 20.000 Benutzern über 800.000 Zusammenhänge erfasst. [von Nico Ernst]