EU droht Microsoft mit Verkaufsverbot für Vista
Es wäre dumm von Microsoft, eine Software zu entwickeln, die nicht dem europäischen Wettbewersrecht entspricht, sagte die EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes dem Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster) . Ihre Bedenken habe sie in der letzten Woche auch Microsoft-Chef Steve Ballmer in einem Brief mitgeteilt. Die EU ist besorgt, mit Vista könnte es die gleichen Probleme geben wie mit Windows XP heute, über das Kommission und Softwarehersteller schon seit Jahren streiten.
Microsoft wollte die Vorwürfe gegenüber dem Wall Street Journal nicht kommentieren. Man wisse nichts über einen entsprechenden Brief, wird Microsoft-Sprecher Tom Brookes zitiert.
Die Europäische Kommission ist vor allem über Microsofts Pläne im Bereich der Internetsuche besorgt. Der Internet Explorer 7 wird - wie auch andere Browser heute - ein spezielles Suchfeld mitbringen. Die hier voreingestellte Suchmaschine soll sich aber ändern lassen, betont Microsoft.
Zudem habe sich der Hersteller von Sicherheitssoftware Symantec besorgt darüber geäußert, Microsoft könnte eine Anti-Viren-Software in Windows integrireren. Microsoft hingegen verneint solche Pläne, mit Windows Defender wird Vista aber zumindest eine Software enthalten, die Systeme vor Spyware schützen soll.
Im Februar haben sich zudem IBM, Sun und Oracle an die Kommission gewandt: Sie fürchten, Microsoft könne weitere Funktionen fest in Vista integrieren, beispielsweise eine Digital-Rights-Management-Software, mit der Nutzer den Zugriff auf einzelne Dokumente wie Briefe oder PowerPoint-Präsentationen sperren könnten. In der Folge könnten diese Dokumente nur noch mit Software von Microsoft geöffnet und bearbeitet werden.
Noch hat Neelie Kroes aber nicht entschieden, ob eine formale Untersuchung gegen Microsoft wegen Vista eingeleitet wird.



