Interview: Transparency hat ein Blog-Problem

Netzeitung: Hätten Sie gedacht, dass ausgerechnet Transparency International ein solches Schreiben schicken würde?

Stellenmarkt
  1. DevOps Engineer (m/f/d)
    enote GmbH, Berlin
  2. IT Engineer (d/m/w) Equipment Integration
    OSRAM Opto Semiconductors Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Regensburg
Detailsuche

Moni: Natürlich hätte ich das nicht gedacht. Transparency International ist eine Organisation, die sich der Ethik und Integrität verschrieben hat und die auf ihrer Webseite selbst damit wirbt, dass sie sich gegen konfrontatives Vorgehen einsetzt. In diesem Sinne hätte ich vermutet, dass man - falls man überhaupt Anstoß am Ausdruck meiner Meinung nimmt - Verbindung zu mir aufnehmen würde, um die Meinungsverschiedenheit in einem Gespräch zu klären.

Ehrlich gesagt hätte ich aber sogar erwartet, dass man eine kritische Meinungsäußerung gar begrüßen könnte, denn immerhin befürwortet Transparency International - wie man ebenfalls auf ihrer Webseite lesen kann - ausdrücklich das Whistleblowing.

Netzeitung: Wie kamen Sie auf die Idee, ein Anti-Transparency-Posting zu verfassen. Haben Sie später bereut, in welchem Ton es geschrieben war?

Moni: Die Idee, dieses Posting zu verfassen, entstand aus meiner persönlichen Enttäuschung über die Verhaltensweise gerade dieser Organisation in Zusammenhang mit der Kündigung einer Freundin, die ich seit 13 Jahren kenne und deren Aussagen ich voll vertraue. Zur zweiten Frage: Ich habe nicht bereut, in welchem Ton ich den ursprünglichen Beitrag verfasst habe, denn nach wie vor finde ich daran nichts zu beanstanden.

Dass ich der Aufforderung des Justitiars und Ethikbeauftragten nachgekommen bin, den Beitrag zu löschen, hatte vielerlei Gründe: finanzielle, de-eskalierende (das hat ja nicht funktioniert) und zeitliche, da es mir die Fristsetzung über das Wochenende bis Mitternacht am Sonntag erschwerte, auf konventionellem Weg Rechtsbeistand einzuholen.

Netzeitung: Ihr Blog hat durch den Vorfall enormen Zulauf erhalten, der Begriff Transparency steht auf der Technorati-Blogger-Liste auf Platz 1, über 200 Blog-Postings sind zum Thema inzwischen verfasst worden. Hätten Sie diese Resonanz erwartet? Können Blogger Mediendruck ausüben?

Moni: Ich habe erwartet, dass die Gemeinschaft der Blogger die Verfahrensweise von Transparency Deutschland nicht goutieren wird. Mit einer derart starken, schnellen und internationalen Resonanz konnte ich aber natürlich nicht rechnen, zumal meine Besucherzahlen im Blog am Wochenende normalerweise geringer sind als an Wochentagen.

Die Frage nach den Bloggern und dem Mediendruck ist eine komplexe Angelegenheit, die momentan in vielen Weblogs besprochen wird. Ich denke, eine Bestandsaufnahme über diese Frage wird man vielleicht aufnehmen können, wenn sich die Lage etwas beruhigt hat.

Netzeitung: Wir bedanken uns für das Gespräch.

Transparency International nimmt derzeit zu dem Vorfall keine Stellung und hat eine Pressemitteilung zum Thema zurückgezogen. Moni hat inzwischen den bloggenden Anwalt Udo Vetter mit ihrer Vertretung beauftragt. [von Ben Schwan]

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Interview: Transparency hat ein Blog-Problem
  1.  
  2. 1
  3. 2


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Apple
Macbook-Nutzer berichten über gesprungene Displays

Zahlreiche Besitzer von Macbooks mit M1-Chip berichten über plötzlich gesprungene Displays - Apple geht von Fremdverschulden aus.

Apple: Macbook-Nutzer berichten über gesprungene Displays
Artikel
  1. Gesetz tritt in Kraft: Die Uploadfilter sind da
    Gesetz tritt in Kraft
    Die Uploadfilter sind da

    Ab sofort haften große Plattformen für die Uploads ihrer Nutzer. Zu mehr Lizenzvereinbarungen hat das bei der Gema noch nicht geführt.
    Ein Bericht von Friedhelm Greis

  2. Mercedes-Benz: Daimler rechnet mit Abbau von Arbeitsplätzen durch E-Autos
    Mercedes-Benz
    Daimler rechnet mit Abbau von Arbeitsplätzen durch E-Autos

    Mehr Elektroautos bei Daimler bedeuten nach Ansicht der Chefetage weniger Arbeitsplätze. Grund sei der einfachere Einbau eines Elektromotors.

  3. VW, BMW, Daimler: Jedes sechste Elektroauto ist von deutschem Hersteller
    VW, BMW, Daimler
    Jedes sechste Elektroauto ist von deutschem Hersteller

    Das Elektroauto gewinnt an Fahrt bei den deutschen Herstellern und Autokäufern. Bei Angebot und Nachfrage dominiert China.

Bloglieber 31. Mär 2006

Wieso haben die die Bloggerin abgemahnt? Einfacher wäre es doch gewesen, einfach den...

werwilldaswissen 29. Mär 2006

Wenn du dir die anderen Artikel dazu ansiehst (z.B. von der Süddeutschen): Die...

.. 29. Mär 2006

Falsch. Die meisten Unternehmen sind auf Gewinn ausgerichtet. Es gibt aber auch eine...

foreach(:) 29. Mär 2006

nun durch ihr konfrontatives Vorgehen hat sie sich den unmut von Transparency...

Subby 28. Mär 2006

und Blogger können in der Hinsicht einen riesigen Mediendruck aufbauen. Ist noch garnicht...



Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Schnäppchen • Acer XB323UGP (WQHD, 170Hz) 580,43€ • Acer XV340CKP (UWQHD, 144 Hz) 465,78€ • Razer BlackShark V2 + Base Station V2 Chroma 94,98€ • Mega-Marken-Sparen bei MM • Saturn: 1 Produkt zahlen, 2 erhalten • Alternate (u. a. AKRacing Core EX-Wide SE 248,99€) • Fallout 4 GOTY 9,99€ [Werbung]
    •  /