Suchmaschinenpionier Flaherty verstorben
Wäre die Welt etwas gerechter, würde die Menschheit den Namen Paul Flaherty mindestens genauso gut kennen wie den der Google-Gründer und Milliardär-Promis Sergey Brin und Larry Page. Schließlich hatte Flaherty die Idee für eine allumfassende Websuche, mit der Google später zum Megakonzern aufstieg. Das war bereits 1995 – Jahre bevor Brin und Page ihre Firma überhaupt gestartet hatten.
Paul Flaherty arbeitete damals im kalifornischen Palo Alto als Forschungsingenieur bei der Firma Digital Equipment Corporation(öffnet im neuen Fenster) (DEC), die zahlreiche Meilensteine der Computergeschichte setzte. Zusammen mit zwei weiteren Forschern beschloss er, eine Software zu schreiben, die das gesamte und damals noch vergleichsweise kleine World Wide Web durchsuchen sollte.
Wenige Monate darauf war AltaVista(öffnet im neuen Fenster) fertig, wie DEC das Projekt nannte, was übersetzt für "Sicht von oben" steht: Die Suchmaschine ging online und beantwortete bereits wenige Wochen später Millionen von Suchanfragen. In der Tat hatte AltaVista im frühen Web zusammen mit Konkurrenten wie Hotbot oder Webcrawler die Position, die Google heute hält. Populär war später auch der dazugehörige Übersetzungsservice Babelfish. Insgesamt 61 Suchpatente gehören AltaVista.
Leider hat die Geschichte der nachfolgenden AltaVista-Jahre kein Happy End: DEC wurde vom Computerhersteller Compaq geschluckt, den sich später wiederum Hewlett-Packard einverleibte. Der Versuch, als eigenständige Firma zu bestehen, brachte den Anbieter ebenso wenig finanziell voran wie der Versuch, AltaVista an die Börse zu bringen, der kurz vor der Dotcom-Krise abgebrochen werden musste.
Auch der Ausflug ins Portalgeschäft endete mit einer Rückbesinnung auf alte Werte: die gute und bewährte Textsuche. AltaVista existiert jedoch auch heute noch – der Suchtreffer-Werbevermarkter Overture schnappte sich Webadresse samt Technik. Overture ist inzwischen Teil des Portalbetreibers Yahoo.
AltaVista-Erfinder Paul Flaherty starb bereits am 16. März 2006 im Alter von erst 42 Jahren an einem Herzinfarkt, wie seine Familie mitteilte. Er hinterlässt seine Frau Natasha, seine Eltern und vier Brüder. In den letzten Jahren arbeitete er als Chef der Produktentwicklung bei einer Telekommunikationssoftware-Firma im Silicon Valley. AltaVista verließ er 2000.