Suchmaschinenpionier Flaherty verstorben

Paul Flaherty war Hauptentwickler der Suchmaschine AltaVista

Paul Flaherty, einer der Hauptentwickler des Google-Vorgängers AltaVista, ist im Alter von 42 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben. Ohne ihn gäbe es wohl keine modernen Suchmaschinen.

Artikel veröffentlicht am , nz

Wäre die Welt etwas gerechter, würde die Menschheit den Namen Paul Flaherty mindestens genauso gut kennen wie den der Google-Gründer und Milliardär-Promis Sergey Brin und Larry Page. Schließlich hatte Flaherty die Idee für eine allumfassende Websuche, mit der Google später zum Megakonzern aufstieg. Das war bereits 1995 - Jahre bevor Brin und Page ihre Firma überhaupt gestartet hatten.

Paul Flaherty arbeitete damals im kalifornischen Palo Alto als Forschungsingenieur bei der Firma Digital Equipment Corporation (DEC), die zahlreiche Meilensteine der Computergeschichte setzte. Zusammen mit zwei weiteren Forschern beschloss er, eine Software zu schreiben, die das gesamte und damals noch vergleichsweise kleine World Wide Web durchsuchen sollte.

Wenige Monate darauf war AltaVista fertig, wie DEC das Projekt nannte, was übersetzt für "Sicht von oben" steht: Die Suchmaschine ging online und beantwortete bereits wenige Wochen später Millionen von Suchanfragen. In der Tat hatte AltaVista im frühen Web zusammen mit Konkurrenten wie Hotbot oder Webcrawler die Position, die Google heute hält. Populär war später auch der dazugehörige Übersetzungsservice Babelfish. Insgesamt 61 Suchpatente gehören AltaVista.

Leider hat die Geschichte der nachfolgenden AltaVista-Jahre kein Happy End: DEC wurde vom Computerhersteller Compaq geschluckt, den sich später wiederum Hewlett-Packard einverleibte. Der Versuch, als eigenständige Firma zu bestehen, brachte den Anbieter ebenso wenig finanziell voran wie der Versuch, AltaVista an die Börse zu bringen, der kurz vor der Dotcom-Krise abgebrochen werden musste.

Auch der Ausflug ins Portalgeschäft endete mit einer Rückbesinnung auf alte Werte: die gute und bewährte Textsuche. AltaVista existiert jedoch auch heute noch - der Suchtreffer-Werbevermarkter Overture schnappte sich Webadresse samt Technik. Overture ist inzwischen Teil des Portalbetreibers Yahoo.

AltaVista-Erfinder Paul Flaherty starb bereits am 16. März 2006 im Alter von erst 42 Jahren an einem Herzinfarkt, wie seine Familie mitteilte. Er hinterlässt seine Frau Natasha, seine Eltern und vier Brüder. In den letzten Jahren arbeitete er als Chef der Produktentwicklung bei einer Telekommunikationssoftware-Firma im Silicon Valley. AltaVista verließ er 2000.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


jokesoft 29. Mär 2006

*lach* Denk' dir nichts dabei, über so einen Humor kann nur jemand lachen, der schon mal...

oracle 29. Mär 2006

... Suchmaschinenoptimierer.

Verstand 28. Mär 2006

Um ganz ehrlich zu sein sind meine Gedanken bei seiner Frau und seiner Familie. 42 ist...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Bauernproteste
Wie KI-Inhalte das politische Klima verändern

Über das gesamte politische Spektrum werden mittlerweile KI-generierte Inhalte genutzt. Warum sind sie so populär und welche Folgen hat das?
Von Johannes Hiltscher

Bauernproteste: Wie KI-Inhalte das politische Klima verändern
Artikel
  1. Massenverkäufe: Teslas sind nicht mehr Hertz' Sache
    Massenverkäufe
    Teslas sind nicht mehr Hertz' Sache

    Der Autovermieter Hertz trennt sich von Teilen seiner Tesla-Flotte und anderen Elektroautos und setzt stattdessen auf Verbrennerfahrzeuge.

  2. Kritische Webseite tyrannisiert: Ebay zahlt 3 Millionen US-Dollar für bizarre Einschüchterung
    Kritische Webseite tyrannisiert
    Ebay zahlt 3 Millionen US-Dollar für bizarre Einschüchterung

    Ehemalige Ebay-Mitarbeiter bedrängten die Herausgeber einer unternehmenskritischen Webseite. Es ging um die Zusendung lebendiger Kakerlaken und eine blutige Schweinemaske.

  3. Future Racing Cable: Modulares USB-Kabel lädt 240 Watt und überträgt 40 GBit/s
    Future Racing Cable
    Modulares USB-Kabel lädt 240 Watt und überträgt 40 GBit/s

    Auf Indiegogo verspricht der Hersteller, dass kein anderes USB-Kabel mehr gebraucht wird. Schließlich sei das Future Racing Cable vielseitig.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    • Daily Deals • Lenovo 34" 21:9 Curved WQHD 299€ • ASRock RX 7900 XTX 1.039,18€ • War Hospital 21,59€ • Amazon-Geräte -50% • Acer 34" OLED UWQHD 175Hz 999€ • PS5 + Spider-Man 2 569€ • AMD Ryzen 9 5950X 379€ • Switch-Controller 17,84€ • AOC 27" QHD 165Hz 229€ • 3 Spiele für 49€ [Werbung]
    •  /