GEMA: Musikautoren bleiben online außen vor
Gegen die negativen Trends im Musikmarkt und Musikgeschäft sei man im zurückliegenden Jahr in der Lage gewesen, gute wirtschaftliche Ergebnisse zu erzielen. Die Ertragssteigerung stünde allerdings im krassen Missverhältnis zum nach wie vor rasanten Anstieg der Musiknutzungen in allen Bereichen, so die GEMA.
Die Gesamterträge der GEMA für das Jahr 2005 liegen bei 852,2 Millionen Euro und damit 46,0 Millionen Euro oder 5,7 Prozent über dem Vorjahr. Davon benötigt die GEMA allerdings 14,12 Prozent, um die eigenen Kosten zu decken, 731,9 Millionen Euro wurden an die Rechteinhaber in Deutschland und in aller Welt ausgeschüttet. Rund 170 Millionen Euro davon wurden für andere Verwertungsgesellschaften eingetrieben.
Im Bereich Online-on-Demand und Websites hat die GEMA 2005 einen Ertrag von nur 1,4 Millionen Euro erzielt. Ebenso vergleichsweise gering ist das Ergebnis bei den Ruftonmelodien mit 4,1 Millionen Euro im Jahr 2005. Die GEMA beklagt, das die Musikautoren "am prosperierenden Geschäft der Musikdistribution im Internet" bislang nicht teilnehmen. Daher freut sich die GEMA über die aktuellen Entscheidungen der Schiedsstelle des Deutschen Patent- und Markenamtes vom 20. und 27. Februar 2006, wonach die Gesamtvertragsfähigkeit der Phonographischen Wirtschaft sowohl für Musiknutzungen online als auch für Ruftonmelodien verneint wird. Die Schiedsstelle habe damit der Verzögerungstaktik der Lizenznehmer Einhalt geboten, so GEMA-Vorstandssprecher Jürgen Becker.
Wenig erfreut zeigt sich die GEMA derweil über die Pläne für den zweiten Korb der Urheberrechtsnovelle. Diese würden zu einer radikalen Verschlechterung der Rahmenbedingungen für Musikautoren führen, insbesondere im Bereich der Vergütungsansprüche für private Vervielfältigung: "Die in der GEMA zusammengeschlossenen Musikautoren und -verleger können sich bei der Diskussion um den zweiten Korb des Eindrucks nicht erwehren, dass die Bundesregierung den Lobbyisten der Herstellerindustrie mehr Gehör schenkt als den musikalisch kreativen Menschen, die mit ihrer Arbeit ja erst alle weiteren Stufen der Wertschöpfungskette im Musikgeschäft ermöglichen. Auch hier muss die GEMA beklagen, dass die Wirtschaftsmacht von Herstellerfirmen offenkundig mehr Gewicht hat als der Auftrag des Staates, das geistige Eigentum zu schützen", so GEMA-Vorstandssprecher Jürgen Becker.
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