Microsoft zieht koreanische Wettbewerbshüter vor Gericht
Vor dem Seoul High Court will Microsoft eine Prüfung und Aufhebung der KFTC-Entscheidung erreichen. Auch die "Korea Fair Trade Commission" (KFTC) hat Microsoft aufgefordert, über ihre Entscheidung aus dem Dezember 2005 noch einmal nachzudenken.
Wie in den USA und auch Europa hatte die KFTC gegen Microsoft wegen wettbewerbsfeindlicher Praktiken ermittelt und dabei vor allem die Verknüpfung von Windows mit Microsofts Messenger und dem Media-Player stand in der Kritik: Die koreanische Wettbewerbsaufsicht wirft Microsoft vor, seine Marktmacht ausgenutzt zu haben, indem das Unternehmen die Windows Media Services, den Windows Media Player und seinen Instant-Messaging-Client in das Betriebssystem Windows integrierte. So habe Microsoft den Markt für Streaming-Server durch die Verbindung mit dem Betriebssystem erobert. Ähnlich habe Microsoft versucht, seine Produkte im Bereich Instant-Messaging zu etablieren.
Neben einer Strafe in Höhe von 33 Milliarden Won soll Microsoft seinen Windows Server ohne die Windows Media Services auf den Markt bringen sowie die Desktop-Version von Windows in zwei Varianten anbieten – eine mit und eine ohne Windows Media Player und Instant Messenger. Die Version mit vorinstalliertem Media Player und Instant Messaging Client soll aber Links zu Konkurrenzprodukten enthalten.
Auf Forderungen nach einer angepassten Version von Windows für Korea reagierte Microsoft mit der Drohung, Windows in Korea vom Markt zu nehmen.
Nun klingt dies etwas anders: Anders als in Europa erlaube es die KFTC-Entscheidung Microsoft nicht, Windows in gewohnter Form in Korea weiter anzubieten. In Europa muss Microsoft eine zusätliche Windows-Variante ohne Media-Player anbieten, kann Windows aber parallel auch unverändert verkaufen.
Für die koreanischen Hardware- und Softwarehersteller bedeute dies erhebliche Probleme, fürchtet Microsoft. Die Wettbewerbshüter drohten, die globale Wettbewerbsfähigkeit der eigenen Soft- und Hardware-Industrie zu gefährden. Microsoft selbst werde aber weiterhin in Korea investieren.
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