Wie wehrt sich AMD gegen Intels Core-Architektur?
Die ersten Prozessoren mit der Core-Architektur werden für Mitte 2006 erwartet – dann sollen auch AMDs renovierte CPUs mit dem AM2-Sockel starten, die als wesentliche Neuerung einen integrierten Speichercontroller für DDR2-Speicher mit bis zu effektiv 800 MHz mitbringen.
Laut Intels eigenen Benchmarks liegen die ersten Core-Prozessoren gegenüber den aktuellen Athlons mit DDR-Speicher um 20 bis 30 Prozent vorn. Ein Vorsprung, der sich nur durch schnelleren Speicher kaum aufholen lässt.
AMD braucht also dringend konzeptionelle Änderungen, um mit Core mithalten zu können. Eine mögliche Lösung ist da die Integration von L3-Cache, die AMD auch in seiner offiziellen Roadmap(öffnet im neuen Fenster) bereits angekündigt hat – aber erst für das Jahr 2007.
Dann sollen laut der Roadmap ebenfalls "mehr als zwei Kerne" in AMD-Prozessoren zu finden sein. Anlässlich der Eröffnung der Fab36 in Dresden hatte AMDs neuer CTO Phil Hester aber bereits im Oktober 2005 gesagt, AMD könne in Zukunft vielleicht den Kernen in einer CPU gezielt Aufgaben zuweisen.
Dazu passt nun eine aktuelle Meldung von DailyTech(öffnet im neuen Fenster), laut der AMD schon länger mit dem Unternehmen ClearSpeed(öffnet im neuen Fenster) verhandelt, um deren Technik in seine Produkte zu integrieren.
ClearSpeed fertigt hochspezialisierte Gleitkomma-Prozessoren, die bisher vor allem auf Steckkarten zum Einsatz kommen. Die Designs sind aber auch auf HyperTransport ausgelegt, was bei den aktuellen Dual-Core-CPUs von AMD wie gehabt als Interface zum Rest des Mainboards vorhanden ist. Darüber liessen sich die ClearSpeed-FPUs leicht anbinden. Ob AMD jedoch riskiert, mit einer neuen FPU-Architektur die Softwarebranche zu neuem Code zu zwingen, bleibt zweifelhaft.
An der Gleitkomma-Leistung will AMD aber offenbar arbeiten, ist sie doch gerade im technisch/wissenschaftlichen Umfeld stets wichtig – und da machen sich die Opteron-Server derzeit besonders gut. Die britische News-Site The Inquirer(öffnet im neuen Fenster) will erfahren haben, dass AMD für die nächste Version des Opteron namens "K8L" eine Verdopplung der eigenen FPU-Einheiten plant. Der K8L soll nach bisher unbestätigten Angaben noch Ende 2006 vorgestellt werden.
Davor steht aber noch das "Fall Processor Forum", früher als "Microprocessor Forum" bekannt, das Ende Oktober 2006 in San Jose stattfinden wird. Bisher ist jedoch noch nicht abzusehen, ob AMD dort eine komplett neue Architektur vorstellen wird, wie man das 2001 mit der Hammer-Architektur getan hatte, die heute als Athlon64 und Opteron bekannt ist. [von Nico Ernst]
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