Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Erster transparenter Schaltkreis hergestellt

Durchbruch in der Forschung wird von HP lizenziert. Halbleiter-Forscher an der Universität Oregon haben den ersten integrierten Schaltkreis aus durchsichtigem Material hergestellt. In der Praxis soll diese Technik etwa bei Head-Up-Displays oder Solarzellen zum Einsatz kommen.
/ Jens Ihlenfeld
27 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)

In der Erforschung neuer Anwendungsfelder für Mikroelektronik gelten die transparenten Halbleiter als eines der spannendsten Gebiete. Im Unterschied zu Schaltungen, die auf Glas aufgedampft sind, an denen beispielsweise Intel schon mit der LCOS-Technologie scheiterte (Liquid Crystal on Silicone), bemüht sich die Universität Oregon jedoch schon seit Jahren um vollständig transparente Materialien ohne eigenes Trägermaterial.

Bereits Ende 2004 konnte man dort transparente Transistoren herstellen, inzwischen ist man bei der ersten integrierten Schaltung angekommen. Den Forschern gelang es, einen fünfstufigen Ringoszillator(öffnet im neuen Fenster) auf Basis der Zink-Zinn-Transistoren herzustellen. Der Ringoszillator dient in der Halbleiterforschung als beliebtes Versuchskaninchen, da man an ihm vielfältige Messungen zu den Eigenschaften eines neuen Materials einfach vornehmen kann.

Finanziert werden die Forschungen in Oregon unter anderem von US-Regierungsbehörden, dem Militär und Hewlett-Packard. Der Konzern bekommt auch die Rechte an der kommerziellen Nutzung der transparenten Halbleiter. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher aber in guter wissenschaftlicher Tradition aktuell in der Zeitschrift "Solid State Electronics".

Professor John Wager von der Universität Oregon, maßgeblich an der Entwicklung der durchsichtigen Schaltung beteiligt, sieht die kommerzielle Anwendung inzwischen nicht mehr in weiter Ferne. Wager meint, bereits in fünf Jahren könnten die ersten Produkte mit transparenter Mikroelektronik verkauft werden. [von Nico Ernst]


Relevante Themen