Bericht: Blu-ray-Filme vorerst ohne beschränkte Auflösung
Filmstudios können bei der Blu-ray Disc und der HD DVD über das Kopierschutzsystem Advanced Access Content System (AACS) per ICT die Bildauflösung bei analoger Ausgabe auf 960 x 540 Bildpunkte reduzieren . Das entspricht dann nur 25 bis 50 Prozent mehr Bildauflösung als bei der Spielfilm-DVD (PAL: 720 x 576 Pixel, NTSC: 720 x 480 Pixel) und liegt deutliche 75 Prozent unter der vollen HD-Auflösung.
Nur per DVI+HDCP oder HDMI lässt sich bei aktivem ICT die volle Bildqualität von 1.920 x 1.080 Bildpunkten genießen. Die Ausgabe über ungeschütztes DVI scheint gar nicht erlaubt zu sein, in dem Fall bleibt das Bild dann wohl schwarz – was insbesondere für PC-Besitzer ärgerlich ist.
Sound & Vision(öffnet im neuen Fenster) zitiert SPHEs Senior Vice President for Advanced Technologies, Don Eklund, demzufolge Sonys erste auf Blu-ray Disc ausgelieferte Spielfilme – und alle in absehbarer Zeit folgenden – nicht die Bildqualität bei analoger Bildausgabe einschränken werden. Für den Anfang habe man keine Pläne, das Image Constraint Token einzusetzen. "Alle von Sonys Titeln werden in voller Auflösung auf analogen Schnittstellen ausgegeben" , so Eklund. Später könne sich diese Richtlinie aber ändern, sofern analog abgegriffene Kopien zu einem Problem werden.
Andere Studios können nach Gutdünken selbst das ICT für alle oder einzelne Titel aktivieren, so Eklund. Allerdings sieht es derzeit so aus, als ob weitere Hollywood-Studios auf ICT verzichten werden, darunter sollen auch Buena Vista Home Entertainment(öffnet im neuen Fenster) (Disney), Fox und Paramount(öffnet im neuen Fenster) sein. Bei Universal, Warner und Lions Gate ist noch nicht bekannt, wie sie sich entscheiden werden. Anzumerken ist, dass Titel auf der Packung auf eine Auflösungsbeschränkung per ICT hinweisen müssen.
In den USA geht es am 23. Mai 2006 mit der Blu-ray Disc los – dann wird der erste Blu-ray-Player in Form des Samsung BD-P1000 für 1.000,- US-Dollar starten, einen Monat später als ursprünglich angekündigt. Sony wird am gleichen Tag mit seinen ersten Blu-ray-Spielfilmen aufwarten – darunter 50 First Dates ("50 Erste Dates"), The Last Waltz, House of Flying Daggers, The Fifth Element ("Das fünfte Element").
Im Juni 2006 und den folgenden Monaten kommen von Sony u.a. noch Kung Fu Hustle und Underworld Evolution hinzu. Andere Studios werden in den USA zum Blu-ray-Start ebenfalls mit Blu-ray-Filmen aufwarten; Sony erwartet, dass bis zum Weihnachtsgeschäft in den USA etwa rund 100 Titel von verschiedenen Studios erhältlich sein werden.
In Europa starten die konkurrierenden DVD-Nachfolger Blu-ray und HD DVD erst im Herbst 2006 . Zum Missfallen des Handels sind aber noch keine hochauflösenden Filme genannt, geschweige denn Veröffentlichungstermine bekannt gegeben worden. Wer mit dem Gedanken spielt, sich für seinen künftigen "europäischen" Blu-ray- oder HD-DVD-Player ein paar Filme aus den USA mitzubringen, sollte abwarten, ob wie bei der DVD Regional-Codes eingeführt werden. Bei der HD DVD sieht es Toshiba zufolge allem Anschein nach so aus, bei der Blu-ray sind Regional-Codes zwar vorgeschlagen , aber noch nicht abgesegnet. Ganz aufatmen können Film- und Heimkinofans also noch nicht.



