Abo
  • Services:

Datenschützer greift Schufa an

Peter Schaar warnt vor informationeller Ausgrenzung

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar kritisiert die Ausdehnung des Geschäftsfeldes der Schufa auf die Wohnungs- und Versicherungswirtschaft scharf. Schaar hält die aktuelle Entwicklung für datenschutzpolitisch und sozialpolitisch gefährlich und inakzeptabel.

Artikel veröffentlicht am ,

Die Schufa hat in Deutschland bereits jetzt Daten von über 60 Millionen Personen gespeichert. Dabei werden die Betroffenen weitgehend ohne ihr Wissen in ihrem Verhalten abgebildet und so für Dritte berechenbar, kritisiert Schaar die Schufa. Da Daten aus vielen Branchen in den Datenbestand eingehen und abgerufen werden können, sei eine umfassende Profilbildung möglich.

Stellenmarkt
  1. Derby Cycle Werke GmbH, Cloppenburg
  2. Landratsamt Reutlingen, Reutlingen bei Stuttgart

"Die Konsequenz kann sein, dass ein Mensch, der im Alter von 20 Jahren auch nach einer Mahnung seine Handy-Rechnung nicht bezahlt hat, anschließend kein Konto mehr eröffnen kann, keine Wohnung mehr findet, keinen Versicherungsvertrag bekommt und ihm selbst der Zahnersatz nur gegen Vorkasse gewährt wird", so der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit.

Schaar hält diese Entwicklung für datenschutzpolitisch und sozialpolitisch gefährlich und inakzeptabel. Ihm gehe es dabei nicht um den Schutz von Betrügern oder notorischen Schuldnern, sondern um den normalen Verbraucher, der sich einmal in seinem Leben auf einem Gebiet möglicherweise falsch verhalten hat: "Ich halte es nicht für richtig, dass zunehmend Branchen, die kein kreditorisches Ausfallrisiko eingehen, z.B. die Versicherungswirtschaft, nur noch mit den vermeintlich 'Guten' und 'Unbescholtenen' Geschäfte machen wollen und dabei nicht nur harte Bonitätsfakten für die Beurteilung heranziehen, sondern alle möglichen Daten, die zu einem Score-Wert zusammengefasst werden."

Der Datenschützer hält die Ausweitung des Geschäfts der Schufa auch nach dem geltenden Bundesdatenschutzgesetz für problematisch, fordert aber zugleich den Gesetzgeber auf, ggf. für eine Klarstellung zu sorgen.

Schaar kritisierte auch, dass die Erzeugung und die Verwendung von Score-Werten immer noch weitgehend intransparent sind: Es könne nicht angehen, dass die Wirtschaft über jeden Bürger immer mehr weiß, während sie sich hinsichtlich ihrer eigenen Geschäftsprozesse und die mit ihnen verbundenen Risiken für den Kunden bedeckt hält. Er fordert die Schufa auf, die Faktoren und ihre Gewichtung, die in Score-Werte eingehen, endlich öffentlich zu machen.

Besonders problematisch sei, dass in die Score-Werte auch solche Daten einfließen, die lediglich eine statistische Gruppe beschreiben, ohne dass ein Bezug zu dem individuellen Verhalten und den Verhältnissen des Einzelnen besteht. Der Betroffene habe hier kaum eine Chance - etwa durch vertragstreues Verhalten -, einer Negativbewertung zu entgehen.

Die Schufa bemüht sich derweil um mehr Transparenz und testet in weiteren Regionen die Eigenauskunft per Internet. Der Dienst meineschufa.de steht nun auch in der Kölner Region, Mettmann und Neuss zur Verfügung. Über diese Schufa-Wirtschaftsauskunft ist der Einblick in die eigene "Kreditbiografie" von zu Hause aus möglich - für 7,60 Euro im Quartal oder 15,20 Euro im Jahr. Dafür sollen dann alle positiven wie negativen Merkmale, die die Schufa über einen Verbraucher gespeichert hat, auf der Webseite einfach und verständlich erklärt werden. Rückfragen sind per Mausklick möglich.

Bis Mitte 2006 will die Schufa den Dienst in ganz Deutschland anbieten. Um sicherzustellen, dass kein Dritter Zugriff auf die Daten erhält, setzt die Schufa auf eine Registrierung mit anschließendem Post-Identitätscheck.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. ab 399€

ich wer sonst 20. Mai 2010

hm es gibt doch möglichkeiten solche mietnormaden aus dem haus zu bekommen zwar sind die...

Rolf Klein 12. Feb 2009

Sehr geehrter Herr Schaar, obwohl alle Schulden getilgt sind, darf die Schufa die alten...

Jemand 31. Mär 2006

Finde ich trotzdem nicht gut. Durch Scheidung bin ich sehr verschuldet - zuerst...

Einer 22. Mär 2006

Die Schufa ist verpflichtet, kostenlos eine gedruckte Selbstauskunft zu erstellen, wenn...

Keiner 20. Mär 2006

... sind auch nicht besser. Es gibt übrigens nicht nur die Schufa, die da fleißig unsere...


Folgen Sie uns
       


Huawei Mate 20 Pro - Hands on

Huaweis neues Mate 20 Pro hat eine neue Dreifachkamera, die zusätzlich zum Weitwinkel- und Teleobjektiv jetzt noch ein Ultraweitwinkelobjektiv bietet. In einem ersten Kurztest macht das neue Smartphone einen guten Eindruck.

Huawei Mate 20 Pro - Hands on Video aufrufen
Norsepower: Stahlsegel helfen der Umwelt und sparen Treibstoff
Norsepower
Stahlsegel helfen der Umwelt und sparen Treibstoff

Der erste Test war erfolgreich: Das finnische Unternehmen Norsepower hat zwei weitere Schiffe mit Rotorsails ausgestattet. Der erste Neubau mit dem Windhilfsantrieb ist in Planung. Neue Regeln der Seeschifffahrtsorganisation könnten bewirken, dass künftig mehr Schiffe saubere Antriebe bekommen.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. Car2X Volkswagen will Ampeln zuhören
  2. Innotrans Die Schiene wird velosicher
  3. Logistiktram Frankfurt liefert Pakete mit Straßenbahn aus

Shine 3: Neuer Tolino-Reader bringt mehr Lesekomfort
Shine 3
Neuer Tolino-Reader bringt mehr Lesekomfort

Die Tolino-Allianz bringt das Nachfolgemodell des Shine 2 HD auf den Markt. Das Shine 3 erhält mehr Ausstattungsdetails aus der E-Book-Reader-Oberklasse. Vor allem beim Lesen macht sich das positiv bemerkbar.
Ein Hands on von Ingo Pakalski

  1. E-Book-Reader Update macht Tolino-Geräte unbrauchbar

Mate 20 Pro im Hands on: Huawei bringt drei Brennweiten und mehr für 1.000 Euro
Mate 20 Pro im Hands on
Huawei bringt drei Brennweiten und mehr für 1.000 Euro

Huawei hat mit dem Mate 20 Pro seine Dreifachkamera überarbeitet: Der monochrome Sensor ist einer Ultraweitwinkelkamera gewichen. Gleichzeitig bietet das Smartphone zahlreiche technische Extras wie einen Fingerabdrucksensor unter dem Display und einen sehr leistungsfähigen Schnelllader.
Ein Hands on von Tobias Költzsch

  1. Keine Spionagepanik Regierung wird chinesische 5G-Ausrüster nicht ausschließen
  2. Watch GT Huawei bringt Smartwatch ohne Wear OS auf den Markt
  3. Ascend 910/310 Huaweis AI-Chips sollen Google und Nvidia schlagen

    •  /