Angetestet: Casino, Zoo und Science Fiction auf dem DS
Neue Spiele für Nintendos Handheld im Kurztest. Nintendo sorgt seit der Veröffentlichung des Nintendo DS in regelmäßigen Abständen für hochwertigen Softwarenachschub, auf Grund der mittlerweile beachtlich hohen installierten Basis des Handhelds wird es aber auch für Dritthersteller immer interessanter – die stetig steigende Anzahl verfügbarer Titel spricht da eine deutliche Sprache. Qualitativ mithalten mit dem Spielen aus dem Hause Nintendo können sehr viele davon allerdings leider nicht.
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Mit Zoo Tycoon (THQ) bekommen DS-Besitzer endlich eine Aufbausimulation zur Verfügung gestellt – der Touchscreen der Konsole bietet sich ja förmlich dazu an, Mikro-Management zu betreiben. So kümmert man sich um einen eigenen Zoo, kauft neue Tiere, versucht, den Aufenthalt für die Besucher so angenehm wie möglich zu gestalten – und merkt schon bald, dass dem Gameplay bereits nach kurzer Zeit die Luft ausgeht. Die Idee, auf dem oberen Screen den eigentlichen Zoo darzustellen, während auf dem unteren sämtliche relevanten Aktionen vorgenommen werden, ist durchaus sinnvoll, die sehr karge Präsentation hingegen nicht. Zudem mangelt es sowohl im Endlosspiel als auch bei den vorgegebenen Missionen an Abwechslung; besonders hohe Langzeitmotivation wird auf Grund ständig gleicher Aktionen leider nicht sichergestellt.
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Nanostray (THQ) hingegen ist etwas für den kurzen und actionreichen Spielspaß zwischendurch – der Science-Fiction-Shooter lässt den Spieler im Raumschiff Platz nehmen und vor wechselnden Hintergründen eine Weltraumarmee nach der anderen ausschalten. Per Touchscreen können Waffensysteme gewechselt werden, ansonsten ist das Gameplay recht monoton – man ballert eben, was die Tasten hergeben, weicht gefährlichen Arealen aus und legt sich in regelmäßigen Abständen mit großen Bossen an. Etwas mehr Abwechslung im Spielverlauf hätte sicherlich auch Nanostray nicht geschadet, dafür entschädigt allerdings die tolle Grafik – Szenerien, Schiffe und Effekte sind allesamt mehr als sehenswert und zeigen, wozu die DS-Hardware fähig ist.
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Im Sega Casino stehen gleich elf unterschiedliche Spielmodi zur Verfügung – darunter mehrere Pokerarten, aber auch Black Jack, Roulette und Craps. Einsätze und Spielentscheidungen bestimmt man bequem per Touchpad, richtige Casino-Stimmung will sich ob der sowohl optisch als auch akustisch sehr rudimentären Präsentation allerdings partout nicht einstellen. Da hilft auch der geringe Preis von unter 30,- Euro und die Möglichkeit zum Multiplayer-Duell via WLAN nicht viel – qualitativ wirkt Sega Casino eher wie ein mäßiges PC-Freeware-Spiel.
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Deutlich bessere Arbeit haben die Entwickler von Sega da bei Super Monkey Ball Touch and Roll geleistet. Das Spielprinzip dürfte von zahlreichen Umsetzungen auf alle möglichen Systeme mittlerweile bekannt sein: Affen in kleinen Kugeln müssen von A nach B gerollt werden, unzählige Abgründe, Fallen, Löcher, Rampen, bewegliche Plattformen und rotierende Hindernisse sorgen allerdings dafür, dass das alles andere als einfach ist und man eine sehr ruhige Hand benötigt. Die knapp 100 Level sind etwa zur Hälfte neu designt, zur anderen Hälfte früheren Spielen der Reihe entnommen. Hinzu kommt ein ebenfalls teilweise bekannter, teilweise neuer Bestand an kleinen und witzigen Mini-Spielen, die sich ebenfalls via WLAN auch gegeneinander nutzen lassen. Alles beim Alten also – wer aber noch kein Super Monkey Ball besitzt oder großer Fan der Reihe ist, wird auch diesmal wieder zufrieden sein.
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The Rub Rabbits! (Sega) ist der Nachfolger zum ebenso ungewöhnlichen wie gelungenen Project Rub, was bereits von der ersten Spielminute an offensichtlich ist – die abgedrehte Präsentation, die sich die Entwickler des Sonic Teams hier haben einfallen lassen, hat sich im Vergleich zum Vorgänger kaum geändert. Wieder geht es darum, die Herzensdame zu erobern, nur dass diesmal gleich mehrere Rivalen das Gleiche versuchen, man zwischendurch ein Baby zeugen kann und sogar vor den Annäherungsversuchen anderer Damen flüchten muss. Praktisch bedeutet dies, in 35 Missionen und sehr witzigen Minispielen unter massivem Einsatz des Touchscreens und des Mikrofons seltsame Aufgaben wie etwa das Anschneiden einer Torte mit Bravour zu meistern. Der Überraschnungseffekt ist allerdings zugegebenermaßen längst nicht mehr so groß wie beim Project Rub, zumal einige der Aufgaben sich doch massiv ähneln; in Sachen Atmosphäre und Spielwitz steht aber auch The Rub Rabbits ziemlich konkurrenzlos da.
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Nach sehr gelungenen und durchaus innovativen Auftritten auf dem GameCube und der PlayStation 2 ist Viewtiful Joe nun auch auf dem DS angekommen – in Viewtiful Joe – Double Trouble (Capcom) steuert man den Filmfreak und vermeintlichen Superhelden nun auch mit Hilfe des Touchpads durch sehr witzige, manchmal allerdings etwas grob wirkende Cel-Shading-Areale. Während sich das eigentliche Spielgeschehen meist auf dem unteren Screen abspielt, zeigt der obere Screen den Helden immer in Großaufnahme – gerade bei umfangreicheren Bosskämpfen, in denen dann auch Superkräfte wie zum Beispiel die Zeitlupe eingesetzt werden – durchaus hilfreich. Ansonsten gibt es die übliche unterhaltsame Action-Kost mit gelegentlichen Rätseleinlagen und abgedrehtem Humor – eine durchaus empfehlenswerte Anschaffung.