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Blog-Software für Millionen

Comet – Six Apart plant völlig neue Blog-Software. Six Apart entstand aus der Arbeitslosigkeit heraus. Heute ist es eine der größten Firmen, die Geld mit Blog-Software verdienen. Die Netzeitung sprach mit Gründerin Mena Trott über Erfolg und ein neues Blogger-Tool.
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Im Frühjahr 2001 programmierte Ben Trott in San Francisco seiner Frau Mena ein Tool, mit dem sie ihr Weblog leichter publizieren konnte. Ein halbes Jahr später stellten die beiden die Software ins Netz – und innerhalb kürzester Zeit fanden sich tausende Blogger, die "Movable Type(öffnet im neuen Fenster)" auch benutzen wollten.

Als immer mehr Anfragen von Nutzern kamen, beschlossen die beiden damals 24-Jährigen, die Blog-Software mit einer eigenen Firma zu vertreiben. Während im Silicon Valley die Dotcom-Blase gerade geplatzt war und viele Firmen schließen mussten, gründeten sie Six Apart(öffnet im neuen Fenster).

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Die Firma verdient ihr Geld unter anderem damit, dass sie Bloggern die Möglichkeit gibt, ihr Blog auf Rechnern von Six Apart zu betreiben. Inzwischen unterhält das Unternehmen drei große Büros in San Francisco, Japan und Paris, mehr als 100 Angestellte arbeiten für Ben und Mena Trott. Erfolg hatte Six Apart unter anderem, weil die beiden als Teil der Blog-Szene deren Bedürfnisse genau kannten. "Erfolgreich waren wir aber nicht, weil wir tolle Software vertreiben – wir haben immer auch darauf geachtet, dass wir mit unseren Angeboten Geld verdienen müssen", sagt Mena Trott.

Dass das im Internet nicht einfach ist, musste Six Apart im Mai 2004 erfahren, als Movable Type teilweise kostenpflichtig wurde. Blog-Betreiber können nun nur noch eine limitierte Anzahl an Autoren für jedes Weblog anlegen. In der Blogger-Community führte der Schritt zum Aufschrei, dem Erfolg von Six Apart tat dies jedoch keinen Abbruch. Im vergangenen Jahr übernahm Six Apart die Community "LiveJournal" mit knapp zehn Millionen Mitgliedern. Zuletzt ging Six Apart im Dezember eine Kooperation mit dem Portal Yahoo ein, das Movable Type nun ebenfalls vermarktet.

In einigen Wochen plant Six Apart den nächsten Coup: Die Entwickler arbeiten am Projekt "Comet", einer völlig neuen Software, die laut Mena Trott nicht weniger als "die Zukunft des Bloggens" ermöglichen soll. "Bloggen muss noch viel einfacher werden als es heute ist", sagte sie der Netzeitung. Mit "Comet" solle das Publizieren im Internet auch für diejenigen attraktiv werden, die heute noch vor zu viel Technik zurückschreckten.

"Wir wollen vor allem die Leute gewinnen, die vielleicht gar nicht mit der ganzen Welt reden wollen", sagt sie. "Viele Menschen wollen höchstens mit ihren Freunden und ihrer Familie kommunizieren, für die wird 'Comet' ideal sein." Man könne zum Beispiel eine Gruppe von Freunden definieren und nur die könne dann das eigene Blog lesen.

Die Software ist Mena Trott zufolge ein Mix aus der Blog-Software Movable Type und der Community LiveJournal. Es werde zum Beispiel sehr leicht möglich sein, das Layout des eigenen Blogs anzupassen. "Niemand muss den Quellcode anfassen", sagt sie.

Auch Fotos ins Blog zu laden, werde sehr einfach – etwa über das eigene Foto-Handy. Unterstützung von Video- und Audio-Dateien soll es in einer späteren Version auch geben. Wann Comet auf den Markt kommt, will Six Apart noch nicht verraten. Auch der endgültige Name steht noch nicht fest. Es wird aber bereits von einer kleinen Nutzergruppe getestet.

Auch ob die Benutzung von Comet etwas kosten wird, verschweigt Six Apart noch. Mena Trott sagt: Es ist sehr schwierig, mit Blog-Diensten Geld zu verdienen, weil die meisten Leute nichts zahlen wollen." Wolle man eine große Gruppe an Menschen erreichen, müsse man dem Rechnung tragen. Six Apart hat genau das geschafft, vor allem Firmen zahlen für die Blog-Tools.

Mena Trott ist jedenfalls optimistisch, dass es künftig noch viel mehr Blogs geben wird. "Irgendwann wird hoffentlich jeder Mensch ein Blog führen." Sie seien eine ideale Ergänzung zu traditionellen Medien – mal nur als Kommunikationstool für Wenige, mal als Massenmedium mit einer "persönlichen Note".

Dass nicht immer alles stimmt, was in Blogs steht, hält sie nicht für ein Problem. "Die Menschen müssen einfach lernen, dass nicht immer alles wahr ist, was sie lesen", sagt sie. Ein ebenfalls noch ungelöstes Problem ist, in der schier unendlichen Vielfalt der Blogs diejenigen zu finden, die wirklich relevant sind. "Es ist heute manchmal wirklich schwierig, den Überblick zu behalten", sagt Mena Trott.

Nur in Deutschland gebe es wirklich "unglaublich wenige Blogger". Während in Frankreich schon mehr als vier Millionen Menschen im Netz schreiben, gebe es in Deutschland immer noch weniger als 100.000 Blogger. Das, so sagt sie, sei doch irgendwie unerklärlich.


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