Blu-ray und Regional-Code - noch nicht entschieden
Berichte über einen Regional-Code bei der Blu-ray Disc gibt es bereits seit Ende 2005, bisher gab es dazu aber keine konkreten Ankündigungen. Auf Nachfrage von Golem.de hieß es nun seitens der Blu-ray Disc Association, dass man sich noch nicht für oder gegen regionale Beschränkungen entschieden habe. Es läge zwar ein Vorschlag vor, der diskutiert würde – noch sei aber nichts beschlossen. In welche Richtung die Blu-ray-Befürworter bisher eher tendieren, wurde leider nicht angegeben.
Grund zur Hoffnung gibt das nicht: Beim konkurrierenden DVD-Nachfolgeformat HD DVD wird ebenfalls über Regional-Codes diskutiert – doch wie das DVD-Forum-Mitglied Toshiba gegenüber Golem.de angab, tendieren die HD-DVD-Unterstützer derzeit eher in Richtung Regional-Code. Die Blu-ray Disc Association ist nicht gerade dafür bekannt, dem Nutzer weniger Restriktionen aufzuerlegen, hier dürfte das Verhältnis also ähnlich liegen.
Sowohl die HD DVD als auch die Blu-ray Disc benötigen zum Erfolg die Unterstützung der Filmindustrie. Diese fordert einerseits starke, teils zu rigide Kopierschutzsysteme und andererseits eine Trennung der Märke mittels Regional-Codes wie bei der DVD. Wer als Filmfan auch gerne das Angebot in anderen Ländern begutachtet, wird gemäß dem Willen der Filmstudios aller Voraussicht nach auch bei den DVD-Nachfolgern auf eigene Filmimporte verzichten müssen.
Bei der DVD gibt es wenigstens noch Abspielgeräte, die sich mittels Tricks freischalten lassen und dann auch Filmimporte aus anderen Ländern wiedergeben, ob es bei Blu-ray- und HD-DVD-Playern auch solche Möglichkeiten geben wird, ist bisher nicht bekannt. Für DVD-Player-Hersteller ist es eine Gratwanderung, denn es gibt durchaus eine Nachfrage für freischaltbare Geräte, nur ist Derartiges vom DVD Forum nicht gewünscht.



