Voice Reader: Lesen war gestern
Der "Voice Reader" basiert auf der neuen SVOX-Technik und linguistischen Prä-Prozessoren. Somit ist es möglich, die Satzstruktur zu analysieren und dann unter Zuhilfenahme umfangreicher phonetischer Bibliotheken eine Sprachausgabe zu generieren, die sich nur noch gering von der Stimme eines Menschen unterscheidet. Die Sprachmelodie klingt natürlich, Nebensätze sind deutlich zu erkennen – der vorgetragene Text wirkt lebendig.
Selbstverständlich darf man als Anwender seine Ansprüche nicht allzu hoch schrauben. 100-prozentig perfekt ist die Sprachausgabe nicht. Werden beispielsweise im Französischen hin und wieder Wörter sprachlich miteinander "verbunden" (s-Endung mit Vokalbeginn), so übersieht die Software dies. Um die gröbsten Fehler von vorneherein auszuschließen, wurden bestimmte Wörter extra codiert. Schließlich soll "E-Mail" auch nach "E-Mail" klingen und sich nicht wie "Emaille" anhören. Optisch unterstützt wird die Darbietung außerdem von einer virtuellen Nachrichtensprecherin.
Mit dem "Voice Reader" lassen sich Textdokumente mit einem Klick in MP3- oder WAV-Dateien verwandeln, die dann auf jeden MP3-Player übertragen werden können. Besitzer eines iPods haben es besonders einfach. Wer will, kann etwa alle neuen E-Mails direkt beim Empfangen von Outlook automatisch auf seinen iPod überspielen lassen. Dafür sorgt eine direkte Schnittstelle zu iTunes. Außerdem nistet sich ein Plug-in in Microsoft Word und Power Point ein. Anwender von OpenOffice.org haben das Nachsehen.
Der "Voice Reader" mit dem deutschen Sprachpaket ist für 49,- Euro im Handel erhältlich. Weitere Sprachpakete für Englisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Portugiesisch, Spanisch und Tschechisch sollen im Laufe des zweiten Quartals veröffentlicht werden. Zu sehen und zu hören ist das Programm auf der CeBIT (Halle 3, Stand E55). [von Frank Magdans]