Apple muss nochmal an Safari-Sicherheitsleck ran
Als Apple Anfang März 2006 unter anderem vier Sicherheitslücken in Safari behoben hatte, wurde ein Sicherheitsloch nicht wie versprochen komplett geschlossen. Über dieses Safari-Leck konnten Angreifer unter bestimmten Umständen unbemerkt beliebigen Programmcode auf einem fremden System ausführen. Dazu muss eine ausführbare Datei vorgeben, etwa ein Bild oder eine Videodatei zu sein, so dass beim Öffnen einer entsprechenden Datei der dahinter steckende Programmcode ausgeführt wird.
Falls in Safari die Option aktiviert ist, dass sichere Downloads unmittelbar nach dem Herunterladen ausgeführt werden sollen, kann dies einen automatischen Angriff bedeuten. In einem ersten Anlauf versuchte Apple, diesen Fehler bereits Anfang März 2006 zu beseitigen, blieb allerdings erfolglos, wie jetzt bekannt wurde. Der nun veröffentlichte Patch soll das Sicherheitsleck in Safari auf den betroffenen Systemen mit MacOS X 10.4.5 endgültig schließen, indem zusätzliche Mechanismen bei der Überprüfung von Download-Dateien zum Zuge kommen.
Ein zweites mit dem aktuellen Sicherheits-Patch zu schließendes Leck betrifft die Ausführung von JavaScript-Code, wenn dieser in Dokumenten enthalten ist. Ein Angreifer kann eine beliebige Datei auf einer Website lagern, die dann geladen und auf dem betroffenen System ausgeführt wird, wenn ein manipuliertes Dokument geöffnet wird. Sowohl dieses als auch das folgende Sicherheitsleck steckt nur in MacOS X 10.4.5 und soll in früheren Versionen keine Rolle spielen.
Das dritte Sicherheitsleck wurde im Mail-Client von MacOS X gefunden. Darüber kann ein Buffer Overflow verursacht werden, indem ein Angreifer sein Opfer zum Öffnen eines präparierten E-Mail-Anhangs bewegt. Dies erlaubt dann die Ausführung beliebigen Programmcodes mit den Rechten des angemeldeten Nutzers.
Schließlich behebt das aktuelle Update noch drei Fehler, die sich mit dem Anfang März 2006 veröffentlichten Sicherheits-Update eingeschlichen haben. So hatte die Download-Überprüfung überflüssigerweise auch vor Word-Dokumenten oder Verzeichnissen mit eigenen Icons gewarnt, was nun nicht mehr vorkommen soll. Zudem sorgte eine Einschränkung in PHP 4.4.1 dafür, dass der E-Mail-Client SquirrelMail nicht mehr korrekt funktionierte. Schließlich verursachte eine Einschränkung in der rsync-Funktion, dass das Kommando "--delete" funktionslos blieb, was nun gleichfalls mit dem Update korrigiert werden soll.
Mit einem Patch für MacOS X 10.3.9 sowie 10.4.5 sollen die genannten Sicherheitslücken und Fehler nun abschließend geschlossen werden. Das Sicherheits-Update steht kostenlos zum Download(öffnet im neuen Fenster) bereit und wird über die Software-Aktualisierung des Betriebssystems angeboten.



