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Spieletest: Full Auto - Autos, Maschinengewehre und Raketen

Witziges, aber nicht dauerhaft motivierendes Action-Rennspiel von Sega. Die Möglichkeit, in Rennspielen mit purer Gewalt Kontrahenten von der Straße zu drängen, gab es in letzter Zeit immer wieder - man denke etwa an die Takedowns in der Burnout-Reihe. Full Auto von Sega, das für die Xbox 360 erscheint, geht allerdings noch einen Schritt weiter: Hier rückt man der Konkurrenz gleich mit Schusswaffen und Raketen zu Leibe.
/ Thorsten Wiesner
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Kernstück von Full Auto ist der Karrieremodus, in dem zahlreiche Events mit mehreren Missionen nach und nach freigespielt werden können. Das Gameplay ist dabei denkbar simpel: Meist geht es einfach nur darum, bestimmte Strecken innerhalb vorgegebener Zeitlimits zu absolvieren oder auch Rundkurs-Rennen als Erster zu absolvieren - und dabei so viel Zerstörung wie möglich zu säen.

Für jede Mission stehen andere (nicht lizenzierte) Fahrzeuge bereit, die sich allesamt unterschiedlich steuern, vor allem aber auch über verschiedene Waffen verfügen. So darf mal mit einem Maschinengewehr auf den Gegenverkehr gehalten werden oder man schickt dem in Führung Fahrenden eine Lenkrakete hinterher. Übrigens gehen nicht nur die anderen Fahrzeuge in Feuerbälle auf, auch die Umgebung lässt sich zu weiten Teilen in Schutt und Asche legen. Aus Schaufensterscheiben, Skulpturen oder Laternen wird so schnell ein großer Haufen Geröll.

Full Auto wartet zwar mit prinzipiell klar abgegrenzten Strecken auf, lässt aber immer Raum für Abkürzungen: Wer direkt durch ein Autohaus fährt und nicht darum herum, spart Zeit und lädt zudem den Schadensbalken auf. Je mehr Blechhaufen und Steinreste man hinterlässt, desto häufiger darf übrigens auch die "Unwreck"-Funktion genutzt werden, mit Hilfe derer in bester Prince-of-Persia-Manier die Zeit ein bisschen zurückgedreht werden kann, um bestimmte Fahrmanöver oder Zerstörungsorgien ein zweites Mal zu spielen.

Full Auto ist zwar für die Xbox 360 entwickelt worden, sieht allerdings leider beim besten Willen nicht so aus. Vor allem, wer nur einen normalen Fernseher und kein HDTV-Gerät besitzt, wird nur selten das Gefühl haben, hier wirklich einen Next-Generation-Titel zu sehen, dafür sind etwa die Umgebungs- und Fahrzeugtexturen zu puristisch.

Schwerer wiegt allerdings das Einknicken der Frame-Rate bei viel Zerstörung auf dem Bildschirm: Sobald eines der heftigeren Zerstörungsmanöver ansteht - von denen es in jedem Rennen so einige gibt -, beginnt Full Auto heftig zu ruckeln; zum Teil so stark, dass das Spielgeschehen nahezu einfriert.

Full Auto ist für die Xbox 360 bereits im Handel erhältlich und kostet knapp 70,- Euro. Das Spiel hat eine USK-Freigabe ab zwölf Jahren erhalten.

Fazit:
Full Auto macht immens viel Spaß - in den ersten 30 Minuten. Über abwechslungsreiche Kurse rasen und nebenbei mit massivem Waffeneinsatz Autos und Gebäude in Schutt und Asche zu legen, entfaltet schnell einen unbestreitbaren Reiz. Sind die ersten Erfolge eingefahren, treten aber die Mängel des Spiels deutlicher hervor - und zwar neben den heftigen Rucklern vor allem der mangelnde Abwechslungsreichtum und die sich immer stärker ähnelnden Missionen. Für eine kleine Runde Action-Rasen zwischendurch taugt der Titel sicherlich hervorragend, besonders lange am Stück motiviert er hingegen leider nicht.


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